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Wacken Open Air 2012

Organisatorische Mängel und Schlammschlacht können die Feierlaune nicht komplett verhageln

Graveyard

Während beim Auftritt der nun die Bühne betretenden Schweden von Graveyard beim Rock Hard Festival in diesem Jahr strahlender Sonnenschein vorherrschte, prasselt beim Wacken Open Air unmittelbar vor dem Konzert kübelweise Regen vom Himmel hinab – aber zum Glück für die hier Anwesenden befindet man sich ja im Zelt, sodass es wenigstens den Leuten hier erspart bleibt, klatschnass zu werden.

Die Stimmung – das zeigt sich recht schnell – ist unabhängig von Wetterphänomenen oder ähnlichem wirklich prächtig, was durchaus verwundern darf, nachdem die vorige Band The Black Dahlia Murder mit brachialem Death Metal eine völlig andere Stilrichtung pflegte. Doch Graveyard erfreuen sich nach mehreren Festivalauftritten und attraktiven Touren beispielsweise als Supportact von Motörhead steigender Beliebtheit – retro ist und bleibt angesagt und die Zuschauer feiern die Combo nur allzu bereitwillig ab.

Die Göteborger kommen nicht so spritzig herüber wie im Mai in Gelsenkirchen – sie wirken auch, als hätten sie vor dem Gig mal wieder eine fette Tüte kreisen lassen; andererseits wirken sie ja eigentlich immer so –, zeigen aber eine ansprechende Leistung, insbesondere Drummer Axel Sjöberg ist mit seinem locker-flockigen und doch recht technischen Spiel immer wieder ein Ohren- und Augenschmaus. Der Sound ist, gerade wenn man das hohe Niveau bislang betrachtet, nicht immer optimal, aber akzeptabel, doch das scheint für die meisten Leute ohnehin zweitrangig zu sein. Vielmehr scheint diese stilistische Zäsur gerade sehr gut zu passen – man kann ja auch nicht den ganzen Tag nur durchgängig  moshen und Propeller-Headbanging betreiben. Eine flotte Nummer à la „Ain’t Fit To Live Here“, das gut groovende „Satan’s Finest“ oder das psychedelisch angehauchte „Ungrateful Are The Dead“ reichen außerdem bestens aus, um die Partystimmung zu halten, worüber sich auch Frontmann Joakim Nilsson äußerst erfreut zeigt: „So the fucking rain doesn’t stop you guys“.

Ein weiteres herausragendes Highlight des leider nur 35 Minuten langen Auftritts stellt außerdem erneut „Uncomfortably Numb“ dar, das ruhig und nachdenklich beginnt, um dann mit einem „Freebird“-mäßigen Finale aufzuwarten, bei dem das Tempo angezogen wird. Guter Auftritt, aber nicht so stark wie der, den der Verfasser zuletzt erleben durfte. Dennoch unterhaltsam und die Reaktionen der Zuschauer sprechen eh für sich.

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