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La Knarra, Deaffodil im Konzert (Hamburg, Oktober 2010)

Pistolenkekse und taube Narzissen in der Zinnschmelze

Deaffodil in der Zinnschmelze

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Es sollte ein launiger Rockabend mit drei Bands im Kulturcafé "Zinnschmelze" in Hamburg-Barmbek werden. Weil die Deutschrocker Soma kurzfristig absagten, blieb es bei zwei Gruppen, namentlich La Knarra und Deaffodil, und viel zu viel Spielzeit für zu wenig Programm. Dem wurde auf die ureigenste Art und Weise, die die Rockmusik zu bieten hat, Abhilfe geschaffen: mit einer Jamsession.

Eine knappe Stunde lang sorgten wechselnde Dreierbesetzungen, zusammengesetzt aus Mitgliedern beider Bands, für improvisierte Unterhaltung. Die anfangs noch spärlich besiedelte Zinnschmelze füllte sich während dieser Zeit deutlich, sodass sich vor der Bühne bald eine Schar versammelt hatte, die man schon als Publikum bezeichnen konnte.

La Knarra

Auf eben jenes blickten ab 21 Uhr nun La Knarra, die als erste eigentliche Band die Bühne betraten. Mit Leder- bzw. Schlagjeanshose, Sonnenbrille und langen Haaren verkörperten Sänger David und Gitarrist Lew recht eindrücklich, in welche musikalische Richtung das Quartett tendiert: Grungiger Rock, von den Größen der 70er inspiriert und mit dem nötigen Augenzwinkern und Abwechslungsreichtum dargeboten.
Zu Beginn dauerte es eine Weile, sich auf die teils recht krude Mischung von harten Riffs, sanfteren Tönen und effektbeladenem, psychedelischem Dröhnsound einzulassen. Vor allem das Pendeln des Gesangs zwischen schwebend-klar und versoffen-rau wirkte zu Beginn noch leicht befremdlich.

Abgesehen davon, dass man sich daran mit der Zeit gewöhnte, sammelte die Band vor allem mit jeder Menge Entertainment Sympathiepunkte: Der Aufforderung zum Headbangen kamen einige Bühnenrandler begeistert nach; David probierte aus, wie viele Songs man mit der gleichen Gesangskapriole beenden kann und Drummer Etienne nutzte die Gelegenheit, seiner Mutter einen Song zu widmen, der sich dann als der härteste und brutalste des ganzen Abends herausstellte. Außerdem bewies man Kreativität und Originalität in Sachen Promotion: Während der ersten Songs des Sets wanderte eine Dame mit dem Backblech durch die Zuschauerreihen und verteilte Kekse in Revolverform - klar das wohl leckerste Werbematerial der Welt.

Das ließ auch kleine Patzer, wie den Verlust eines Sticks beim Schlagzeugsolo, vergessen und Band wie Publikum hatten über eine Stunde lang sichtlich Spaß an der Sache. Nach einer Zugabe überließen La Knarra dann schließlich Deaffodil die Bühne.

Setlist:

1. Road Ahead
2. Aghata
3. Halleluja
4. When I Get Home
5. Signal From Heaven
6. Woodstock
7. Friday Evenings
8. Cheers
9. Mindcontrol
10. The Direction
11. Zugabe

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