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Kamelot, Evergrey, Amaranthe, Sons Of Seasons im Konzert (Hamburg, Mai 2011)

Kamelots Interimssänger schlug sich prächtig und Evergrey waren viel besser als im letzten Jahr

Evergrey

Evergrey haben nun die große Chance, den Gig im Ballroom, der vor ziemlich genau einem Jahr stattfand, vergessen zu machen. Damals klappte nicht viel, da der Sound beschissen war und man merkte, dass da eine bis auf Frontmann Tom Englund und Keyboarder Rikard Zander komplett umgekrempelte Band auf der Bühne stand, die noch nicht lange zusammenspielte und sich dementsprechend oft verhaute. Allerdings muss fairerweise hinzugefügt werden, dass jenes Konzert das allererste in der neuen Besetzung war und man daher keine Wunderdinge erwarten durfte.

Tatsächlich ist heute alles anders: Der Sound ist sehr gut und differenziert (das allerdings war er bei den anderen Bands auch schon) und an der Performance gibt es auch nichts zu kritisieren. Tom Englund merkt zwar an, er sei erkältet und könne daher nicht so gut singen, doch davon ist nicht viel zu bemerken; gewohnt souverän und gleichzeitig höchst inbrünstig trägt er seine emotionalen Texte vor, und auch der Rest der Combo ist in Höchstform – gerade der neue Gitarrist Marcus Jidell wirkt mindestens zehnmal sicherer als im letzten Mai.

Mit „Leave It Behind Us“ wird wenig überraschend in den Set gestartet – mit dieser typischen Evergrey-Nummer hat man allerdings auch einen weiteren von vielen Bandhits an den Anfang des neuen Albums „Glorious Collision“ gestellt –, und das Publikum ist gleich voll da. Die Pommesgabeln gehen in die Höhe, der Refrain wird selig mitgeschmettert und Köpfe schwingen vor und zurück. Die neuen Stücke kommen gut an – als weitere Tracks von der neuen Platte stehen „Wrong“ und „Frozen“ auf dem Programm –, dennoch ist der Jubel am größten, als Tom ankündigt, dass nun ältere Songs anstehen. Mit „Blinded“, „The Masterplan“ und dem grandiosen „Recreation Day“ feuert man gleich drei Klassiker am Stück in die gierige Meute, bevor das erwähnte „Frozen“ und danach das ebenfalls noch aus jüngerer Zeit datierende „Broken Wings“ (der Opener des 2008 erschienenen „Torn“) zum Zuge kommen.

Beim finalen „A Touch Of Blessing“ (möglicherweise der größte Hit, den Evergrey je geschrieben haben, zumindest hört man in der Umgebung so einige Stimmen, die sagen: „Boah ja, der Song ist sooo geil!“) kocht dann die Stimmung noch mal so richtig über – danach ist aber leider schon wieder Schluss. Eine unfassbar geile Performance, die derart ekstatisch werden ließ, dass es wohl nicht wenige gibt, die sich denken, dass Evergrey gerne hätten weiterspielen können – auch wenn das jetzt fies klingen mag, aber: wer braucht angesichts dieses genialen Auftritts noch Kamelot? Wie dem auch sei: Jedenfalls haben die Schweden, wenn man bedenkt, dass sie nur 50 Minuten Spielzeit hatten, einen guten Mittelweg zwischen altem und neuem Material gefunden – nächstes Mal dann aber bitte wieder eine Headlinertour mit einem Zwei-Stunden-Konzert! Nur müssten dazu endlich mal mehr Leute kommen; zwar war die Stimmung sehr gut und die Band wurde zurecht abgefeiert, aber die Lücken waren dennoch ganz eindeutig immer noch viel zu groß. Wann bekommt diese großartige Combo endlich die Aufmerksamkeit, die sie verdient?

Setlist:

Leave It Behind Us
Monday Morning Apocalypse
Wrong
Blinded
The Masterplan
Recreation Day
Frozen
Broken Wings
A Touch Of Blessing

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