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Evergrey, Layment und WhateveRemainS im Konzert (Bochum, Juni 2015)

Intensiv melodischer Abend vor erlesenem Publikum

Evergrey

Wenn man sich so die Shows anschaut, wo denn Evergrey in den letzten Tagen alles so gezockt haben, dann darf man schon die eine oder andere Träne im Kopfloch ausquetschen, denn überall scheinen die Clubs proppevoll gewesen zu sein – in Bochum sind es eben an diesem Mittwochabend vielleicht gerade einmal nur gut 200 Fans, die sich vor die Bühne drängeln. Auch wenn, wie unser Pit-David aus Hamburg in der Review der neuen Platte „Hymns For The Broken“ schon trefflich analysierte, die schwedische Truppe schon vor dem Aus schien, so hat auch live der enorme personelle Wechsel keine Auswirkung, denn selbst wenn Tom Englund & Co. vielleicht ein wenig wegen der Zuschauerzahl enttäuscht sein sollten, so lassen sie das ihre Fans nicht für den Hauch einer Sekunde spüren und rocken nicht nur souverän, sondern auch überzeugend durch ihre Spielzeit.

Konsequenterweise bieten sie heute erneut einen schönen Querschnitt ihrer Schaffensphase und reichen mit „Solitude Within“ sogar bis zum Frühwerk „Solitude Dominance Tragedy“ von 1999 zurück. Wie immer aber sind es die Details, die einmal mehr die Evergrey-Show zum absoluten Erlebnis machen; die kleinen Gesten, die einfach nur manchmal wahrgenommen werden, die aber die Truppe umso viel sympathischer erscheinen lassen. Tom Englund beispielsweise bemerkt aus den Augenwinkeln, dass gerade von weit außen bei „Monday Morning Apocalypse“ zwei Kameras auf ihn gerichtet sind, und schon hebt er mitten im Gesang die Pommesgabel gen Mikrofon, wohl wissend, dass die Auslöser nun fleißig surren. So ganz nebenbei wird über „fucking“ Rockstars hergezogen, die Titelmusik von „Der weiße Hai“ angespielt oder aber Tom will wissen, ob wir denn auch eine magische Zeit hätten – ungekünstelt, echt, verschmitzt, ehrlich, dass dürften die Attribute sein, die diese Szenerie am Besten widerspiegeln.

Und so rocken Evergrey schweißtreibend durch den Abend, die Songs stehen immer wieder im Vordergrund und nicht pure Effekthascherei, der Sound dröhnt prall, satt und transparent aus den Boxen und auch der vorhin pausierende Lichtmischer hat ein paar Schippen draufgelegt. „Ihr wisst, wie das geht“, so Tom nach dem unglaublich intensiven „Missing You“, als sie schnell schon in den Bonusteil wechseln und „Recreation Day“ anspielen. Deutlicher wird Tom dann noch vor dem Rausschmeißer „The Grand Collapse“, indem die Fans auf Facebook durchaus mitteilen sollen, wie geil der Abend denn gewesen sei, denn das würden auch alle lesen, die heute nicht hier waren und es sich somit überlegen, dann beim nächsten Liveabstecher lieber nicht mehr mit Abwesenheit zu glänzen. Mit einem „Danke fürs Kommen, das bedeutet uns sehr viel“ verlassen sie dann die Bühne und schicken eine Menge glücklicher Gesichter nach Hause.

Setlist:

King Of Errors
Leave It Behind Us
The Fire
Monday Morning Apocalypse
Obedience
Black Undertow
The Masterplan
Mark Of The Triangle
Blinded
Solitude Within
Wake A Change
A New Dawn
I'm Sorry
Missing You
---------------------
Recreation Day
Broken Wings
A Touch Of Blessing
The Grand Collapse

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