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Rock Hard Festival 2013

Die Metallergemeinde muss mit wahrhaftem Glück gesegnet sein

Ashes Of Ares

Auf die nächste Band dürften die meisten Leute wohl mit am neugierigsten überhaupt gewesen sein. Immerhin handelt es sich bei Ashes Of Ares um die neue Kapelle von Ex-Iced Earth-Fronter Matt Barlow, der sich unter anderem mit Freddie Vidales (ebenfalls Ex-Iced Earth) und Van Williams (früherer Nevermore-Drummer) zusammengetan hat – klangvolle Namen, die eine Menge versprechen.

Das Besondere ist hierbei vor allem, dass bislang noch nicht mehr als ein paar Audioschnipsel, die im Internet kursieren, bekannt sind; das Debütalbum ist noch in Arbeit, man geht dementsprechend ziemlich unvorbereitet an die Angelegenheit heran. Überraschungen sind ja durchaus was Nettes, allerdings muss die Frage erlaubt sein, wieso ein Newcomer den Co-Headliner mimen darf und somit stolze 75 Minuten Spielzeit zugesprochen bekommt – noch dazu, wo es sich um die allererste Show des Quintetts überhaupt handelt. Klar, das sind bekannte Leute, die in dieser Band zocken, aber wenn das der Grund sein soll, ist das anderen Bands gegenüber nicht gerade fair. Wilde Spekulationen haben jedoch noch nie wirklich etwas gebracht, weswegen wir lieber zu der Frage übergehen: Was für einen Eindruck können Ashes Of Ares nun hinterlassen?

Nun, die Weltpremiere beginnt gleich mit einer ordentlichen Panne, denn Matt Barlow ist zunächst überhaupt nicht zu hören. Sehr ärgerlich und es soll leider nicht der letzte gravierende Soundlapsus auf dem Rock Hard Festival 2013 bleiben. Das Problem ist in diesem Fall zwar relativ schnell behoben, aber dafür ist anschließend die Leadgitarre nicht zu hören. Na, das fängt ja gut an!

Matt will sich den Spaß trotzdem nicht nehmen lassen und fordert die Leute auf, „fucking fun“ zu haben, auch wenn noch keiner der Zuschauer die Songs kennt, und schickt brav ein Dankeschön an Nuclear Blast raus. Die Mucke selbst hat schon eine ordentliche Iced-Earth-Schlagseite, die Songs aber sind meist länger und etwas verschachtelter. Außerdem befinden sie sich seltener in Uptempo-Regionen und besitzen auch nicht diese typisch galoppierenden Jon-Schaffer-Riffs. Dummerweise wirken sie allerdings auch reichlich unausgegoren und unfertig. Der recht epische Opener „Messenger“ weiß noch ganz gut zu gefallen, auch die folgende, treibende Nummer „Move The Chains“ ist ganz nett, doch dann wird es immer langweiliger. Viele Parts scheinen planlos zusammengeschustert und die Performance kann ebenfalls nicht überzeugen.

Die Band wirkt verkrampft und so beeindruckend Barlows Schreie als solche nach wie vor sind, sitzen sie des Öfteren nicht richtig und liegen neben der Spur. Gut, beim allerersten Konzert überhaupt sollte man vielleicht nachsichtig sein, andererseits sollte man bedenken, dass es sich hier um gestandene, professionelle und erfahrene Musiker handelt, und nicht um ein paar Nobodys.  

Des Weiteren nervt es, dass er gefühlte hundertmal erwähnt, dass es sich um die erste Show der Combo handelt, und auch Ansagen wie zu „On Warrior’s Wings“, das sich an die Leute richtet, „who protect and serve“ sind eher fehl am Platz – muss man auf einem Metalfestival wirklich den Bullen einen Song widmen, auch wenn Barlow selbst Polizist ist? Ebenfalls hätte er sich das Gesülze zu „This Is My Hell“ klemmen können. Das Stück wiederum widmet er einem Freund, der an einem Tumor leidet und deswegen sollen die Leute dann seinen Namen skandieren. Typisch Amis, dieses Auf-die-Tränendrüse-drücken; klar ist das schrecklich, wenn einer einen Tumor hat, aber was soll dieses Theater bringen – hören kann der Mann das ja sowieso nicht.

Die Reaktionen sind jedoch gemischt, ein paar kleine Circlepits zwischendurch (!) beweisen, dass viele der Anwesenden die Chose teilweise auch ganz anders betrachten und der Aufforderung, bei „The Answer“ die Passage „fly away“ mitzusingen, kommen ebenfalls nicht wenige nach. Dadurch, dass ständig „Barlow, Barlow“-Sprechchöre aufkommen, obwohl hier doch eigentlich eine komplette Band und kein Solokünstler auf der Bühne steht, zeigt sich außerdem, dass das alles doch arg auf Matt Barlow zugeschnitten ist (obwohl der Rotschopf die Fans auch dazu animiert, „Ashes“ zu rufen). Insgesamt sind sowohl der Auftritt als auch die Mucke mehr als enttäuschend. Irgendwie belanglos und einfach zu wenig für Musiker dieses Formats – da freut man sich doch lieber auf eine neue Iced-Earth-Scheibe.

Setlist:

Messenger
Move The Chains
On Warrior’s Wings
Punishment
This Is My Hell
Dead Man’s Plight
Chalice Of Man
The Answer
What I Am
One Eyed King

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