Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Iced Earth, Ensiferum, Kataklysm & Unearth im Konzert (Hamburg, Dezember 2016)

"An open-minded Package"

Iced Earth

Ein neues Album der Mannen um Jon Schaffer war ursprünglich mal für Anfang 2016 angedacht, nun wird die auf den Titel „The Judas Goat“ getaufte Scheibe jedoch erst im nächsten Jahr herauskommen. Kaum auszuschließen, dass die Amis dann erneut auf große Tour gehen werden, ein bemerkenswerter Funfact ist in jeden Fall, dass sie vor exakt fünf Jahren das erste Mal mit ihrem damals neuen Frontmann Stu Block in dieser Location, der Markthalle, aufspielten: am Sonntag, dem 4. Dezember 2011.

Stu ist nach wie vor der vielleicht beste oder wenigstens passendste Ersatz, den Jon für den bei vielen Anhängern immer noch schmerzlich vermissten Matt Barlow finden konnte. Souverän meistert der frühere Into Eternity-Vokalakrobat alle hohen Schreie und muss sich dabei am heutigen Abend augenscheinlich besonders anstrengen, da der Gesang den gesamten Gig über zu leise ist – ansonsten aber haben die Floridaner den besten Sound aller Bands.

Nachdem zunächst ein neuer Track vorgestellt wird, ertönt in Form von „Burning Times“ der erste echte Klassiker, und spätestens da sind alle Fans am Start. Der Refrain wird selig mitgegrölt und es bedarf eigentlich keiner gesonderten Erwähnung, dass die Anwesenden sich am meisten freuen, wenn Songs von „Dark Saga“ und „Something Wicked This Way Comes“ angekündigt werden. Von diesen beiden Großtaten zehrt die Formation auch heute noch, wen wundert es, dass hiervon konsequenterweise auch das meiste Material im Set stammt, abgesehen von den beiden letzten Alben, die mit Stu Block aufgenommen wurden. Songs wie „Vengeance Is Mine“, „The Hunter“ oder „My Own Savior“ haben sowohl rifftechnisch als auch was die Chorus-Hooklines angeht, einfach die Nase vorn gegenüber dem lediglich gutklassigen aktuellen Stoff.

Da will dann auch nicht jeder mitziehen; jedenfalls hat sich Block irgendjemanden aus den hinteren Reihen ausgeguckt, der allem Anschein nach nicht bereit ist, wie bei „V“ gefordert, das Victory-Zeichen zu machen: „I can fucking see you, standing like this…“ – er verschränkt die Arme vor der Brust – „… now put your fucking fingers in the air!“ Ein Mitmachverweigerer kann den anderen aber natürlich nicht den Spaß verderben und ansonsten betont der Frontmann natürlich, wie toll das Publikum sei und weist auch noch einmal auf das 2017 kommende neue Album hin, auch wenn sie danach kein neues Stück spielen.

Eine starke Performance, bei der einmal mehr Jon Schaffers ultrapräzisen Riffs faszinieren, die auch bei halsbrecherischem Galopp auf den Punkt genau sitzen – das Problem ist nur, dass der Zauber nach nur einer Stunde wieder vorbei ist. Dabei ist es erst elf Uhr (die Veranstaltung fing bereits um 18:30 an) und eine weitere halbe Stunde wäre definitiv noch drin gewesen. Da zumindest Band zwei, drei und vier einen recht großen Namen in der Szene haben, wollte man vielleicht, dass alle eine einigermaßen gleichlange Spielzeit bekommen, dennoch ist man schon etwas verblüfft, als nach der unverzichtbaren Gottballade „Watching Over Me“ tatsächlich Schluss ist und nicht einmal eine einzige Zugabe erfolgt. Bei einem Headliner mit elf Studioalben in der Hinterhand ist das schon ein bisschen ernüchternd.

Bedauerlich, dass „Horror Show“ und das Ripper-Album „Framing Armageddon“ immer wieder so stiefmütterlich behandelt werden, meiner Ansicht nach sind dies tolle Alben, die völlig zu Unrecht unterschätzt werden und auch „Burnt Offerings“ hat genügend großartige Nummern zu bieten, um aus dem Vollen zu schöpfen. Nicht einmal den obligatorischen Rausschmeißer „Iced (motherfucking) Earth“ gibt es auf die Lauschlappen. Gemecker hört man anschließend trotzdem nicht und ein schöner Abend, der trotz Abstrichen beim Sound und in Sachen Setlist viel Spaß gemacht hat, war es am Ende dennoch. Mit „Watching Over Me“ im Ohr nach Hause zu fahren, ist ja auch nicht das Schlechteste.

Setlist:

Great Heathen Army (Maldon 991 AD) (?)
Burning Times
Plagues Of Babylon
Dystopia
Dark Saga
Vengeance Is Mine
V
My Own Savior
The Hunter
Boiling Point
Pure Evil
Watching Over Me

Seite
comments powered by Disqus

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin