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Rock Hard Festival 2015

Are you guys ready auf den Rängen?

Overkill

Ein Blick ins malerisch ausgeleuchtete Rund des Amphitheaters und schon blitzt die Erleuchtung des Wochenendes auf: Die großen Gewinner sind dieses Jahr die Thrashbands auf dem Rock Hard Festival. Gleich, ob vorgestern der Opener Space Chaser, der gestrige Abriss von Kreator oder nun das erwartungsvolle Gedränge bei den Thrash-Veteranen, irgendwie niemals tot zu kriegenden Overkill; die Fans stehen parat und sichern so den Zuschauerrekord an diesem dritten Tag – Thrash Metal geht im Pott also immer.

Die New Yorker Killerbrigade dürfte auch recht ungeduldig sein, fangen sie doch einfach ein paar Minuten eher an und stürmen elanvoll wie eh und je auf die Bühne (zwar nagt auch der Zahn der Zeit am Quintett – Blitz ist vor wenigen Tagen 56 geworden und hatte von den auch hier wieder zahlreich anwesenden Skullcrushern ein Geschenk bekommen –, was man an der Faltenzulage in den Gesichtern auch sehen kann), aber an der Show gibt es einmal mehr nichts auszusetzen. Blitz legt in seinen Gesangspausen immer wieder eine kleine Rast hinter den Boxentürmen ein und sprintet im letzten Sekündchen zurück zum Mikro, wobei er auch mal einen Tick zu spät kommt; Bassist D.D. Verni baut wie gewohnt hinter seiner Sonnenbrille ein wenig das Image des hochnäsigen Rockstars auf, vor allem aber Gitarrist Dave Linsk glänzt mit posender Spielfreude und lässt die unmotivierten Flip-Flop-Zeiten vor noch gut sieben Jahren vergessen.

Und wie schon beim Rock Hard Festival 2011 sorgen Overkill hier für einen amtlichen Abriss und rütteln so gewaltig am Kreator-Thron, dabei haben sie weder opulente Videoleinwände oder Feuer-Knalleffekte im Angebot – die New Yorker lassen allein die Musik sprechen und schütteln sich einen Klassiker nach dem anderen aus dem Ärmel, wobei sie mit einer deutlich geänderten Setlist gegenüber 2011 auch hier auf der positiven Dopingliste stehen. „Dankeschön, meine Freunde“, so Blitz immer wieder in Deutsch, wobei sein „Deutschländ“ schon lange zum absoluten Indentifikationskult gehört, dieses Mal nur getoppt durch ein einleitendes „verpiss dich“ sowie ein anstachelndes „fickt euch, ihr Luschen“, als Bobby den Anschein beim Rausschmeißer „Fuck You“ erwecken will, dass die Fans da nicht genug investieren würden.

Zu Recht werden Overkill immer wieder mit Sprechchören abgefeiert, niemand lässt sich von dem „da bekomme ich ja einen Herzanfall“ vor „Rotten To The Core“ blenden, die Energie pulsiert sich hoch zu einem der größten Moshpits des ganzen Wochenendes, wodurch die Truppe dann auch bestens belegen kann, dass sie ihrem Ziel, trotz der ganzen Lenze „ordentlich Arsch zu treten“, nicht abschwören muss.

„Wir sind schon lange zusammen, deine Freunde kannst du dir aussuchen, deine Familie aber nicht“ – wie wahr, als Blitz herumphilosophiert und D.D. Verni als Dr. Evil und bösesten Mann des Festivals vorstellt. Beide gehören sie ja noch zur Gründungsmannschaft aus 1980, gefeiert wird das mit der amtlichen „Hello From The Gutter“-Version. Immer kaltes Bier in Deutschländ hin oder her, Blitz macht deutlich, wie sehr sie doch in den vergangenen 35 Jahren zusammen verschmolzen sind, was dann mit „Ironbound“ auch bestens belegt wird, zahllose Crowdsurfer, die ohnehin schon die ganze Show gut ins Schwitzen kommen, knallt doch die tief stehende Sonne prall auf den Arbeitsplatz, mutieren auch hier zum ultimativen Grabenpflückertest – Overkill sind es auch anno 2015 jede Sekunde wert, Vollgas zu geben. Basta.

Setlist:

Amorist
Hammerhead
Electric Rattlesnake
Powersurge
In Union We Stand
Rotten To The Core
Bring Me The Night
End Of The Line
Horrorscope
Hello From The Gutter
Overkill
Ironbound
Bitter Pill
Elimination
Fuck You

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