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Rock Hard Festival 2015

Are you guys ready auf den Rängen?

Motorjesus

Keine Frage, Deserted Fear haben einen absolut fantastischen Auftritt hingelegt und ohne jeden Zweifel etliche neue Fans hinzugewonnen. Doch wenn man weiß, wie Motorjesus vor drei Jahren, als sie an exakt derselben Position spielten, abgeräumt haben, muss man sich keineswegs Sorgen machen, dass die Mönchengladbacher Heavy Rocker deswegen einen schweren Stand hätten. Für Erheiterung sorgen sie bereits beim Soundcheck, als sie David Hasselhoffs „Looking For Freedom“ zum Besten geben, was sie übrigens ebenfalls bereits vor drei Jahren taten.

Frontmann Chris Birx ist nach seiner Herzoperation vor zwei Jahren schon längst wieder der Alte und kommt ebenso sympathisch wie unterhaltsam herüber. Zwar hat er diesmal keine Aldi-Tüte mit Bier dabei, denn der Veranstalter habe ihnen untersagt, wieder Glasflaschen zu verteilen, dafür jedoch ein Bounty, das er dann auch kurzerhand ins Publikum wirft, mit dem Zusatz „Ich habe auch noch ein paar geschmolzene Snickers in der Tasche“. Manchen Leuten ist lockeres Kommunizieren mit dem Publikum bekanntlich einfach gegeben und zu diesem illustren Kreis darf sich der Motorjesus-Fronter auf jeden Fall hinzuzählen – auch wenn er meint, er sei genauso nervös wie 2012. „Ich dachte, ich sei vielleicht ein bisschen cooler geworden, aber Arschlecken“, so Chris in seiner bodenständigen, liebenswert schnoddrigen Art.

Gesanglich ist aber alles in Butter, auch wenn er übertrieben selbstkritisch nach dem Gig meint, er sei mit seiner Leistung nicht zufrieden. Die Meinung dürfte er exklusiv haben, denn was es an dem Auftritt zu meckern gibt, bleibt sein Geheimnis. Die Truppe vom Niederrhein gilt nicht umsonst als exzellente Liveband und auch heute schaffen sie es wieder völlig problemlos, alles in Grund und Boden zu rocken. Es ist für die zweite Band ordentlich voll (wieder eine Parallele zu 2012) und die Leute sind selbstredend die ganze Zeit mit Hey-Rufen und Powerfists dabei. Auch erste Crowdsurfer stürzen sich ins Getümmel und bei „Return Of The Demons“ zum Ende hin bildet sich sogar ein kleiner Circlepit.

Der Sound könnte etwas besser sein, zumindest beim Opener „Motor Discipline“ ist die Leadgitarre nicht zu hören und die Drums sind schon arg dominant. Aber das sind nur Kleinigkeiten, die die starke Performance nicht trüben sollen. Die Setlist ähnelt der von 2012, allerdings hat man mit „Trouble In Motorcity“ und „Speed Of The Beast“ diesmal auch zwei Nummern von der aktuellen Platte „Electric Revelation“ im Gepäck. „Fist Of The Dragon“ wird erneut als Song, der von Actionhelden wie Jean-Claude van Damme, Bruce Lee, Bud Spencer oder Terence Hill inspiriert wurde, angekündigt, während dieses Mal „King Of The Dead End Road“ als Song „über dicke Autos, dicke Weiber und dicke was auch immer“  herhalten muss.

Schneller als man denkt, ist es schon Zeit für das letzte Stück, wieder einmal waren Motorjesus äußerst kurzweilig – doch halt, die lautstarken Zugabe-Forderungen werden zunächst von Chris mit „Flughafen! Flughafen!“-Rufen gekontert („Jetzt hab ich euch verwirrt, oder?“) und dann in Form von „A New War“, das erneut mit ein paar Rockklassikern aufgemotzt wird (unter anderem AC/DCs „You Shook Me All Night Long“, das natürlich alle Fans kräftig mitsingen), tatsächlich erfüllt. Zuvor noch weist Chris auf eine Lesung um 17:45 Uhr im Biergarten hin, doch erst mal müsse er Bier trinken, „um darauf klarzukommen, wie geil das hier ist“. Auch wollte er eigentlich „Looking For Freedom“ als Cover etablieren (zumindest meine Wenigkeit hätte das sehr begrüßt), doch der Rest der Band sei dagegen gewesen. Wie auch immer, ob mit oder ohne David Hasselhoff: Die Jungs räumen einmal mehr unglaublich ab, die Zugaberufe auch nach „A New War“ sprechen eine deutliche Sprache.  

Setlist:

Motor Discipline
Trouble In Motorcity
Speed Of The Beast
Fuel The Warmachine
Fist Of The Dragon
King Of The Dead End Road
Return Of The Demons
------------------------
A New War

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