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Sacred Reich, After All, Degradead im Konzert (Bochum, Juni 2012)

Mucke und Fußball-EM vertragen sich nur bedingt

Degradead können nichts reißen

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Ein Wochentag ist ja schon nicht immer die beste Zeit für ein Thrash-Konzert, zumal in der Zeche Bochum ja auch früh angefangen und früh aufgehört wird. Wenn dann noch der Fußball-EM-Spielplan die Partie Deutschland vs Niederlande hergibt, dann ist das auch für die beinharte Fanszene eine arge Belastungsprobe – wie in Bochum halt, als Sacred Reich einluden und ähnlich wie in Hamburg knapp 300 Fans zugegen sind bzw. waren. Für den Headliner eine noch angenehme Sache, für After All nur noch bedingt, für den Opener Degradead eine Katastrophe.

Degradead

Da sind die Schweden Degradead eigentlich auf ihrer Promo-Tour für ihre aktuelle Platte „A World Destroyer“, wähnen sich im Vorprogramm von Sacred Reich an der Sonne und müssen zumindest in der Bochumer Zeche den harten Boden der Realität küssen. Nur wenige Anwesende betreten überhaupt erst die Halle, die meisten sitzen entweder rauchend im Biergarten, diskutieren am Merchstand oder, welch Überraschung, postieren sich schon vor dem Bildschirm, um bloß keine Sekunde vom Fußballspiel Deutschland gegen die Niederländer zu verpassen.

Aber auch dem Großteil der Unentwegten geht die Stockholmer Truppe weitestgehend am Allerwertesten vorbei, die sich allerdings nicht geschlagen geben will und alles in die Waagschale wirft, was da frustrierend zu werfen ist – sie spielen trotz der beschränkten Zeit einen Mix ihrer drei Alben und legen den Schwerpunkt nicht lediglich auf das letzte Werk, sie nutzen den knapp bemessenen Platz auf der Bühne – doch egal, wie sehr sich die Schweden auch ins Zeug legen, der Melodic Death Metal mit einiger In Flames-Schlagseite lässt keine Stimmung aufkommen.

Doch ganz stimmt das jetzt auch nicht, denn zwei Fans lassen es sich nicht nehmen, ausgiebigst zu feiern und mitzusingen, bei „Human Nature“ rempeln sich gleich fünf Metalheads durch die Gegend – nun, wenigstens diese haben Spaß, einige weitere nicken gefällig, die meisten aber gefallen sich in ihrer zurückhaltenden Art. Degradead lassen aber nicht locker, fordern ein paar Pommesgabeln ein und ernten in Relation zu den Anwesenden bei „Burned“ auch ordentlich ab, Fronter Mikle kühlt sich seine Birne auch schon mal mit einem ordentlichen Schluck aus der Wasserflasche – unterm Strich aber können die Schweden wenigstens versöhnlichen Applaus einheimsen, denn mehr ist einfach nicht drin heute Abend.

Setlist:

Take Control
Wake The Storm
Achieve The Sky
No One Prevail
Human Nature
Burned

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