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Wacken Open Air 2009

Ein würdiges Jubiläum

Letzter Auftritt: Running Wild

Zum Thema

Donnerstag, 30. Juli 2009

 

Als wir – ein Kumpel, seine komplette Familie (!) und ich – am Donnerstag nachmittag ankommen, scheint tatsächlich die Sonne und es keimt in mir die Hoffnung auf, dieses Festival tatsächlich einmal ohne Regen zu erleben. Sicher, ein sehr optimistischer, wenn nicht gar naiver Wunsch gerade hier im hohen Norden, aber man wird ja noch träumen dürfen. 

Zunächst müssen wir uns trennen, da ich mich zum Presse-Check-in begeben muss, um mein Bändchen zu bekommen. Der Weg dorthin entpuppt sich als eine kleine Odyssee, die mich den ersten, für mich geplanten Act – D-A-D – kostet, da man den Check-in natürlich unbedingt an einen anderen Ort, der sich irgendwo hinter einem Waldweg am Arsch der Welt befindet, verlegen musste, anstatt ihn wie vorher auch, einfach am Ortseingang beim Edeka zu lassen.
Aber sei’s drum, D-A-D habe ich dieses Jahr auf dem Rock Hard Festival schon gesehen, somit kann man das verschmerzen. 

Für mich ist daher nun angesagt, erst mal die Gegend zu erkunden und ein paar Kumpels auf dem Zeltplatz ausfindig zu machen, ich selbst habe nämlich das Glück, im Haus meiner Reisegefährten in Itzehoe nächtigen zu dürfen, was sicherlich ein gewisser Vorteil ist, wenn man vorhat, sich so viele Bands anzusehen, wie ich es geplant habe.
Zusammen ziehen wir uns dann erst mal die Wacken Firefighters rein – einmal muss man sich das einfach gegeben haben. Und natürlich hat das einen gewissen Witz, wenn vorne ein weißhaariger, älterer Mann ein Blasorchester dirigiert, sich hin und wieder zum Publikum umdreht und mit beiden Händen die Pommesgabel präsentiert und wenn dazu langhaarige, grinsende Kuttenträger headbangen, als handle es sich um ein Slayer-Konzert.

Lacuna Coil

Der erste „richtige“ Auftritt, den ich mir dann ansehe, ist der von Lacuna Coil. Ursprünglich wäre das gar nicht möglich gewesen, weil die Italiener eigentlich parallel zu Heaven & Hell spielen sollten, aber da Anthrax sich wieder mal von ihrem Sänger getrennt haben, fielen diese flach und es wurde zeitlich etwas umdisponiert, so dass man nun in den Genuss beider Bands kommen konnte. 
Zwar spielten vorher noch Running Wild auf der Black Stage, aber da es sich bisher noch nicht ergeben hat, dass ich mit deren Mucke in Berührung gekommen bin, kriege ich das nur am Rande mit und somit entgeht mir das Abschiedskonzert der Piraten-Metaller. Wer weiß, ob ich das in ein paar Jahren noch bereuen werde...

Was allerdings Lacuna Coil in den letzten Jahren an Alben fabriziert haben, habe ich auch nicht mehr so richtig verfolgt; die letzte Platte „Shallow Life“ habe ich noch gar nicht gehört und die davor, „Karmacode“, auch nur einmal – irgendwie ist mir das inzwischen zu glatt, zu vorhersehbar und zu kommerziell geworden. „Comalies“ allerdings ist echt ein gutes Album und so gehe ich denn auch gerne hin, schon wegen Cristina Scabbia lohnt es sich ja. Die schöne Frontfrau ist auch am heutigen Tage wieder bestens bei Stimme und lässt ihren Gesangspartner Andrea Ferro wie immer alt aussehen. Dazu sollte allerdings erwähnt werden, dass ich mit dessen Stimme noch nie etwas anfangen konnte und schon immer dafür war, den endlich mal auszutauschen. Aber da er Gründungsmitglied der Band ist, wird das wohl nicht passieren.

Doch wie dem auch sei: Trotz einsetzenden Regens lassen sich die Leute die Stimmung nicht vermiesen – Regen in Wacken ist halt so sicher wie das Amen in der Kirche, was soll man sich noch großartig drüber aufregen; ich für meinen Teil entdecke zu meinem Glück sogar noch, dass ich rein zufällig tatsächlich einen Schirm im Rucksack habe – und feiern das Sextett gebührend ab, wobei die meisten Anwesenden die neuen Sachen offensichtlich besser kennen als die alten, denn nach meinem Eindruck geht man bei Songs wie „Fragments Of Faith“, „Our Truth“ oder „Fragile“ mehr ab als bei „Swamped“ oder „Heaven’s A Lie“. Arme Unwissende, gerade die letztgenannten beiden Stücke sind ganz klar mit das beste Material von Lacuna Coil, wobei bei „Enjoy The Silence“ die Stimmung ihren Höhepunkt erreicht – ausgerechnet bei einem Cover der besonders von Cristina so geschätzten Depeche Mode; dieses Stück allerdings kennt ja auch wirklich jeder. 

Insgesamt jedenfalls handelt es sich um einen routinierten Auftritt der Mailänder, nicht mehr und nicht weniger. Wie erwähnt, wirkt das Ganze auf mich inzwischen zu steril und zu durchgestylt, das gilt für die Liveauftritte leider genauso wie für die aktuellen Platten. So phantastisch Cristina auch singt – so richtig will der Funke nicht überspringen.

Setlist:

- Survive
- Fragments Of Faith
- Closer
- I’m Not Afraid
- Swamped
- Fragile
- I Won’t Tell You
- Heaven’s A Lie
- Enjoy The Silence (Depeche Mode-Cover)
- Not Enough
- Spellbound
- Our Truth

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