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Rock Hard Festival 2013

Die Metallergemeinde muss mit wahrhaftem Glück gesegnet sein

Orchid

Was für Attic gilt, gilt ebenso für Orchid: Während sich die Gelsenkirchener kräftig bei King Diamond beziehungsweise Mercyful Fate „bedienen“, tun die San-Francisco-Doomster dies in gleicher Weise bei Black Sabbath. Würde nicht Theo Mindell am Mikro stehen, könnte man tatsächlich meinen, Black Sabbath zur Ozzy-Phase würden hier aufspielen. Tatsächlich will die Rocklegende ja dieses Jahr ein mit Spannung erwartetes neues Album veröffentlichen – stellt sich nur die Frage, ob es auch so gut wird wie die beiden Orchid-Full-Length-Outputs „Capricorn“ (2011) und „The Mouths Of Madness“ (2013), die trotz mangelnder Eigenständigkeit wegen des bärenstarken Songwritings tierisch viel können.

Götz Kühnemund erklärt in seiner Ankündigung, die Band habe noch nie vor einem reinen Metalpublikum gespielt und sei dementsprechend unheimlich nervös – doch die Amis müssen sich überhaupt keine Sorgen machen, wie sich schnell herauskristallisiert. Schon nach dem Set-Opener „The Mouths Of Madness“ ertönen „Orchid“-Sprechchöre und man sieht Mindell und seinen Kollegen (der Gitarrist spielt im Übrigen natürlich stilecht eine Gibson SG) an, dass sie völlig geflasht sind von den in dieser Größenordnung sicher nicht zu erwartenden euphorischen Reaktionen. Schüchtern, aber nicht eingeschüchtert wirkt der Sänger, lächelt er doch geradezu gerührt, und ganz offensichtlich freut er sich außerdem auf die nächste Band: „Who’s the next band? Fuckin’ Tank!? We love Tank!“ 

Irre, wie voll es inzwischen geworden ist, und um den Beweis dafür zu Hause vorlegen zu können, macht Mindell ein Bild vom Publikum, in dem zwischendrin sogar vereinzelte Crowdsurfer auszumachen sind, was zu dieser Musik nun eigentlich mal so gar nicht passt, aber immerhin untermauert, was für ein Riesenerfolg dieser Auftritt für Orchid ist.

Allerdings ist die Performance auch wirklich allererste Sahne und zudem von Anfang an mit einem hervorragenden, ausgeglichenen Sound gesegnet – erneut fragt man sich, warum es in dieser Hinsicht dieses Jahr so krasse Schwankungen gibt. Woran immer es liegt: Die speziell für dieses Festival zusammengestellte Setlist besteht ohne Übertreibung wohl tatsächlich aus den besten Songs des Quartetts, „Capricorn“ und „Wizard Of War“ lassen sich bestens mitsingen und was für ein geiler Hit ist bitte „Eastern Woman“? Klares Fazit: Großartig, einfach großartig! Orchid sind einer der ganz großen Gewinner dieser RHF-Ausgabe, die „Zugabe“-Rufe hochverdient.

Setlist:

The Mouths Of Madness
Eyes Behind The Wall
Capricorn
Silent One
Eastern Woman
Wizard Of War
He Who Walks Alone

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