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Wacken Open Air 2009

Ein würdiges Jubiläum

Doro

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Epica

Als nächstes stehen bei mir Epica auf dem Zettel. In Flames, die parallel spielen, kann ich ja mal nun gar nicht ab, da gebe ich mir lieber die Symphonic-Metaller um die rothaarige Frontelfe Simone Simons – eine Entscheidung, die ich nicht im Geringsten bereuen soll.
Epica liefern bei exquisitem Sound eine exzellente Show, handwerklich einwandfrei und mitreißend vorgetragen. Nach dem Intro „Indigo“ haut die Band mit „The Obsessive Devotion“ gleich mal einen Einheizer allererster Kajüte ins Rund. Dieses Doppelpack stammt vom letzten Album „The Divine Conspiracy“ und macht sofort jedem, der die Band noch nicht kannte, auf der Stelle deutlich, was die Musiker an technischen Fähigkeiten drauf haben und dass hier um einiges härter gerockt wird als bei Nightwish und Konsorten. In vorzüglicher Manier wird das Main-Riff durch den Song variiert, vorzüglich auch die Rhythmuswechsel. Simone Simons ist bestens bei Stimme und es gibt wohl keine Frau, die beim Headbangen besser aussieht als die mit der prachtvollen Löwenmähne gesegnete Holländerin.

Anschließend geht es bei „Sensorium“ vom Debütalbum ein wenig gemäßigter zur Sache, bevor bei „Menace Of Vanity“ wieder kräftig die Rüben geschüttelt werden dürfen. Dem wiederum folgt mit „Cry For The Moon“, inzwischen so etwas wie einem Klassiker der Band, ein Song, den dank der eingängigen „forever and ever“-Gesangspassagen alle mitsingen können. Die Stimmung ist prächtig und dementsprechend gesprächig zeigt sich nun auch Simone. „There are people from everywhere – even from Mexico, I think?“, fragt sie und auf ein „Yeah“ irgendwo aus den hinteren Reihen entgegnet sie lächelnd: „Yeah... I hear you“.
Dann fordert sie das Publikum für „Quietus“ noch mal zum Headbangen auf: „I wanna see some hair flying through the air.“ – Hehe, schön wär’s Simone, aber ich hab leider nicht mehr genug zum Durch-die-Luft-fliegen-lassen...

Gebangt wird natürlich trotzdem auch von meiner Seite aus, auch beim überlangen, vertrackten „Fools Of Damnation“, wie schon „Indigo/The Obsessive Devotion“ und „Menace Of Vanity“ vom recht progressiv geprägten „The Divine Conspiracy“, bei dem einmal mehr die technischen Fähigkeiten der Instrumentalisten zum Vorschein kommen.
Das Augenmerk bleibt in Gestalt von „Sancta Terra“ auch danach auf dieser Scheibe, vom im Oktober erscheinenden neuen Werk „Design Your Universe“ gibt es dagegen noch keine Kostprobe, aber Simone verspricht, dass sich Epica sofort nach Erscheinen dieser Scheibe auf Tour begeben werden.
Den Abschluss eines tollen Gigs bildet dann mit „Consign To Oblivion“ noch mal ein abwechslungsreiches, langes Stück, mit dem die Fans würdig verabschiedet werden. Ganz klar sind Epica eines der Highlights des Tages, das den lahmen Tristania-Auftritt mehr als wett macht.

Setlist:

- Indigo
- The Obsessive Devotion
- Sensorium
- Menace Of Vanity
- Cry For The Moon
- Quietus
- Fools Of Damnation
- Sancta Terra
- Consign To Oblivion

 

Doro

Zugegeben, eigentlich war die Mucke von Doro noch nie so richtig mein Fall und solche Peinlichkeiten wie das Auftreten beim RTL-Promiboxen haben nicht gerade dazu beigetragen, mich näher damit zu befassen, trotzdem sehe ich mir ihre Show mal an.
Und ich muss gestehen: Ich fand’s gar nicht mal so übel. Die Begleitband der Düsseldorferin ist super und Fräulein Pesch selbst ist einfach sympathisch, egal, wie man nun zu ihrer Musik steht. Knuffig auch ihre teilweise mitten im Satz zwischen Englisch und Deutsch wechselnden Ansagen.

Das Hauptaugenmerk liegt zunächst auf alten Warlock-Nummern wie „Für immer“, „Burning The Witches“ oder „True As Steel“, und bei „Celebrate“ gesellt sich dann noch Holy Moses-Frontdame Sabina Classen auf die Bühne. Außerdem werden „Night Of The Warlock“ und „Fight“ aufgetischt und als vorletztes Stück sogar der alte Judas Priest-Klassiker „Breaking The Law“, bei dem alle noch einmal ihre letzten Reserven mobilisieren.
Die brauchen sie auch, um beim abschließenden „All We Are“ aus vollem Halse mitsingen zu können. Ist übrigens mit gut dreieinhalb Liter Bier drin gar nicht mehr so einfach, den Text „all we are... all we are... we are... we are all... all we need“ richtig mitzusingen...

Spaß bringt es aber allemal, auch wenn ich sagen muss, dass der zu diesem Stück auf die Leinwand projizierte Text der von Produzent Olaf Stern geschriebenen und von Doro performten Hymne „We Are The Metalheads“ zu Wackens Zwanzigjährigem mal gar nicht geht: „We are, we are the metalheads/You think we are crass/But we kick ass/We are, we are the metalheads/We don’t wanna sound like you/’Cause our life is true“ ist eigentlich schon unterhalb der Schmerzgrenze, was grottigstes Schülerenglisch und vor Klischees triefende Platitüden anbelangt. Peinlich!

Dennoch ist der Gig selbst sehr unterhaltsam und „All We Are“ verschwindet nicht so schnell aus den Gehörgängen, zumal es für mich der letzte Song dieses Tages sein soll. Eigentlich war noch ein Besuch bei Amon Amarth geplant, doch da meine Leute nach Hause wollen, muss ich wohl oder übel darauf verzichten, wenn ich nicht nach Itzehoe laufen oder ein teures Taxi nehmen will. Macht nix, auf dem Summer Breeze werde ich die Wikinger dieses Jahr schließlich noch zu sehen und zu hören bekommen.  

Setlist:

- Für Immer
- I Rule The Ruins
- Burning The Witches
- True As Steel
- The Night Of The Warlock
- Fight
- Above The Ashes
- Burn It Up
- Celebrate
- Breaking The Law (Judas Priest-Cover)
- All We Are

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