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Rock Hard Festival 2013

Die Metallergemeinde muss mit wahrhaftem Glück gesegnet sein

Ensiferum

Dass Ensiferum eine Partyband ist, die Bewegung auf der Bühne braucht (insbesondere Bassist Sami Hinkka), dürfte bekannt sein – auch ein Grund, mal wieder Bühnenentrümpelung à la Wieland Wagner zu vollziehen, indem die großen Marshall-Boxen entfernt werden und kleineren, handlicheren Amps Platz machen, während im Hintergrund ein riesengroßes Banner mit dem Cover des aktuellen Werkes der Schwerttragenden, „Unsung Heroes“, aufgefahren wird.

Nachdem es bei Naglfar ein wenig leerer war, füllt sich die Arena nun wieder zusehends. Klar, Ensiferum sind ja schon längst eine ordentliche Hausnummer und beweisen auch heute wieder, dass sie einfach eine klasse Liveband sind, die unglaublich viel Spaß hat und unheimlich viel Spaß macht – auch wenn ein gewisser Jörg M. das nicht wahrhaben will und die Combo als Tralala-Metal abtut, obwohl er dafür am nächsten Tag die wesentlich cheesigeren Orden Ogan abfeiern wird.

Aber egal, für den Großteil der Anwesenden wird es eine sehr kurzweilige Stunde, schon als die Dame und die vier Herren zum epischen Intro die Bretter betreten, brandet lauthals Jubel auf, und als es mit dem ersten richtigen Track „In My Sword I Trust“ richtig zur Sache geht, fliegen sofort die Matten sowohl auf als auch vor der Bühne. Soundmäßig betrachtet läuft es deutlich besser als noch bei Naglfar, Abstriche müssen dennoch gemacht werden, da das Keyboard – leider fast den gesamten Gig über – nicht oder kaum zu hören ist. Tatsächlich sind die Finnen die erste Band des Festivals mit Live-Tasten; hat man vergessen, dass es dieses Instrument überhaupt gibt oder was soll das schon wieder? Lediglich bei „Retribution Shall Be Mine“ ist Emmis Solo dann schon fast wieder zu deutlich zu hören. 

Insbesondere die Fans im Parkett interessiert das alles aber herzlich wenig, bereits beim zweiten Stück entsteht der erste Moshpit und in Sachen Crowdsurfer können Ensiferum ganz klar den bisherigen Rekord verbuchen. Bei der Songauswahl konzentriert man sich hauptsächlich auf die letzten beiden Alben und setzt dabei natürlich auf die absoluten Mitgröl-Kracher, wie das saustarke „Burning Leaves“, die Highspeed-Rübe-abmontier-Hymne „From Afar“ und selbstverständlich den supereingängigen Säuferhit „Twilight Tavern“. Wobei: Saufen lässt sich zu jedem der Songs bestens. Dass auch „One More Magic Potion“, ein weiterer Megahit von der vielleicht besten Platte „Victory Songs“ (von Bassist Sami, der wieder einmal mehrere Kilometer auf der Bühne zurücklegt und nicht müde wird, die Fans zu animieren, mit einem beeindruckenden Slappingsolo eingeleitet) ein „drinking song“ ist, wie Frontmann Petri Lindroos erklärt, versteht sich eigentlich von selbst.

Ganz klar: Die Finnen räumen einmal mehr nach allen Regeln der Kunst ab, das Publikum frisst ihnen aus der Hand – so wird der von Petri geforderte Moshpit bei „Ahti“ sofort umgesetzt. Dass während des Gigs außerdem die Sonne herauskommt, ist ein schöner Nebeneffekt, auch wenn Lindroos bei der Ansage zu „Stone Cold Metal“ dafür feststellen muss, dass es ja mal gar nicht kalt sei, weil nun die Sonne scheint. Ein oder zwei Glückliche dürfen sich bei jenem Track übrigens über ein besonderes Souvenir freuen, denn den ruhigeren Mittelteil bestreitet Drummer Janne mit Paukenschlägeln, die er nach Beendigung dieses Parts ins Publikum pfeffert.

Beschlossen wird der Auftritt wie bei den Finnen nicht selten mit „Iron“, bei dem am Ende kurz „Civil War“ von Guns N’ Roses angespielt wird, und wo alle noch einmal ihre Kräfte mobilisieren, um Pommesgabeln in die Höhe zu stemmen, zu headbangen und aus Leibeskräften mitzubrüllen. Wieder mal ein Triumphzug für Ensiferum – sogar die lustige finnische Saufmucke beim Outro feiern die Leute grinsend und tanzend amtlich ab. 

Setlist:

Symbols (Intro)
In My Sword I Trust
Guardians Of Fate
From Afar
Burning Leaves
One More Magic Potion
Retribution Shall Be Mine
Stone Cold Metal
Ahti
Twilight Tavern
Iron

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