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Wacken Open Air 2009

Ein würdiges Jubiläum

Ohne Iblis: Endstille

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Freitag, 31. Juli 2009

Wenn man nicht aus dem Knick kommt, verpasst man Bands. So ist das dann auch bei mir im Falle UFO – aber die habe ich ja auch schon auf dem Rock Hard Festival gesehen und der Auftritt damals riss nun nicht gerade vom Hocker. Also was soll’s... Der Kontrast, der auf mich zugekommen wäre, wäre ohnehin nicht zu überbieten gewesen, denn danach stehen Endstille auf dem Plan.

Endstille

Bei den Kielern ist dann erst mal Augenreiben angesagt. Also, der Typ, der da am Mikro steht, ist nicht wirklich Iblis, und dass da ein zweiter Gitarrist auf dem Brettern steht, wird mir irgendwie auch erst nach mehrmaligem Hinsehen klar. Allerdings hatten Endstille bereits im Vorfeld angekündigt, bei den Sommerfestivals mit einem zweiten Gitarristen agieren zu wollen – es handelt sich um Nocturnal Overlord, einen Freund der Band –, doch wer ist nun der Mann mit der roten Mähne an den Vocals?

Nun, es stellt sich heraus, dass Iblis wohl verhindert ist (inzwischen ist klar, dass er komplett aus der Band raus ist – Anm. d. Verf.), und dafür ist Mannevond von Koldbrann eingesprungen; er hat sich das komplette Set angeblich innerhalb von nur zwei Tagen reingepfiffen – dafür auf jeden Fall Respekt. Er macht seine Sache auch wirklich gut; keift und krächzt vielleicht nicht ganz so fies wie Iblis, aber Iblis ist in der Hinsicht nun mal ziemlich einzigartig. Immerhin hat die Band, bei der ich noch gar nicht wusste, dass Lars Wachtfels mittlerweile einen solchen Rauschebart trägt – damit und mit der Sonnenbrille sieht er ein bisschen wie eine Mischung aus Jim Morrison kurz vor seinem Ableben und einer von ZZ Top aus –, ihren Auftritt trotz des Ausfalls ihres Frontmanns nicht abgesagt, sondern trotzdem durchgezogen. Klassiker wie „Endstilles Reich“ und „Dominanz“ fehlen einem zwar schon, aber wenn der gute Mannevond wirklich nur zwei Tage hatte, kann man ja nicht alles verlangen. Zumindest werden dank Iblis’ Abstinenz diesmal keine Ferkel zerlegt und Songs wie „Bastard“, „Der Ketzer“ und natürlich das von dem Sample „The German radio has just announced that Hitler is dead“ eingeleitete „Frühlingserwachen“ provozieren bei annehmbarem, wenn auch nicht optimalem Sound selbstredend schon den ein oder anderen Moshpit.

Die Auftrittszeit ist mit 13 Uhr für eine Black-Metal-Band wie Endstille vielleicht nicht unbedingt die glücklichste, viele hätten sich den Gig eher des Nachts gewünscht, aber immerhin ziehen zum Gig der Kieler ein paar dunkle Wolken über den Himmel und es fängt an zu nieseln. Wäre ja auch noch schöner, wenn bei dieser Zerstörungsorgie die Sonne scheinen würde! 

Gamma Ray

Die allerdings kommt dann pünktlich zu Gamma Ray wieder zum Vorschein. Puh, jetzt muss man sich doch erst einmal wieder ganz schön umgewöhnen, von fiesestem Black Metal zu fröhlich-Partytauglichem Melodic Speed Metal ist es ja nun wirklich kein kleiner Schritt.
Doch wen interessiert das – auf einem Festival muss man schließlich flexibel sein und Kai Hansen und Co. haben mit dem Klassiker „Heavy Metal Universe“ (angereichert mit Teilen aus dem Helloween-Evergreen „Ride The Sky“) das Publikum ganz schnell auf ihrer Seite.
Im weiteren Verlauf präsentieren die Norddeutschen einen ganz guten Querschnitt durch ihr Schaffen, bei dem beinahe alle Alben berücksichtigt werden, wenngleich großartige Überraschungen dann doch außen vor bleiben. Völlig unverzichtbar selbstverständlich sind Songs wie „Rebellion In Dreamland“ und „Man On A Mission“ vom Überfliegeralbum „Land Of The Free“, das wohl jeder Fan als das beste bezeichnen dürfte, genauso wie das unkaputtbare „Heaven Can Wait“ vom Debütalbum „Heading For Tomorrow“ und „Somewhere Out In Space“.  

Ansonsten gibt es an etwas jüngerem Material „New World Order“ vom „No World Order“-Album und „Into The Storm“ von „Land Of The Free II“; mit „To The Metal“ hat Hansen dann allerdings doch noch ein As im Ärmel, denn dieses Stück ist brandneu und wird auf der noch für 2009 angekündigten neuen Scheibe zu finden sein.
Während des Auftritts laufen auf der Videoleinwand einige lustige Filmchen, die die Herren hauptsächlich beim Blödsinn-machen auf Tour zeigen (sehr geil: Bassist Dirk Schlächter, wie er grinsend seinen Bauch einzieht und ausfährt) und die genau wie Hansens wie immer coole Ansagen für den ein oder anderen Schmunzler sorgen dürften.
Als die Band dann noch die beiden alten Helloween-Gassenhauer „Future World“ und „I Want Out“ auspackt, gibt es kein Halten mehr, besonders bei letzterem Song, der einfach eine Hymne für die Ewigkeit darstellt, brüllen alle nach Herzenslust mit. 
Mit dem ebenfalls eingängigen „Send Me A Sign“ verabschiedet sich die Band und es bleibt abschließend nur zu sagen, dass Gamma Ray einfach nicht viel falsch machen können. Auch heute war es wieder ein unterhaltsamer und kurzweiliger Auftritt – die Jungs machen einfach immer Laune.

Setlist:

- Welcome
- Heavy Metal Universe / Ride The Sky
- New World Order
- Rebellion In Dreamland 
- Man On A Mission
- Into The Storm
- Heaven Can Wait
- To The Metal 
- Future World
- I Want Out
- Somewhere Out In Space
---------------------------------------
- Send Me A Sign

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