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Heavy Winterstorm Festival 2012

Eine beachtenswerte Veranstaltung, die dem Motto "Von Fans – für Fans" zugeordnet werden kann

Wolfchant

Nun ist es an der Zeit, den Headliner des Abends auf die Bühne zu lassen. Im Vorfeld angestellte Befürchtungen, dass um 0.30 Uhr schon viele nach Hause gegangen sein könnten, haben sich nicht bewahrheitet. Das Hansa 39 ist nach wie vor gut gefüllt und alle warten auf Pagan Metal aus Niederbayern. Wolfchant erspielen sich kontinuierlich einen größeren Bekanntheitsgrad und das nicht zu Unrecht. Die Band mit den zwei Frontsängern hat sich in die Herzen vieler gespielt, und es sieht so aus, als würde der Aufwärtstrend für das Septett anhalten. 

Zu Beginn des Auftritts steht es für die Band allerdings nicht so gut. Der Sound im Hansa 39 ist durchwegs gut - auf der Bühne sieht die Sache aber etwas anders aus. Es muss ein paarmal nachgeregelt werden, bis sich die Musiker alle anständig hören. 

Zu hören gibt es als Opener den Titel „Stormwolves“. Perfekt zum Eröffnen geeignet, zeigt die treibende Nummer gleich wo Thors Hammer hängt. Mario und Michael, die beiden Sänger, demonstrieren wieder eindrucksvoll die Macht der zwei Stimmen. Beinahe brutal kommt das Wort „Stormwolves“ aus den Boxen. Ganz zu Beginn stimmt das Lautstärkeverhältnis noch nicht ganz, aber innerhalb kürzester Zeit regelt der Mischer das Verhältnis richtig aus. 

Fast das ganze Hansa 39 steht dicht gedrängt vor der Bühne, nur sehr wenige haben auf der Tribüne Platz genommen. Die Gitarristen Skaahl und Ragnar aka Mario und Dominik zocken sich den sprichwörtlichen Wolf und geben richtig Gas. 

Die Frage, ob die Fans noch ein oder zwei Stunden durchhalten, war wohl eher rhetorisch. Natürlich halten sie durch, das geben sie lautstark zu erkennen. Viele tauen gerade erst richtig auf. Als Dankeschön für die heftige Reaktion bekommt das Publikum den Song „Naturgewalt“ vom Album „Call Of The Black Winds“ serviert. Der Song, der sich zu einem Evergreen der Band zu entwickeln scheint, wird ebenfalls heftig gefeiert. 

Weiter geht der Reigen mit „Black Fire“, „Under The Wolves Banner“ und „A Pagan Storm“. Natürlich erhalten auch diese Stücke den durchweg verdienten Applaus. Die Energiedichte der Musik von Wolfchant ist von Grund auf sehr hoch, doch live sind die Songs dann schon noch immer ein ganz besonderes Erlebnis. 

Inzwischen werden immer wieder Rufe nach „Eremit“ laut, doch Fronter Mario vertröstet die Zuhörer noch, dafür sei es noch zu früh. Dabei koch die Stimmung mittlerweile; lautes Gekreische beendet jeden Titel der Formation und es wird auch kaum mehr ruhiger im Saal. Und so ist es kein Wunder, dass es bei „Eremit“ zum Überschwappen kommt. 

Einen gewissen Spaßfaktor gibt es ebenfalls zu vermelden. Die Nummer „Never Too Drunk“ ist gewiss nicht ganz ernst gemeint, rockt aber trotzdem wie die Hölle. Feiern können die Münchner Fans, das steht außer Frage. 

Aufgrund der Tatsache, dass die Zeit knapp wird, muss die Setlist beschnitten werden. Somit kommt der einzige Coversong des Abends zum Zuge: Die Grave Digger Nummer „Rebellion“ vom Album „Tunes Of War“ wird zum Besten gegeben und findet jede Menge Anklang. Das Ende des Sets markiert der Titel „Call Of The Black Winds“. Doch der Start des Songs wird verzögert, da die Technik streikt. Kurzentschlossen verzichten Wolfchant auf die technische Unterstützung und spielen den Titel einfach frei weg. 

Nach eineinviertel Stunden endet ein fulminanter Headliner-Gig einer wirklich begabten Band, die Wert auf ihre Fans legt und es versteht, die Musik und deren Aussagen zu zelebrieren. Wolfchant haben das Hansa 39 gerockt. Punkt. 

Setlist:

  • 1.     Stormwolves
  • 2.     Naturgewalt
  • 3.     Black Fire
  • 4.     Under The Wolves Banner
  • 5.     A Pagan Storm
  • 6.     Der Stahl in meinem Feinde
  • 7.     Eremit
  • 8.     Fate Of The Fighting Men
  • 9.     Never Too Drunk
  • 10. Rebellion
  • 11. Call Of The Black Winds

Das Heavy Winterstorm Festival entpuppt sich als wahre Fundgrube für talentierte Bands. Interessant ist vor allem auch, wie reibungslos die Umbaupausen vonstatten gehen und wie familiär die Atmosphäre im Hansa 39 ist. Preislich darf man nun wirklich nicht meckern. Die Karte hat 15 Euro gekostet, dafür gab es aber sage und schreibe zehn Bands - dieses Verhältnis kann man nicht toppen. Eine wunderbare Veranstaltung, die es verdient, populärer zu werden. 

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