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Isole, Jack Frost und Martyrion im Konzert (Oberhausen, Mai 2015)

Neblige Aussichten am Doom-Mittwoch

Martyrion passen nicht ins Billing

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Ein kleines nettes Doom-Package mit Isole und Jack Frost lädt also in die Oberhausener Helvete ein und nur gut 80 Fans lassen sich blicken. Schade irgendwie, dass nicht mehr gekommen sind, haftet dem Abend doch so etwas wie „Exklusivität“ an, da die beiden Bands auf dieser Tour nur drei Shows in Deutschland eingeplant haben. Ärgern ist also für die NichtkommerInnen angesagt, denn der Abend ist intensiv, authentisch und einfach nur weit unter die Haut gehend. Als Opener müssen sich allerdings

Martyrion

mühen, die bei den ersten Takten ihres Melodic Death Metals erst einmal nur bedingt auf Gegenliebe bei den Anwesenden treffen. Klar, Martyrion sind den meisten (noch) nicht bekannt, darüber hinaus haben sich alle auf Doom eingeschworen und werden dann vom dem Melodeath aus Kölle überrollt, da dauert es dann erst auch mal ein wenig, bis sich Feedback einstellt. Das Quintett lässt sich davon aber gar nicht erst beirren und stellt neben dem schon veröffentlichten Material auch den einen oder anderen Song vor, der auf der nächsten CD landen wird – die Vorproduktion hatten sie ja vor gut drei Wochen abgeschlossen, einen Release haben sie noch für 2015 eingeplant.

„Wir sind Martyrion aus Köln und freuen uns, heute hier spielen zu können. Habt ihr Bock? Kommt ein bisschen nach vorn“, so schon sehr früh vor „The Misanthrope“ Frontmann David sehr offensiv, nur bleibt der Erfolg sehr übersichtlich – kennt man ja zu Genüge, denn was der Metaller nicht kennt, hört er sich lieber aus der Distanz an. Und so bleiben die meisten zwar im Helvetekeller, ziehen sich aber in die Schatten des rückwärtigen Bereiches zurück, während Martyrion immer lockerer werden, so manche Headbangeinheit vorleben und vor allem Brüllwürfel David mit einigen lockern Ansagen glänzen kann. „Wollt ihr ein bisschen mehr Brutalität?“, will er vor „The Wretched“ wissen, einige der Anwesenden bejahen das sogar, bevor sie mit „Okay, der nächste Song ist auch voll geil“ in „Oblivion“ übergeleitet werden, wobei hier das Songfinale ein wenig zu chaotisch abläuft.

Neben den CD-Goodies, die David dann blind wegen der grellen Scheinwerfer einfach in die „Menge“ wirft, scheinen die Kölner zumindest auch musikalisch beim Publikum besser punkten zu können, zumindest steigt der Applauspegel ein wenig mehr nach oben, auch wenn der Platz direkt vor der Bühne verwaist bleibt. Schnell noch einmal die nächsten Konzertdaten bewerben – der nächste Abstecher in der Nähe ist am 19. September im Essener Panic Room – und auch noch eine Dankeschön für's Spielen dürfen, dazu noch ein wenig Werbung für die beiden folgenden Truppen, und schon ist das erste Drittel der Abendgestaltung passé. In der anschließenden Umbaupause beherrscht dann der zehnsaitige Bass von Tieftonschwinger Hendrik die Diskussionsrunden. Dabei hätte man hier nochmals trefflich feststellen können, dass Martyrion nicht ins heutige Billing passen, was schlussendlich für alle nicht gerade einen Zugewinn darstellt.

Setlist:

Intro
The Redeemer
To Where I Can Reach The Stars
The Misanthrope
Genozith
The Wretched
Oblivion
With My Eyes Unaffected
Gale Of Transience
Fallen Angel
The Spirit

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