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Wacken Open Air 2009

Ein würdiges Jubiläum

Testament

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Samstag, 01. August 2009

Hier sollte nun eigentlich ein Bericht über Rage folgen, doch es ist ja hinlänglich bekannt, dass man mit einem Kater zu einer gewissen Trägheit neigt und nicht richtig aus dem Bett kommt. 
Zumindest eine Viertelstunde bekomme ich vom Jubiläums-Set zum 25. Geburtstag des Trios noch mit, gerade als Subway To Sally-Sänger Eric Fish die Bühne betritt, um mit Peavy und Co. „Gib dich niemals auf“ zu performen. Offensichtlich habe ich mir da leider einiges entgehen lassen, denn weitere Gäste waren unter anderem Schmier von Destruction, sowie Hansi Kürsch von Blind Guardian, wie ich mir hab sagen lassen.

Cathedral

Nun ist es Zeit für ein wenig Doom. Cathedral gelten schließlich als eine der wichtigsten Doom-Formationen der zweiten Generation, die eine Menge für die Szene getan haben und gerade, weil mir die Band bisher eigentlich mehr oder weniger nur vom Namen her bekannt war, will ich mir doch angucken, was die so machen. Und dafür, dass Lee Dorrian und Co. als lebende Legenden gelten, ist es vor der Black Stage doch erschreckend leer – so richtig Stimmung will da freilich nicht aufkommen. Erneut könnte man darüber diskutieren, ob eine Band, die mit einem insgesamt doch recht düsteren Sound aufwartet, der Atmosphäre wegen abends oder nachts nicht besser aufgehoben wäre – auf der anderen Seite jedoch wollen wahrscheinlich sowieso alle lieber abends als tagsüber spielen und irgendwer muss dann eben in den sauren Apfel beißen.

Wie dem auch sei, sowohl Musiker als auch Zuschauer müssen es nehmen wie es ist und Cathedral liefern eine den Umständen entsprechend gute Show ab. Es sind wirklich wenige, die in den ersten Reihen stehen und bangen, doch die Briten lassen sich davon nicht sonderlich beeindrucken und ziehen ihr Ding durch. Enthusiastisch ist sicherlich etwas anderes, aber bei dem geringen Publikumszuspruch ist das ja kein Wunder. Zumindest hält dies Lee Dorrian nicht davon ab, Grimassen zu schneiden oder auch mal mit dem Mikrokopf im Mund wie ein Zombie über die Bühne zu staksen.

Was die Setlist angeht, so startet man zunächst mit relativ flotten Stücken, darunter „Soul Sacrifice“ vom Debütalbum „Forest Of Equilibrium“, um später mit „Cosmic Funeral“ und „Night Of The Seagulls“ mit waschechtem, schleppendem Doom aufzuwarten.
Weitere Stücke waren „Corpse Cycle“, „Ride“ und ganz zum Schluss „Hopkins (Witchfinder General), bei dem sich Dorrian, der zuvor für November ein neues Cathedral-Album ankündigte, als letzten Showeffekt mit dem Mikrokabel selbst stranguliert. 
Alles in allem eine solide Show, aber Cathedral gehören wohl eher auf die Party Stage oder noch besser in einen nach Marihuana- und Zigarettenqualm riechenden Club.

Testament

Während des Wartens auf Testament gönne ich mir dann das erste Bier des Tages und freue mich schon mal auf eine gewaltige Portion arschtretenden Thrash Metal. Testament agieren ja – wohl hauptsächlich wegen ihrer brillanten Gitarristen Alex Skolnick und Eric Petersen – irgendwie ein wenig melodischer als ihre Genrekollegen von Exodus oder natürlich Slayer, ohne allerdings dadurch irgendwie an Energie einzubüßen. Dies macht sie ganz sicher zu einer ziemlich einzigartigen Band, die zwar erfolgreich war, aber leider nie ganz den Bekanntheitsgrad der eben genannten oder auch Megadeth erreicht hat – von Metallica wollen wir mal gar nicht reden.

Die Amerikaner starten mit ganz alten Klassikern in das Set: „The Preacher“ und der Titelsong von „The New Order“, sowie „Over The Wall“, dem Opener der Debütscheibe „The Legacy“, und „Practice What You Preach“ vom gleichnamigen Album, bevor man sich mit „More Than Meets The Eye“ und „The Persecuted Won’t Forget“ der aktuellen Scheibe „The Formation Of Damnation“ zuwendet, die bekanntermaßen im Jahr 2008 erschien und die erste Studioplatte seit neun Jahren darstellte.
Anschließend wird wieder kräftig in den Archiven gewühlt und mit „Burnt Offerings“ vom Debüt und den unverzichtbaren „Into The Pit“ und „Disciples Of The Watch“ von „The New Order“ (dieses Album enthält wirklich nur Hits, kein Wunder, dass es Testament den Durchbruch verschaffte) wieder alter Stoff geboten. Bei letztgenanntem frieren dann die Videoleinwände ein, so dass beinahe für den gesamten Rest des Gigs eine Metallerin darauf zu sehen ist, wie sie in voller Pose mit Pommesgabeln und herausgestreckter Zunge in die Kamera stiert. Na, die wird sich gefreut haben...

Ansonsten gibt es hin und wieder mal kleine Soundprobleme, aber das interessiert mich ebenso wenig wie das von einigen monierte, angeblich zu lahme Stageacting, speziell von Frontmann Chuck Billy, der es vorzieht, auf dem Mikroständer Luftgitarre zu spielen, statt die ganze Zeit wie ein aufgescheuchtes Huhn durch die Gegend zu laufen.
Leute, wenn ihr keine anderen Probleme habt... Chuck Billy ist inzwischen auch nicht mehr der jüngste und er ist mittlerweile halt ziemlich in die Breite gegangen, da springt man nicht mehr wild umher. Ich jedenfalls habe jede Sekunde dieses Auftritts, der mit dem Titelsong der aktuellen Scheibe beendet wird, genossen und kräftig gebangt.

Setlist:

- The Preacher
- The New Order
- Over The Wall
- Practice What You Preach
- More Than Meets The Eye
- The Persecuted Won’t Forget
- Burnt Offerings
- Into The Pit
- Disciples Of The Watch
- D. N. R. (Do Not Resuscitate)
- 3 Days In Darkness
- The Formation Of Damnation

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