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Rock Hard Festival 2015

Are you guys ready auf den Rängen?

God Dethroned

Nach der wahrhaft brillanten Show von Flotsam And Jetsam auf die Bühne zu müssen, ist nicht gerade die leichteste Aufgabe und tatsächlich schaffen es God Dethroned auch nicht, die Stimmung in dieser Form aufrechtzuerhalten. Die Holländer waren für zwei Jahre weg vom Fenster, sind inzwischen aber wiedervereinigt – dass der Auftritt beim diesjährigen Rock Hard Festival zu einem Triumphzug anlässlich ihrer Reunion wird, lässt sich allerdings nicht gerade behaupten.

Die Fans unten im Parkett feiern die Truppe natürlich, doch auf die Ränge kann die Feierlaune nicht recht übertragen werden. Die Performance ist völlig tadellos und auch der Sound absolut okay, doch im Gegensatz zu den Künstlern zuvor sind die entthronten Götter weder sonderlich gesprächig noch charismatisch auf der Bühne, die übrigens mit zwei fetten umgedrehten Kreuzen rechts und links geschmückt wurde. Mehr als das übliche „you feeling alright?“, „the next song is called…“ oder „you want old shit or new shit?“ lässt sich Frontmann Henri Sattler nicht entlocken und die permanenten Stimmpausen, bei denen kein Wort fällt, nehmen noch zusätzlich jegliche Energie aus dem Gig.

Dabei bieten die Niederländer einen guten Schnitt durch ihr Schaffen, was bei dem erst so kürzlich erfolgten Comeback aber auch irgendwie zu erwarten war: Bis auf das Debüt „The Christhunt“ von 1992 ist jedes der neun Studioalben mit mindestens einem Song vertreten, sodass an sich für jeden etwas dabei sein dürfte. Zwischendurch fragt Sattler sogar einmal, was das Publikum denn hören wolle, wobei bezweifelt werden darf, dass sie tatsächlich auf etwaige Wünsche eingegangen wären. Doch die Geste allein zählt ja bekanntermaßen.

Das zermalmende „Soul Sweeper“, mit atmosphärischen Keyboards vom Band untermalt, zündet schließlich auch beim Rezensenten, dennoch ist der Auftritt für diese auf Dauer etwas monotone Art von Musik mit einer Stunde einfach zu lang. Das ist aber pures subjektives Empfinden, denn da schon nach „Boiling Blood“, also nicht einmal der Hälfte des Konzertes „God Dethroned“-Sprechchöre aufkommen, können die Jungs ja nicht so viel falsch gemacht haben. Irgendwann haben sie dann selbst genug und erklären kurz vor Schluss: „We’re getting thirsty up here, so I think we should leave and get drunk!“ – Na denn Prost!

Setlist:

Intro
Hating Life
Art Of Immolation
Through Byzantine Hemispheres
Nihilism
Boiling Blood
Swallow The Spikes
Soul Sweeper
No Man's Land
Soul Capture 1562
Villa Vampiria
Sigma Enigma
The Grand Grimoire

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