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Rock Hard Festival 2013

Die Metallergemeinde muss mit wahrhaftem Glück gesegnet sein

D.A.D.

Nach den beiden „Knüppel aus dem Sack“-Bands wird es nun Zeit, wieder etwas ruhigere Töne anzuschlagen. D.A.D. haben neben einem ganzen Packen an alten Klassikern und neuen Songs auch ganz viel Liebe mitgebracht, außerdem wird in Gelsenkirchen die Bürgermeisterfrage ganz neu aufgeworfen.

Auch die Dänen haben von Beginn an mit reichlich technischen Problemen zu kämpfen, fällt doch Jacob Binzers Gitarre erst einmal komplett aus und man merkt dem Hutträger deutlich an, dass er kurz davor ist, seine Lässigkeit aufzugeben und lieber den Berserker zu spielen – da muss sich der Bühnentechniker ein paar derbere Worte anhören. Das Quartett rockt aber trotz der Begebenheiten gleich erst einmal zwei ältere Songs heraus, doch bevor sie mit „A New Age Moving On“ überhaupt anfangen können, lässt Frontmann Jesper wissen, dass der Song nicht ohne Gitarre funktioniere, weswegen eine kleine Pause entsteht, die kurzerhand mit „gutes Gitarre, viel Liebe“ unterhaltsamer gestaltet wird.

Die sehr gute und ausgelassene Stimmung bricht aber nicht ab, ganz im Gegenteil, sind doch beim „Everything Glows“/ „Rim Of Hell“-Doppelpack die ersten Crowdsurfer unterwegs, und wo die sich herumtragen lassen, da sind die Powerfäuste und Pommesgabeln zu hunderten auch nicht weit. „Mein Bruder hat die alte Gitarre in die Hand genommen, was bedeutet das?“, will Jesper wissen – den Fans ist klar, dass nun wieder etwas Älteres kommt, und selbst beim deutlich ruhigeren „Grow Or Pay“ tauchen wieder einige Surfer auf und am Sicherheitsgraben wieder ab.

Deutlich Komplizierteres fordert Jesper dann bei „Monster Philosophy“ ein und faselt etwas von „Multitasking“ – gemeint ist hier, dass die Fans nicht nur mitsingen, sondern auch gleichzeitig klatschen sollen, was mit Leichtigkeit erledigt wird. Als Highlight stellt sich jedoch wie gewohnt das anschließende „I Want What She’s Got“ heraus, denn einmal mehr muss die Bürgermeistergeschichte herhalten, in die Drummer Laust gedrängt wird: „Wir sind Dänen und brauchen eure Hilfe“ – was unlogisch klingt, wird dann mit Inhalt gefüllt, die Fans singen lauthals den Namen des Bürgermeisters mit: „Komm schon, Laust, wir wissen, du schaffst es“, ein kleiner Ohrwurm von hunderten Kehlen mitgesungen, und während Laust so wild vor sich her trommelt, da schiebt sich das komplette Drumpodest nach vorn an den Bühnenrand und kippt sogar um fast neunzig Grad nach vorn. Oha, jetzt wird klar, warum der Dänendrummer im Schalensitz festgeklemmt ist. „Liebe aus Gelsenkirchen, Talent aus Dänemark“, so Jesper, D.A.D. leiten das Finale ein und nicht nur Liebe, sondern auch Multitasking ist wieder überall zu spüren und nach dem nahtlos gespielten „Bad Craziness“ ist der fette Applaus mehr als verdient.

„Heute ist ein magischer Abend, weil morgen keine Schule, keine Arbeit“, so melden sich D.A.D. zu der heftig geforderten Zugabe zurück und fegen mit „Sleeping My Day Away“ alle restlichen Zweifel hinweg, dass hier eine wirklich ganz große Kapelle einmal mehr nach ihrem Auftritt nach 2009 an gleicher Stelle einfach nur gerockt hat – das sehen die Fans genauso, denn beim Rausschmeißer singen nicht nur alle natürlich mit, sondern auch die große Masse vor der Bühne springt wie wild umher und tobt sich noch einmal aus. Liebe muss wohl in Gelsenkirchen neu definiert werden, das hat aber nichts mit „Nasty“ am Arschleder zu tun.

Setlist:

Isn’t That Wild
Jihad
A New Age Moving On
Everything Glows
Rim Of Hell
Grow Or Pay
Riding With Sue
Last Time In Neverland
Monster Philosophy
I Want What She’s Got
Bad Craziness
The End
Sleeping My Day Away

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