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Iced Earth, Ensiferum, Kataklysm & Unearth im Konzert (Hamburg, Dezember 2016)

"An open-minded Package"

Ensiferum

Die Schwerttragenden aus Finnland sind die Exoten des Billings, was wohl auch erklärt, dass die Reihen ein wenig lichter geworden sind. Mag sein, dass Ensiferums Gute-Laune-Folk-Metal zwischen Metalcore, Todesstahl und US-Power-Metal ziemlich aus der Reihe tanzt und so manchem Zuschauer zu cheesy ist, aber hier sei noch einmal auf Lemmys Zitat in der Einleitung hingewiesen und auch Maurizio Iacono hatte eine halbe Stunde zuvor noch deklariert, dass Kataklysm stolz seien, Teil dieses „open-minded package“ sein zu dürfen – eine durchaus treffende Bezeichnung.

Leider haben Ensiferum den schlechtesten Sound des Abends erwischt, teilweise fällt es sogar schwer auszumachen, ob alle Bandmitglieder harmonisch auf einer Wellenlänge sind, egal, an welcher Stelle man sich im Saal befindet. Die Band selbst ist topmotiviert, was ständige Positionswechsel und ausgiebiges Headbangen unterstreichen – besonders Bassist Sami Hinkka macht wie gewohnt ordentlich Action –, zockt tight wie ein Uhrwerk und gute Stimmung herrscht ebenso vor, aber natürlich hinterlässt diese Tatsache einen leicht faden Beigeschmack.

Auch wäre ein wenig mehr Variabilität in der Setlist wünschenswert: Keine Frage, dass „Twilight Tavern“, „Ahti“ oder „Lai Lai Hei“ Partygaranten darstellen, aber ein bisschen mehr Mut in dieser Hinsicht würde den Finnen gut zu Gesicht stehen. „Victory Songs“ zum Beispiel, diese sträflich unterschätzte Platte, hat an sich deutlich mehr zu bieten als „Ahti“ und dass man auf „Burning Leaves“, den besten Song von „Unsung Heroes“ verzichtet, ist ebenfalls ziemlich bedauerlich.

Immerhin: „Two Of Spades“ von der aktuellen Scheibe „One Man Army“ ist eine interessante Nummer mit seiner überraschenden funky Disco-Wendung und bietet willkommene Abwechslung. Sehr originell, sehr cool, sehr schön tanzbar und mit seinen „Dschinghis Khan“-artigen Gangshouts eine ideale Live-Nummer. Auch die neue Akkordeonspielerin Netta Skog, die seit diesem Jahr Keyboarderin Emmi Silvennoinen ersetzt, fügt sich gut ein. Mit sympathischer Ausstrahlung bewegt sich das frühere Turisas-Mitglied souverän über die Bühne, auch wenn ihr Instrument bedingt durch den miesen Sound viel zu selten tatsächlich durchdringt.

Subjektiv betrachtet ein etwas enttäuschender Auftritt, in der Summe letztlich dann aber doch okay, denn eine etwas vorhersehbare Setlist (jedenfalls was die Klassiker anbelangt) und ein unterdurchschnittlicher Sound können die Leute nicht vom Feiern abhalten und somit können Ensiferum am Ende des Tages wohl doch nicht so viel falsch gemacht haben.

Setlist:

From Afar (?)
Warrior Without A War
Two Of Spades
In My Sword I Trust
Heathen Horde
Twilight Tavern
Ahti
Lai Lai Hei

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