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Wacken Open Air 2009

Ein würdiges Jubiläum

Axel Rudi Pell und Band

Zum Thema

Borknagar

Von Borknagar war mir bisher auch nicht viel mehr bekannt, als dass ICS Vortex, seines Zeichens Bassist bei Dimmu Borgir dort früher einmal den Sänger markiert hat. Da Vortex – das muss jeder anerkennen, auch die, die Dimmu nicht mögen – ja nun wirklich eine begnadete cleane Stimme hat, konnte man zwar erwarten, dass die norwegische Combo hauptsächlich auf cleanen Gesang setzt, doch von dem Maß bin ich überrascht. 

Der inzwischen seit vielen Jahren hinter dem Mikro stehende Andreas „Vintersorg“ Hedlund, der verschmitzt feststellt, dass das Festival inzwischen die doppelte Größe angenommen hat, seitdem man das letzte Mal vor sieben Jahren hier war, singt dementsprechend mehr als dass er growlt. Im Prinzip meistert er beide Gesangsstile recht souverän, hin und wieder hat er mit den Höhen im Klargesang allerdings so seine Probleme, da klingt manches schief. Möglich, dass er sich auf der Bühne nicht immer allzu gut hören konnte, denn grundsätzlich hat er eine wirklich schöne und variable Stimme, der von Vortex erstaunlich ähnlich.

Weniger Black Metal-, als viel mehr Folk-lastig und ziemlich melodisch jedenfalls kommen die Stücke daher, größtenteils mit ordentlich Hammond-Orgel-Teppichen unterlegt, was mir sehr gut gefällt.
Dies allerdings ist die kontinuierliche Entwicklung von Borknagar, wie ich inzwischen erfahren habe, weg von purem Black Metal und mehr hin zu einer sehr eigenständigen Mischung aus folkigen, schwarzmetallischen und progressiven Elementen, was Songs wie „Colossus“, „The Dawn Of The End“, „Future Reminiscence“, „The Genuine Pulse“ und „Oceans Rise“ beweisen, die allesamt sehr unterschiedlich und mit viel Abwechslung daherkommen.

Axel Rudi Pell

Als nächstes ist Axel Rudi Pell mit seiner Band an der Reihe. So richtig befasst hab ich mit dessen Musik ebenfalls noch nicht, weiß aber natürlich, dass das Ganze in Richtung melodischer Hard Rock geht und Herr Pell ein ziemlich großer Fan von Ritchie Blackmore ist, was schon allein anhand seiner weißen Strat ersichtlich ist.
Originell ist sicherlich was anderes als das, was der Wattenscheider und seine Jungs zelebrieren und Songtitel wie „Strong As A Rock“ oder „Rock The Nation“ sind auch nicht unbedingt der Weisheit letzter Schluss, aber was soll’s – den Leuten gefällt’s und zu dem eingängigen Material lässt sich natürlich bestens mitsingen und abrocken, zumal Frontmann Johnny Gioeli dem Publikum mächtig einheizt.

Zudem glänzt Axel mit hervorragendem Gitarrenspiel (was allerdings wohl niemanden wirklich überraschen dürfte); seine Solo-Orgien gipfeln im überlang ausgedehnten „Mystica“, bei dem durch das eingebaute Main-Riff von „Mistreated“ wieder mal der Blackmore-Fan“ in dem Gitarristen durchschimmert. Apropos Deep Purple: Im abschließenden „Fool Fool“ liefern sich Pell und Keyboarder Ferdy Doernberg (ein sanfter Riese: die scheinbar nicht zusammenpassende Kombination aus freundlichem Grinsen und massiger Gestalt mit Glatze wirkt sehr sympathisch, geradezu drollig) ein Duell in bester Blackmore/Lord-Manier, zuvor durfte bereits Metalpunk Mike Terrana hinter den Kesseln mit einem ausgiebigen Schlagzeugsolo zeigen, was er drauf hat.
Bei so vielen Soli dürfte es nicht wenige geben, die sich stattdessen lieber zwei, drei Songs mehr gewünscht hätten, unterm Strich bleiben es nämlich nur sieben, aber der Jubel gibt Axel Rudi Pell und seinen Mitstreitern recht. Unterhaltsam war es allemal.

Setlist:

- Tear Down The Walls
- Strong As A Rock
- The Masquerade Ball / Casbah
- Tales Of The Crown / Casbah / Drum Solo
- Rock The Nation
- Mystica
- Fool Fool / Eternal Prisoner

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