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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Amon Amarth

Böse Zungen behaupten, Amon Amarth nehmen jedesmal ein und dasselbe Album auf. Natürlich zeichnen sich die Schweden nicht gerade durch grandiose Unvorhersehbarkeit und stilistische Vielfalt in ihren Veröffentlichungen aus, doch wer einmal ein Konzert dieser Jungs erlebt hat weiß, wie sehr diese Wikingertruppe live Arsch tritt.

Auch heute bietet das Quintett wieder eine exzellente Performance, die keine Wünsche offen lassen kann – höchstens, dass sie gerne noch länger als 75 Minuten hätte dauern dürfen. Mit mächtig Spaß inne Backen pesen die Jungs auf die Bühne und legen mit „War Of The Gods“, dem Opener ihres aktuellen Werkes „Surtur Rising“, wie die Feuerwehr los. Von Anfang an herrscht eine Bombenstimmung und ein guter Sound (Amon Amarth dürften mit ihren ultratief gestimmten Gitarren ziemlich schwer abzunehmen sein), da konnte bislang kaum eine Band mithalten, und dass es sowohl vor der Black als auch der True Metal Stage proppevoll ist, verdeutlicht nur, was für eine Riesennummer diese Kapelle inzwischen geworden ist. Sie wächst und wächst, hat sich das durch unermüdliches Touren und harte Arbeit aber auch redlich verdient, und wenn man Johan Heggs breites Grinsen im Gesicht sieht, weiß man, dass es für diesen Mann nach wie vor keineswegs eine Selbstverständlichkeit ist, vor so vielen Leuten spielen zu dürfen.

Tatsächlich interessiert stilistische Vielfalt hier und heute niemanden, vor allem, wenn man dafür einfach nur eine volle Dröhnung oberamtlicher Death-Metal-Hymnen kredenzt bekommt. Ob neueres oder älteres Material, hier wird pausenlos gebangt, die Fäuste und Pommesgabeln werden in die Luft gestreckt und mitgegrölt, an den Schlamm denkt vorerst keiner mehr. Besonders beim größten Hit, „The Pursuits Of Viking“, dessen Mainriff inzwischen schon seit langem „Breaking The Law“-mäßig mitgeschmettert wird, besteht eine Atmosphäre, wie man sie nicht beschreiben kann – man muss dagewesen sein. Unglaublich, wie der Chorus von zehntausenden Fans mitgesungen wird; sogar von Leuten, die den Text gar nicht kennen, denn: „Sing, even if you don’t know the lyrics, it doesn’t matter, ’cause it’s Death Metal and no-one will notice the difference“, merkt Johan Hegg selbstironisch an und sicherlich läuft es auch ihm eiskalt den Rücken herunter, als seinem Aufruf Folge geleistet wird.

Standesgemäß kommt Hegg nach der letzten regulären Nummer „Victorious March“ zur ersten Zugabe „Twilight Of The Thunder God“ – das auch schon längst nicht mehr von der Setlist wegzudenken ist – mit einem mächtigen Thorhammer zurück auf die Bühne, dazu erklingt mächtiges Donnergrollen – einfach nur epic as fuck. Viel mehr Worte müssen nicht verloren werden: Amon Amarth räumen erneut so was von gnadenlos ab und beweisen trotz ein paar kleiner verschmerzbarer Spielfehler einmal mehr in eindrucksvoller Manier ihre Livequalitäten. Technische Versiertheit oder sonst welche Sperenzchen brauchen diese Typen nicht, es reichen ein paar geile Songs und ein charismatischer Frontmann, der nicht nur wie ein Wikinger aussieht, sondern auch noch wie ein Elch brüllt. Diese Band lohnt sich immer wieder!

Setlist:

War Of The Gods               
Runes To My Memory           
Destroyer Of The Universe           
Death In Fire                   
Live For The Kill               
Cry Of The Black Birds           
The Fate Of Norns               
The Pursuit Of Vikings           
For Victory Or Death               
Victorious March               
Twilight Of The Thunder God       
Guardians Of Asgaard

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