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Wacken Open Air 2009

Ein würdiges Jubiläum

Nevermore

Zum Thema

Tristania

Von Tristania kann man das leider nicht gerade behaupten. Was ist denn aus denen geworden? Meine Erwartungen waren sowieso nicht besonders hoch, einmal, weil mit Vibeke Stene das Aushängeschild der Band – hinzu kommen weitere diverse Line-up-Wechsel in letzter Zeit – nicht mehr dabei ist (aber okay, man sollte fairerweise ja stets zumindest versuchen, einem Neuzugang eine Chance zu geben); doch hauptsächlich, weil die Qualität des Materials seit dem großartigen Album „World Of Glass“ einfach rapide abgenommen hat. Von daher interessieren mich die Songs von den beiden höchstens durchschnittlichen Alben „Ashes“ und „Illumination“ nicht wirklich und Klassiker wie „World Of Glass“ und das an sich wundervolle „Beyond The Veil“ (nicht mal vollständig gespielt, die Chöre fehlen) sind nur noch ein Schatten ihrer selbst. 

Es scheint, mit Vibekes Abgang ist die komplette Magie dieser Band verlorengegangen: Die neue Frontfrau Mariangela Demurtas passt einfach überhaupt nicht zur Atmosphäre dieser Band. Sie singt aggressiver als ihre Vorgängerin, bekommt in den Höhen allerdings massive Probleme und kann ihr an Eleganz und Charisma sowieso nicht das Wasser reichen – auch wenn von Anfang an klar war, dass dies wohl auch kaum möglich sein würde.
Von der gesamten Performance her jedoch ist das alles kein Stück mitreißend oder gar mystisch, sondern schlichtweg langweilig und ohne jeden Zauber, wozu auch noch Soundprobleme ihren Beitrag leisten. Schade, diese schwache Kür einer der einstmals besten Gothic-Metal-Bands ist eine der größten Enttäuschungen des Festivals.

Nevermore

Auf Nevermore habe ich mich schon lange gefreut, da ich die Band bislang noch nie live gesehen habe. Im Nachhinein hieß es zwar von mehreren Seiten, der Sound sei eher schwach und Fronter Warrel Dane nicht in Bestform gewesen, aber davon kriege ich – mag sein, dass es daran liegt, dass ich weiter hinten stehe – nicht viel mit. An der Stelle, wo ich stehe, ist der Sound okay und ich bange mich zu perfekten thrashig-progressiven Rübenabmontierern wie „The River Dragon Has Come“, „Dead Heart In A Dead World“, „Enemies Of Reality“ (dieser Chorus ist einfach der Hammer und will nicht aus den Gehörgängen verschwinden) oder dem finalen „Born“ kräftig ins Nirvana. Schön, dass die Amerikaner außerdem auch das mitreißende Epos „The Seven Tongues Of God“ spielen, sowie die sanftere Nummer „The Heart Collector“, bei der Warrel Dane alle Jungs auffordert, ihre Partnerinnen in den Arm zu nehmen (geht bei mir leider gerade nicht).  

Ob Soundprobleme oder nicht, für mich waren Nevermore eines der persönlichen Highlights des Festivals. Warrel Danes melancholische Art zu singen und Jeff Loomis’ unglaubliches Gitarrenspiel (die Solopassagen und die Sweepings sind nicht von dieser Welt) machen diese Band einfach einzigartig und wenn nichts dazwischenkommt, wird es garantiert nicht der letzte Auftritt gewesen sein, den ich mir von dieser Combo reingezogen habe. 

Airbourne

Anschließend gibt’s eine old-schoolige Portion Hard Rock von den Jungspunden von Airbourne, auf die ich mich natürlich ebenfalls schon tierisch gefreut habe. Schließlich sind die Australier immer ein Garant für allerbeste Unterhaltung, wie sie bereits auf dem letztjährigen Wacken unter Beweis gestellt haben. 
Ja, die Band mag für viele nicht mehr als ein AC/DC-Klon sein, aber in diesem Fall ist mir das so was von scheißegal, weil die Songs nun einmal stark sind und die Band wie schon im Vorjahr wieder mit einer unglaublich energiegeladenen Show glänzt.
Dementsprechend ist auch die Stimmung: Der leicht matschige Sound interessiert niemanden, genauso wenig wie die Tatsache, dass Airbourne im Prinzip die gleiche Setlist wie beim W:O:A 2008 zocken – bei Stücken wie „Stand Up For Rock’n’Roll“, „Hellfire“, „What’s Eatin’ You“ oder „Heartbreaker“, sowie der Säuferhymne „Too Much, Too Young, Too Fast“ grölt jeder mit, reckt die Fäuste in die Höhe und feiert sich und die Band nach allen Regeln der Kunst ab.

Auch dieses Jahr lässt es sich Joel O’Keeffe übrigens wieder nicht nehmen, einige halsbrecherische Kletteraktionen auf der Bühnenkonstruktion zu wagen, so klettert er während „Girls In Black“ an der Seite der Bühne hoch, spielt oben ein Solo und macht sogar noch einen Klimmzug. Völlig verrückt – aber wenn das nicht Rock’n’Roll ist, weiß ich auch nicht. Bin auf jeden Fall mal gespannt, was vom neuen Album zu erwarten ist und ob man dort wieder mit solch phantastischen Songs aufwarten kann. Abwarten, bis dahin gilt, wie sich heute gezeigt hat: Die Leute haben sich am Debüt „Runnin’ Wild“ noch längst nicht satt gehört.

Setlist:

- Stand Up For Rock’n’Roll
- Hellfire
- Fat City
- Diamond In The Rough
- What’s Eatin’ You
- Girls In Black
- Cheap Wine & Cheaper Women
- Heartbreaker
- Too Much, Too Young, Too Fast
- Blackjack
- Runnin’ Wild

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