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Kamelot, Evergrey, Amaranthe, Sons Of Seasons im Konzert (Hamburg, Mai 2011)

Kamelots Interimssänger schlug sich prächtig und Evergrey waren viel besser als im letzten Jahr

Kamelot

Als der Headliner die Bühne erklimmt, befindet sich der Verfasser gerade beim Interview mit Rikard Zander und Johann Niemann von Evergrey (demnächst bei The-Pit.de), weswegen der Bericht nicht ganz vollständig sein kann, aber so viel ist sicher: Kamelot liefern objektiv betrachtet eine tadellose Show mit gutem Sound (wobei dieser sogar gerne noch etwas lauter und druckvoller hätte sein können, differenziert ist er aber in jedem Fall), wobei das Gesamtpaket schon zu perfekt, zu glatt und zu rund erscheint. Den Sinn des Podests in der Mitte des Fotograbens darf man anzweifeln, zumal dieser schon bei den Vorbands die Knipser behinderte; zwar ist Frontmann Fabio Lione, wenn er ihn erklimmt, den Fans so noch ein Stück näher, nur hätte man den Graben dann auch gleich weglassen können – na ja, was soll’s...

Außerdem wirkt es irgendwie absolut peinlich, dass neben dem Schlagzeug zwei weitere, noch viel höhere Podeste aufgebaut wurden, auf denen von den Zuschauern aus gesehen links eine Dame den Backgroundgesang markiert (es ist tatsächlich das Schnuckelchen von Amaranthe) und rechts ein Mann. Meistens stehen die nur statisch da und singen hin und wieder mal was ins Mikro – nee, sorry, das sieht einfach bescheuert aus. Und so oder so wird gepost, bis der Arzt kommt, wobei man zugeben muss, das Lione seine Sache sehr gut macht und eine gute Wahl als Ersatz für Khan war, da seine Stimme der des Norwegers nicht unähnlich ist. Warum er allerdings den Song „A Sailorman’s Hymn“ als seinen Lieblingssong der Band ansieht, wie er in einer Ansage erklärt, bleibt eher rätselhaft – diese Ballade ist nur in einer Hinsicht ergreifend, nämlich schlichtergreifend langweilig („Wander“ ist viel geiler...), und wenn die Sängerin von ihrem Podest herunterkommt und mit Lione im Duett singt und die beiden dabei einen auf schauspielerisch und emotional machen, ist fast schon Fremdschämen angesagt. Des weiteren könnten meinetwegen endlich diese Profilierungssoli einzelner Bandmitglieder aufhören – so was kann ganz cool sein (bei einem Rush-Konzert will schließlich jeder ein Drumsolo von Neil Peart hören), aber wenn gleich drei Leute meinen, zeigen zu müssen, wie toll sie auch alleine daddeln können, beginnt es irgendwann zu nerven – dann stattdessen lieber ein, zwei Songs mehr.

Aber okay, das ist der Meckerei jetzt wirklich genug, denn die Stimmung ist ganz ausgezeichnet und dass Kamelot das Publikum mitreißen können und so gesehen eine formidable Liveband sind, beweisen sie einmal mehr – Kitsch und Pathos en masse sind bei dieser Truppe nun wirklich nichts Neues mehr. Auch die Songauswahl ist stimmig, das neue Album „Poetry For The Poisoned“ wird nicht überstrapaziert, sondern die Mischung macht’s. Und Tracks wie „Rule The World“, „The Great Pandemonium“, „Ghost Opera“ oder die wirklich geilen „Center Of The Universe“ (jawoll, dieser Chorus rockt einfach immer wieder wie Sau!) und „When The Lights Are Down“ von der vielleicht besten Scheibe „Epica“ haben zweifellos ihre Qualität. Allerdings gefiel mir der Wacken-Auftritt letztes Jahr besser, was aber wohl daran liegt, dass der großartige Evergrey-Auftritt eben nicht mehr zu toppen ist und die Luft einfach raus ist – das jedoch ist eine sehr persönliche Meinung, denn was das Stimmungsbarometer angeht, sind Kamelot zweifellos die Gewinner heute abend. Ach ja: Als Gastsänger tritt noch Tommy Karevik von Seventh Wonder auf. Und ein weiteres: Wann kriegt man endlich mal das wirklich unfassbar grandiose „Lost And Damned“ live zu hören?

Setlist:

Rule The World
Ghost Opera
The Great Pandemonium
The Human Stain
Center Of The Universe
Descent Of The Archangel
A Sailorman’s Hymn
When The Lights Are Down
Soul Society
Keyboard Solo
Hunter’s Season
Necropolis
Eden Echo
Drum Solo
Forever
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Bass Solo
Karma
March Of Mephisto

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