Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Iced Earth, Ensiferum, Kataklysm & Unearth im Konzert (Hamburg, Dezember 2016)

"An open-minded Package"

Kataklysm

Die Kanadier haben sogar doppelt so viele Alben im Gepäck wie die Kollegen aus dem Nachbarland zuvor. Bei einem Dutzend Scheiben hat man dementsprechend eine reichhaltige Auswahl, andererseits ist die Truppe aus Montreal am heutigen Abend nur die Nummer drei und muss sich auf eine gute Dreiviertelstunde Spielzeit begrenzen. Macht aber nichts, denn die Jungs sind wirklich andauernd in Deutschland, zu dem sie ein besonders inniges Verhältnis hegen, wie Insider wissen dürften.

So erzählt auch Fronter Maurizio Iacono, dass sie schon im Januar hier waren, wo man das Venue sogar ausverkaufen konnte „thanks to you guys“. Für alle, denen die Gruppe noch nicht geläufig ist, wiederholt er den Namen mindestens drei oder vier Mal im Verlaufe des Auftritts (auch wenn er riesengroß aufs Backdrop gepinselt steht) und überhaupt ist er der redseligste Frontmann aller Bands heute. Zwischendurch stellt er mal fest, dass die Security anscheinend gerade eine kleine Pause einlegt, doch sollte sie schnell zurückkehren, weil hier schließlich ein Abriss auf den nächsten folgt.

Stimmt, wobei das aktuelle Album „Of Gods And Ghosts“ wenig verwunderlich im Vordergrund steht: „Breaching The Asylum“, „The Black Sheep“, „Thy Serpent’s Tongue“ und das abschließende „The World Is A Dying Insect“ bilden den Rahmen für einen wie bei dieser Truppe gewohnt souveränen, schweißtreibenden Gig, hinzu gesellen sich Klassiker à la „As I Slither“, „Blood In Heaven“ und selbstredend „Crippled & Broken“ (das kann wirklich jeder mitsingen, dazu braucht man den Song noch nicht einmal zu kennen) – Nackenbrecher vom Feinsten, die jeden Kopf in der Halle zu schnellen Auf- und Abwärtsbewegungen provozieren sollten.

Maurizio scheint das nicht zu reichen, immer wieder animiert er die Zuschauer zu noch mehr Action und Pommesgabel-Alarm, manchmal mit amüsanten Aussagen wie „Come on, this is not the Backstreet Boys, this is fucking Metal!“ oder schlicht mit kumpelhaften Feststellungen der Marke „I know it’s Sunday – but who fucking cares? Let’s just pretend it’s Saturday!“ Auch die Ankündigung zu „Thy Serpent’s Tongue“, dies sei ein Stück über Verrat, etwas, das jeder schon einmal erlebt hätte und falls nicht, müsste er ein „fucking alien“ sein, fällt auf jeden Fall in die unterhaltsame Kategorie.

Unterm Strich eine überzeugende Performance, die sogar zwei Crowdsurfer auf den Plan ruft – live machen die Kanadier einfach Laune, auch wenn man über das getriggerte Schlagzeug und den komprimierten Gitarrensound sicherlich streiten kann. Immerhin haben Kataklysm dafür einen der besten Frontmänner der DM-Szene in ihren Reihen und zumindest darf man sich über einen differenzierteren Sound als noch bei Unearth freuen.   

Setlist:

Breaching The Asylum
The Black Sheep
As I Slither
Taking The World By Storm
At The Edge Of The World
It Turns To Rust
Blood In Heaven
Thy Serpent’s Tongue
Crippled & Broken
The World Is A Dying Insect

Seite
comments powered by Disqus

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin