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Rock Hard Festival 2013

Die Metallergemeinde muss mit wahrhaftem Glück gesegnet sein

U.D.O.

Mehr als vierzig Jahre ist Udo Dirkschneider nun Teil der deutschen Musikszene, und nachdem ja schon Accept auf dem Rock Hard Festival 2010 groß auftrumpften, ist es nun mehr als überfällig, dass die Originalstimme ebenfalls im Gelsenkirchener Amphitheater abrockt. U.D.O. haben auch gerade eine rundum Verjüngungskur hinter sich, denn mit Andrey Smirnov und Kasperi Heikkinen sind seit diesem Jahr zwei neue Gitarristen mit an Bord, nachdem ja Stefan Kaufmann letztes Jahr aus gesundheitlichen Gründen den Platz räumte.

Und U.D.O. treten auch gleich so auf, als ob sie es allen zeigen wollen; nicht nur, dass sie würdig sind, die heutige Headlinerposition inne zu haben, sondern auch noch fit genug für weitere Aufgaben, denn in den nun folgenden gut neunzig Minuten gönnt sich das Quintett so gut wie keine Pausen, lediglich Udo selbst kann bei den beiden eingestreuten Gitarrensoloparts von Andrey und Kasperi eine kleine Auszeit einplanen.

Die ersten drei Songs werden kurzerhand durchgezockt, mit „Steelhammer“ starten sie auch glatt mit dem Titeltrack des demnächst erscheinenden Longplayers. „Wie geht’s euch? The atmosphere ist fantastisch hier“, verknubbelt Udo die deutsche und englische Sprache und erhebt sich zum denglischen Poeten, doch dann lassen sie lieber wieder den puren Stahl sprechen und zocken einfach mal eben wieder drei Songs durch.

Derweil sind die Fans reichlich mit der Powerfaust beschäftigt, ab „Rev-Raptor“ müssen außerdem diverse Crowdsurfer durchgereicht werden, die dann liebevoll von der Security heruntergepflückt werden. Mit „Screamin’ For A Love Bite“ treiben U.D.O. jedem Teutonenstahlfan die Tränen der Rührung in die Augen, textsicher wird Udo vom Publikum laut singend begleitet, während Andrey und Kasperi wiederholt mit Synchrongitarrenposen die Achtziger noch etwas mehr aufflackern lassen.

Natürlich ist nicht jeder im Rund begeistert, beschweren sich doch einige darüber, dass Udo mehr kreischt als singt, doch der heutige Abend, der erste in neuer Besetzung halt, wird zum absoluten Triumphzug. Immer wieder lassen die Fans die Luftgitarre aufkreischen, immer wieder fuchteln tausende mit der Pommesgabel in den wenn überhaupt knapp gehaltenen Songpausen, immer wieder lassen sich die Surfer über die Köpfe von Groß und Klein hinwegtragen.

Kann man sich sonst doch herrlich über überflüssige Gitarrensoli auslassen, so muss man bei Andreys Einsatz besser die Klappe halten, zitiert er doch Bach in seinem Solo und fügt so dem Heavy Metal noch ein bisschen mehr Kultur zu (wobei das echt kacke gespielt war – DN). Mit einem kurzen und knackigen „Dankeschön“ verlassen die Mucker nach „Time Bomb“ die Bühne, haben aber richtig kalkuliert, denn die lautstarken Zugabe-Rufe lassen nicht lange auf sich warten. Bei den beiden folgenden Accept-Covern „Metal Heart“ und vor allem „Balls To The Wall“ können die meisten nicht mehr still halten, jede vielleicht noch so vornehme Zurückhaltung geht im Kanal baden – Träne sei Dank, dass man das erleben darf.

Setlist:

Steelhammer
Rev-Raptor
They Want War
Metal Machine
Leatherhead
Screamin’ For A Love Bite (Accept-Cover)
Vendetta
Head Over Heels (Accept-Cover)
Guitar Solo Kasperi
Burning Heat
Man And Machine
24/7
Thunderball
Guitar Solo Andrey
Animal House
Break The Rules
Time Bomb
Metal Heart (Accept-Cover)
Balls To The Wall (Accept-Cover)

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