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Rock Hard Festival 2013

Die Metallergemeinde muss mit wahrhaftem Glück gesegnet sein

King Diamond

Jahrelang haben sich die Organisatoren des Rock Hard Festivals um King Diamond bemüht und endlich ist er da. Und was haben zahlreiche Fans gezittert; auf dem Zeltplatz kam in den letzten Tagen auch so manche Diskussion auf, dass man erst dran glaube, wenn er auch wirklich auf der Bühne stehe, wobei immer wieder Celtic Frost in die Runde geworfen wurde, hatten sie doch damals auch recht kurzfristig abgesagt.

Im Netz geisterte in den letzten Tagen zumindest auch schon ein Bild herum, worauf die opulente Bühnendekoration zu sehen war – ein Grund auch dafür, dass die Bühne schon vor Festivalbeginn um zwei Meter nach vorn vergrößert werden musste. Da in den nächsten neunzig Minuten reichlich theatralisches Spektakel auf die Fans wartet und die Umbaupause von einer Stunde durch Mambo Kurt zur langwierigen Überbrückung gereicht wurde, heißt es schnell noch einige Informationen durch ein paar Insider hereinzuholen: Die Truppe um King Diamond probte schon seit gut einer Woche im Großraum Karlsruhe ihren Set ein – oha, hätte man das mal eher gewusst.

Es ist kein großes Geheimnis: Man muss den King lieben oder aber man findet ihn einfach nur scheiße, was allein schon in seiner Gesangstechnik liegt. Trotzdem scheinen alle FestivalbesucherInnen vor Ort zu sein und starren nun auf den sich senkenden schwarzen Vorhang, der die Bühne bedeckt. Erwartungsfreudige Gesichter, knisternde Spannung womit – wird der King eröffnen? „The Candle“ lässt dann einen Großteil der Fans explosionsartig ausflippen, in der Folgezeit werden nicht nur die Ohren mit diamondschen Sounds verwöhnt, sondern auch die Augen mit einer Horrorstory umgarnt, die allerdings zuerst ein wenig durch den Blick auf den Metallzaun getrübt wird – wer steht eigentlich auf welcher Seite des Gitters und wird zum Zuschauer?

Grandma wird auf die Bühne geschoben und zu Grabe gebracht, Abigail bekommt ihr Kind und tötet es unmittelbar nach der Geburt, um dann auch wieder diese Tat zu bereuen – während der King immer wieder die Rolle eines Erzählers einnimmt, allerdings häufig auch Teil der Handlung wird. Passend zur Story wird die Bühne immer wieder in magisches Licht eingetaucht, manchmal übertreiben sie aber den Nebeleinsatz und verhindern die klare Sicht auf den Bühnengräuel. Einige Fans scheinen auch den Gesang als Gräuel zu empfinden, denn innerhalb der oberen Sitzreihen lichten sich dann doch einige Plätze – die Masse aber bleibt und feiert „Voodoo“ mit der entsprechenden Tanzeinlage auf der Bühne oder zuvor das herrliche „Up From The Graves“, wo schwerer Nebel knapp über dem Boden dahinschleicht und eine gespenstische Atmosphäre erzeugt.

Während die Fans vorne mit lautstarken „King Diamond“-Sprechchören ordentlich Party machen, so sind weiter hinten in Bierbudennähe eher Kommentare wie „Kindergartenmetal“ an der Abendordnung. „Wie geht’s?“, will der King in einer seiner wenigen Ansprachen wissen, um ergänzend nachzuhaken: „Will einer was von Mercyful Fate hören?“ Was für ein Frage, wer von den Fans könnte da nein sagen, das weite Rund wird mit den beiden abgefeierten Songs „Come To The Sabbath“ und „Evil“ verwöhnt. „Come on, I wanna see your hands“, lässt er vom Stapel, die Fans folgen willig und werden mit dem hochgereckten Daumen und einem „awesome“ belohnt – muss auch sein, denn zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht klar, dass die Zugabe zu einer langwierigen „Wir lassen uns feiern“-Scharade verkommt. Insgesamt dreimal verlassen die Herren die Bühne, lassen sich viel Zeit und kommen für jeweils ein Stück zurück. An der Qualität der Songs wie „Halloween“ oder auch „Black Horsemen“ gibt es ja nichts zu deuteln, aber irgendwie wird man den Eindruck nicht los, dass hier auch ein bisschen auf Zeit gespielt wird, hören doch King Diamond gute zehn Minuten vor Curfew auf. Der klasse Abend endet also mit einem sanft gewöhnungsbedürftigen Beigeschmack.

Setlist:

The Candle
Welcome Home
At The Graves
Up From The Grave
Voodoo
Let It Be Done
Dreams
Sleepless Nights
Drumsolo
Shapes Of Black
Come To The Sabbath (Mercyful Fate-Cover)
Evil (Mercyful Fate-Cover)
Eye Of The Witch
Family Ghost
Halloween
Black Horsemen

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