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Wacken Open Air 2009

Ein würdiges Jubiläum

Motörhead

Zum Thema

Hammerfall

Was soll man zu Hammerfall großartig sagen? Für die einen sind sie mit ihrem Debüt „Glory To The Brave“ in den Neunzigern bekanntermaßen die Retter des Metal gewesen, für die anderen spielen die Schweden einfach nur grauenhaft kitschigen Schlager-Schunkel-Metal. Man kann sie also nur lieben oder hassen? – Nicht ganz, denn ich bin einer derjenigen, die irgendwo dazwischen stehen, da einige Songs durchaus zu gefallen wissen, andere sind mir dann aber eben doch zu seicht. 
Den echten Hammerfall-Fan interessiert diese Diskussion natürlich herzlich wenig und die Band wird ordentlich abgefeiert, bietet allerdings auch objektiv betrachtet eine tadellose Show. Man konzentriert sich verständlicherweise hauptsächlich auf brandneuen Stoff des jüngsten Outputs „No Sacrifice, No Victory“, der in Form von „Any Means Necessary“, „Hallowed Be My Name“ und „Life Is Now“ mit gleich drei Stücken bedacht wird.

Ansonsten wühlt man munter in der eigenen Discographie herum und präsentiert von fast jedem Album einen oder zwei Songs, unverzichtbare Klassiker wie „Renegade“, „Heeding The Call“ „Let The Hammer Fall“ und „Hearts On Fire“ kommen selbstredend zum Zuge. Schade nur, dass das Debüt, das ich persönlich für die eindeutig beste Scheibe halte, lediglich mit dem Titelsong bedacht wird; sicherlich eine Hymne vor dem Herrn und bestens zur Festivalstimmung geeignet, dennoch wären mir „The Metal Age“ oder „The Dragon Lies Bleeding“ lieber gewesen als diese subjektiv betrachtet etwas kitschige Nummer.

Nichtsdestotrotz alles in allem ein souveränes Konzert, bei dem Sänger Joacim Cans die Meute stets im Griff hat. Folgender Dialog mit dem Publikum zum Beispiel sorgte für einige Schmunzler: „Who sees Hammerfall for the first time?“ – Ein Großteil der Zuschauer: „Yeeeaaahhh!“ – Cans: „What the fuck have you been doing the last fifteen years?!“ 
Und auch die Ansage zu „Life Is Now“ trifft den Nagel so ziemlich auf den Kopf: „Maybe tomorrow you will have a hangover because of drinking too much beer, but you know, who fucking cares? – Life is now!“ 
Dies trifft sicherlich nirgendwo so zu wie bei einem Festival, wo es um Musik und Stimmung geht.  

Setlist:

- Blood Bound
- Renegade
- Hallowed Be My Name
- Last Man Standing
- Heeding The Call
- Glory To The Brave
- Life Is Now
- Any Means Necessary
- Riders Of The Storm
- Let The Hammer Fall
- Hearts On Fire

 

Motörhead

Motörhead spielen bekanntermaßen auch nicht gerade das erste Mal auf dem W:O:A. Bei den Engländern weiß man, was man zu erwarten hat und enttäuscht wird man eigentlich nie. Auch heute darf man sich wieder über die gewohnt trockenen, coolen Ansagen von Frontwarze Lemmy Kilmister amüsieren und sich eines Konzerts erfreuen, bei dem die Band die gewohnte Mischung aus neuem und altem Material zum Besten gibt; eine Aufgabe, die bei der mittlerweile 19 Studioalben umfassenden Discographie von Jahr zu Jahr auch nicht unbedingt leichter werden dürfte. 

Los geht es mit zwei alten Klassikern: „Iron Fist“ und „Stay Clean“, bevor sich die Band in Form von „Rock Out“ vom aktuellen Album „Motörizer“ und „Be My Baby“ von dessen Vorgängerscheibe „Kiss Of Death“ neuerem Material zuwendet.
In ähnlicher Form geht es dann auch weiter: „Metropolis“ und „Over The Top“ sind wiederum zwei alte Evergreens, „One Night Stand“ und „The Thousand Names Of God“ gehören hingegen zur Fraktion neuer Stücke, letzteres erneut von der neuesten Scheibe „Motörizer“.

Bei „In The Name Of Tragedy“ darf sich Mikkey Dee mit einem Solo hinter den Kesseln dann so richtig austoben, bevor die lechzende Masse zum Ende dann die absolut unverzichtbaren Oberknaller vorgesetzt bekommt: „Going To Brazil“, „Killed By Death“ (bei dem die Tanzeinlage der heißen Fuel Girls insbesondere den männlichen Zuschauern die Show auch optisch noch versüßt) und natürlich „Ace Of Spades“ sowie „Overkill“ dürfen einfach nicht fehlen. „Bomber“ und „Damage Case“ wären natürlich auch noch cool gewesen, aber man kann halt nicht alles haben.
Können Motörhead überhaupt schlechte Shows spielen? – Wahrscheinlich nicht. Überraschungen bleiben nach einer über dreißigjährigen Bandgeschichte selbstverständlich aus und natürlich ist vieles mittlerweile Routine, nichtsdestoweniger ist das Trio immer noch bestens in Form. Faszinierend ist nur jedes Mal wieder, dass lediglich drei Leute eine solche Lautstärke fabrizieren können. Auf die nächsten 35 Jahre Motörhead!

Setlist:

- Iron Fist
- Stay Clean
- Rock Out
- Be My Baby
- Metropolis
- Over The Top
- One Night Stand
- The Thousand Names Of God
- Another Perfect Day
- In The Name Of Tragedy (incl. Drum Solo)
- Just ’Cos You Got The Power
- Going To Brazil
- Killed By Death
-----------------------------------------
- Ace Of Spades
- Overkill

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