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Tarja, Leaves’ Eyes, Markize im Konzert (Bochum, Mai 2011)

Frauenpower pur macht aus der Matrix einen wahren Hexenkessel

Tarja wickelt charmant und mit drei Oktaven alle um ihre Finger

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Tarja

Die Matrix gleicht nun einem Backofen, es ist heiß und doch schafft es die Anspannung auf den nun heutigen Hauptact, dass einem doch hin und wieder kalte Schauer den Rücken herunter laufen. Die, die nun seit dem Einlass die ersten Reihen bewohnen, rücken nicht einen Zentimeter ab. Zu kostbar ist der Platz in den ersten Reihen, auch wenn der Körper nun eigentlich massig Wasser braucht, weil es in den ersten Stunden hier nun auch verbraucht wurde. Die Matrix hat ein Einsehen und verteilt Wasserflaschen, die durch die Reihen wandern. Als diese dann leer sind, gibt es Becher, die immer und immer wieder mit Wasser gefüllt werden. Danke hiermit an die Matrix, die sich um ihr Publikum und für dieses sorgt.

Es kann also losgehen, und das geht es sturmartig. Mit „ Anteroom of Death“ betritt Tarja die Bühne. In einem schwarzen, langen Mantel verzaubert sich blitzartig das gesamte Publikum in der Matrix, ob männlich, ob weiblich oder nur der Begleiter an diesem Abend. Es ist ausverkauft, die Matrix bis auf den allerletzten Stehplatz gefüllt und die Stimmung im Publikum könnte nicht besser sein. Ab jetzt wird jeder Song Wort für Wort mitgesungen. Die ersten drei Songs vergehen wie im Flug und anschließend verschwindet Tarja hinter die Bühne und kehrt ohne ihren Mantel wieder zurück. Für diesen dürfte es auch wahrhaft zu warm sein. Zu ihren zwei Ventilatoren gesellt sich mit der Hilfe eines Crewmitglieds schnell ein dritter. Aber Tarja bekundet auch, dass sie es mag, wenn es warm ist. Den fünften Song an diesem herrlichen Abend, „I Walk Alone“, widmet Tarja heute ihrem Winterstorm Fan Club, dem sie viel zu verdanken habe. Sie ist so charmant, wie authentisch. Man muss diese Frau einfach lieben. Die Qualität ihrer Stimme stimmt auch heute wieder bis ins Detail, wirklich bezaubernd.

Das sie aber nicht immer im Mittelpunkt stehen muss wird deutlich, als Mike Terrana zu seinem Schlagzeugsolo ansetzt. Das, was es nun auf die Ohren gibt, ist Schlagzeugkunst pur. Wie in einen Rausch steigert sich Mike Minute um Minute hinein. Sich verneigend weist er scheinbar auf das Ende hin, welches aber nur ein Trugschluss war. Er hat noch mehr drauf und mit der eingespielten Melodie von Bonanza gibt er nochmals alles. Jeder, der heute hier steht, bekommt es ordentlich bezahlt.

Mit „The Siren“ gibt es nun ein Nightwish-Cover auf die Ohren, von dem selbstverständlich auch jede Silbe mitgesungen wird. Es wird gefeiert, gejohlt und es scheint, als würde es heute kein Ende geben. Dann gibt es noch etwas ganz Besonderes: ein akustisches Set wird vorbereitet. Die gesamte Band findet sich mit Gitarren, Cello und Trommeln im vordere Bereich der Bühne zusammen. Nur ein Gitarrist fehlt anfangs. Tarja erzählt, dass es ihm heute furchtbar schlecht ginge und sie hoffe, dass er zurück kommt. Alle sollen ihm „good vibes“ schicken. Nach dem Nightwish-Cover „Higher Than Hope“ kehrt Doug Wimbish tatsächlich zurück, bleicher als der Tod. Kompliment an dieser Stelle für die Rückkehr. Weiter geht es rockig. Die Matrix kocht, das Publikum ist begeistert und der Abend sollte eigentlich niemals enden.

Und doch geht es nun gegen 0 Uhr auf die letzten Songs zu, und mit „Until My Last Breath“ ist dann auch wirklich keine Luft mehr zum Atmen in der Halle. Es war ein geniales Konzert vor einer nun im neuen Licht leuchtenden Matrix. Mehr kann man sich für ein Konzert nun wirklich nicht wünschen. Auch die Fans der ersten Reihen lösen sich nun fix auf und entschwinden gen Merchstand, denn dort wird es sicher noch die eine oder andere Begegnung geben.

Setlist:

Anteroom of Death
My Little Phoenix
I Feel Immortal
Dark Star
I Walk Alone
Falling Awake
Drum/Instrumental Solo
Little Lies
Underneath
The Siren (Cover Nightwish)

Acoustic Set:
Higher Than Hope (Cover Nightwish)
We Are
Minor Heaven
The Archive of Lost Dreams

Ciaran's Well
In for a Kill
End of All Hope (Cover Nightwish)
Die Alive
Until My Last Breath

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