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In Extremo

Meine Güte, sind In Extremo inzwischen groß geworden, es ist immer wieder erstaunlich! Vor neun oder zehn Jahren waren sie die erste Metalband, die ich live gesehen hatte, damals als Vorband von Apocalyptica auf der beschaulichen Hamburger Stadtparkbühne. Tja, wie die Zeit vergeht...
Inzwischen ist die Band so gefragt, dass es selbst vor der True Metal Stage gerappelt voll ist, obwohl die Mittelalter-Rocker nebenan auf der Black Stage spielen. So richtig Spaß macht das auf diese Weise eigentlich nicht, aber letztlich lässt man sich dann doch von einer sichtlich gut gelaunten Band mitreißen. Michael Rhein alias Das Letzte Einhorn scheint äußerst ergriffen von der Megakulisse und punktet mit vielen lustigen Ansagen, so meint er bei „Ai Vis Lo Lop“, wer den Text nicht könnte, solle einfach „lalala“ mitsingen, das würde er auch manchmal machen, wenn er den Text vergessen hat. Später dann meint er: „Tut mir leid, das Schlagzeug ist kaputt, wir müssen aufhören“, was er natürlich sogleich als kleinen Scherz offenlegt.

Es mag in der Menschheitsgeschichte bessere Witze gegeben haben, aber zumindest zeigt dies die Lockerheit und Souveränität, mit der der Frontmann die Menge im Griff hat, mal abgesehen davon, dass Rhein einfach eine unglaublich sympathische Ausstrahlung hat. Stimmlich zeigt er sich ebenfalls in guter Form, was aber ebenso für sämtliche Instrumentalisten gilt – es ist schon beeindruckend, wie da zwischen Harfe, Hackbrett, Dudelsäcken, Pfeifen und Schalmeien gewechselt wird.
Ein wirklich gutes Konzert einer spielfreudigen Band, bei dem mit „Sängerkrieg“, „Mein Rasend Herz“, „Ave Maria“ und „Vollond“ wichtige und starke Nummern zur Geltung kommen, auf der anderen Seite aber ein Klassiker wie „Spielmannsfluch“ schon schmerzlich vermisst wird.

Setlist:

- Sieben Köche
- Frei zu sein
- Vollmond
- Sängerkrieg
- Poc Vecem
- Ave Maria
- Ai Vis Lo Lop
- En Esta Noche
- In diesem Licht
- Flaschenpost
- Mein rasend Herz
- Villeman Og Magnhild

 

Volbeat

Wie viele Leute zu Volbeat wollen, ist dann aber schon geradezu beängstigend. Die Dänen haben im letzten Jahr mit „Guitar Gangsters & Cadillac Blood“ ihr drittes Album veröffentlicht und stehen momentan ganz offensichtlich im Zenit ihrer Karriere – jedenfalls strömen die Leute in Richtung Bühne, als würde hier eine Beatles-Reunion stattfinden.

Ich allerdings stelle mir die Frage: Wieso? Was an dieser Mischung aus Heavy Metal und Rock’n’Roll-Elementen so toll sein soll, erschließt sich mir nicht so ganz. Bei dem Hype, der momentan um diese Band herrscht, hatte ich irgendwie mehr erwartet und bin ein wenig enttäuscht. Neues ist hier nichts zu hören und die viel gerühmten Southern-Rock-Einflüsse kann ich außer bei „Sad Man’s Tongue“ (das allerdings ist wirklich gut gemacht) nicht wirklich erkennen. Der Rest ist irgendwie mehr oder weniger Einheitsbrei und plätschert so nebenbei an einem vorbei. Der Opener „Hallelujah Goat“ ist recht treibend und vermag auch mir das ein oder andere Zucken zu entlocken, dagegen sind Stücke wie „Radio Girl“ (besserer College Rock), „Pool Of Booze“ (belanglos) und „The Garden’s Tale“ (nervige, Pseudo-Hymnen-hafte Gesangslinien) irgendwo zwischen Durchschnitt und darunter. Das alles jedoch wird damit schön geredet, dass Michael Poulsens Stimme ja ach so Elvis-like wäre und die Band deswegen so einzigartig. Aber erstens: Das allein macht den Kohl auch nicht fett und zweitens finde ich die Ähnlichkeit gar nicht mal so signifikant.
Aber Geschmäcker sind bekanntermaßen verschieden und mit meiner Meinung dürfte ich ziemlich alleine dastehen. In jedem Fall hat es etwas unzweifelhaft Komisches, wenn Tausende von Leuten eine Band abfeiern, bangen und mitsingen und man sich selbst mit einem müden Gähnen fragt, was die ganze Aufregung eigentlich soll...

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