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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Hammerfall

Am frühen Abend herrscht wieder strahlender Sonnenschein. Da wundert es nicht, dass viele Fans nun aus den Zelten kriechen und Richtung Power-Metal-Stage pilgern, um diesem auch zu frönen. Hammerfall stehen auf dem Programm und schon weit vor Konzertbeginn zeigt sich das Infield gut gefüllt mit Fans. Aus Leibeskräften versucht man mit Sprechchören die Schweden auf die Bühne zu locken, diese lassen sich allerdings noch etwas Zeit. Als endlich das Intro von „Patient Zero“ aus den Boxen dröhnt, brechen begeisterte Jubelrufe aus, die die Musiker herzlich in Empfang nehmen. Dieser Willkommensgruß wird gleich mit geballter Energie von Anfang an belohnt. Kaum betreten die Nordmänner die Bühne, wird schon wild mit den Haaren herumgewirbelt und die drei Axtschwinger geben sich allergrößte Mühe, eine gute Figur beim Posen zu machen. Joacim hat seine Stimmbänder vorher gut eingeschmiert und zeigt sich sichtlich angetan von dem sich ihm auftuenden Schwarm, der zu den schwerfälligen Riffs des Openers regelrecht abgeht.

Auf den Leinwänden kann man während der Vogelperspektive wieder einige Aussparungen im Publikum ausmachen. Richtig tiefe Schlammpfützen werden gemieden, deshalb drängt man sich dicht an dicht einfach herum. Doch eine Handvoll Besucher haben wieder sichtlich Spaß, sich während gepflegter musikalischer Untermalung darin auszutoben.

Der Fronter zeigt sich gut bei Stimme, was besonders bei „The Heeding The Call“ hervorragend zur Geltung kommt. Das Publikum wird während dieser Nummer zum Mitsingen aufgefordert und ein großer Chor schmettert den Refrain der Bühne entgegen. Nach dem Stück ist die Euphorie nicht mehr zurück zuhalten. Bei „Any Means Necessary“ geht es nicht nur im Pulk heiß her: Dieser Song zählt nicht umsonst zu den Stärksten von Hammerfall und die Power des Titels wird noch zusätzlich mit zahlreichen Feuersäulen optisch verstärkt.

Nach der dritten Einlage widmet Joacim die ersten Worte an den Feierherd, der vor ihm mit Inbrunst brodelt und fragt nach, ob alle hier sind, um eine große Party zu feiern, Bier zu trinken und ordentlich die Matten durch die Gegend zu schleudern. Klar, „Bang Your Head“ steht als nächstes an. Jetzt gibt es wieder ein Schmankerl für die wahren Hammerfall-Genießer.  „Blood Bound“ geht wieder an die Kraftreserven. Auch die beiden Gitarristen Oscar und Niklas geben mit ihrem Backing-Vocals den speziellen Nachdruck, der dem Song das gewisse Etwas verleiht. Die beiden machen durchweg nicht nur an den Saiten einen guten Job.

15 Jahre ist es her, als die Combo das erste Mal eine Wacken-Bühne betreten hat. Es lässt sich ermitteln, dass nicht wenige aus dem Publikum bei diesem denkwürdigen Ereignis dabei waren. „Ihr werdet alt“, stellt Joacim unverblümt fest. Aber das nächste Stück stammt genau aus dieser Zeit –  „Steel Meets Steel“. Bei „Last Man Standing“ übernehmen wieder die Fans die Oberhand. Man braucht den Titel nur anzusingen und in einer gewaltigen Union aus verschiedenen Kehlen ertönt der Refrain. Es ist eine wahre Freude zu beobachten, wie die Energie und die Zugkraft, die dabei freigesetzt werden, sich von Reihe zu Reihe bis ganz nach hinten durchziehen. 

Nach „Renegade“ geht es an die große Vorstellungsrunde. Überraschend entpuppt sich Drummer Johan als „Destroyer of Hotel Rooms“. Und nach „The Dragon Lies Bleeding“ geht es an die große Fragerunde. Erste Frage... wer hat Hammerfall das erste Mal gesehen.  Schon einige – aber die Resonanz fällt dem Fronter zu spärlich aus und er stellt klar, dass man sich hier nicht auf einer Klosterschule befindet, woraufhin das Echo viel gewaltiger ausfällt. Aber die Gruppe von Fans, die die Truppe schon mehrmals gesehen hat, fällt weitaus größer aus. Recht erfreulich für die Schweden und als Dankeschön hagelt es „Let The Hammer Fall“, das auch gehörig abgefeiert wird. Nach „One More Time“, das ebenfalls gepflegt reinhaut, geht es mit „Hearts On Fire“ zum Finale.

Der Funke wurde vom ersten Takt an gezündet und wuchs zu einem gewaltigen Inferno während des Konzerts heran. Die Chemie zwischen Band und Publikum passte von Anfang an und führte zu einer akustischen und optischen Supernova. Eine Wiederholung von Seiten der Band ist laut Aussage auf jeden Fall gewährleistet.

Setlist:

1. Patient Zero
2. Heeding The Call
3. Any Means Necessary
4. Bang Your Hand
5. Blood Bound
6. Steel Meets Steel
7. Last Man Standing
8. Renegade
9. The Dragon Lies Bleeding
10. Let The Hammer Fall
11. One More Time
12. Hearts On Fire

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