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Tarja, The Name im Konzert (Düsseldorf, Mai 2014)

Ohne Glanz und Glamour, aber mit Glorie

Tarja

Was haben sich im Vorfeld der Tour doch wieder einige „Fans“ das Maul zerrissen: Tarja sei abgehoben, auf der Bühne recht unwillig bis launisch, überflüssig bis nicht zu ertragen. Nichts von dem ist heute Abend in Düsseldorf zu spüren, auch wenn in der Umbaupause ein dicker Vorhang den Blick nach vorn verhindert. Große Überraschungen sind da aber nicht zu entdecken, denn die Bühne wirkt richtig aufgeräumt, im Mittelpunkt steht eh schnell die Ex-Nightwish-Chanteuse Tarja herself, wobei man da auch schnell Drummer Mike Terrana Unrecht tut, stiehlt er doch hinter seinen geschickt angeordneten Kesseln fast allen anderen die Show – Drummer und Mr. Spirentzchen in Union.

In den Fokus rutscht aber auch Cellist Max (ex-Apocalyptica), der fast schon im Hotspot auf der linken Bühnenseite das volle Schweinwerferlicht abbekommt und zwischendurch sogar mit Szeneapplaus willkommen geheißen wird.

Um es vorweg zu nehmen: Tarja erweist sich als die Grand Dame der Symphonie, erhaben und nahbar zugleich, wirkt gelöst, freudig überrascht bis erregt und glänzt mit einer dermaßen überzeugenden Coolness und Lässigkeit, welche die eingangs erwähnte Lästereien geradezu pulverisieren. Eines ihrer Lächeln gilt dann ganz sicher dem Umstand, dass die Fans sich nun nicht mehr an die Sitzordnung halten und vor ihren Stühlen fleißig mitfeiern, was insofern verwunderlich ist, als dass nicht alles gleich nach vorn stürmt, da auch keine Sicherheits- oder Pressegraben die Fans zurückhalten könnten. Erst zur Zugabe gibt es dann kein Halten mehr, immer mehr wird die spießige Sittsamkeit ad acta gelegt und der Drängelei vorne gefrönt – ganz zur Freude von Tarja Turunen, die sich so manches Mal bis an den Bühnenrand begibt und die Fans abklatscht – nah dran und doch diszipliniert, das ganze.

Viel überzeugender für eine Liveshow aber stellt sich neben der Setlist, die nur das Debüt ausspart und ansonsten alle drei weiteren Alben berücksichtigt, heraus, dass die Truppe mit einem neu arrangierten „Damned And Divine“ aufwartet oder aber das „Never Enough“ von der Band mit einem unerwartet langen Finale ausgestattet wird. Die Fans haben natürlich Spaß, nicht nur fetter Applaus belegt das, sondern auch das ständige Mitklatschen oder die immer wieder auftauchenden Pommesgabeln können als Beweis herhalten.

„Fantastisch“, so Tarja immer wieder, der man durchaus abnehmen kann, dass sie mit solch emotionalen Rückmeldungen nicht wirklich gerechnet hat. „Zugabe, Zugabe“ – das ist klar, so einfach lassen die Fans Tarja und ihre Mitstreiter nicht entkommen, werden gleich mit dem mit reichlich orientalischen Klängen angereicherten „Victim Of Ritual“ überrascht und bei dem Coversong „Over The Hills And Far Away“ auf die Textsicherheit hin überprüft. Das größte Dankeschön aber ist die ungeplante Zugabe „Ciarán's Well“, welche dann auch den Abend unter lautem Jubel beschließt.

Setlist:

Intro Deliverance
In For A Kill
500 Letters
Damned And Divine
Falling Awake
I Walk Alone
Anteroom Of Death
Never Enough
Darkness (Peter Gabriel-Cover)
Neverlight
Mystique Voyage
Die Alive
Deliverance
Medusa
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Victim Of Ritual
Over The Hills And Far Away (Gary Moore-Cover)
Until My Last Breath
Ciarán's Well
Outro

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