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Ensiferum und Fleshgod Apocalypse im Konzert (Köln, April 2016)

Vieles klappt, ein perfekter Abend sieht dennoch anders aus

Mangelnden Einsatz kann man den Italienern von Fleshgod Apocalypse an diesem Abend sicher nicht vorwerfen

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Ensiferums „One Man Army“-Tour im vergangenen Jahr war allem Anschein nach nicht genug – ob für Fans, Band oder beide sei dahingestellt – weswegen die Finnen ihre Fans nun mit „The Return Of The One Man Army Tour“ beglücken. Als Special Guest mit dabei sind dieses Mal die Italiener von Fleshgod Apocalypse, die im Gegensatz zum Headliner mit „King“ auch ein brandneues Album im Gepäck haben. Gemeinsam mit Heidra lud das Duo vergangenen Mittwoch in die Live Music Hall zu Köln, wobei zu besagten Heidra aufgrund einer einstündigen Bahnverspätung an dieser Stelle leider nichts gesagt werden kann.

Fleshgod Apocalypse

Nachdem Heidra ihr Set abgeschlossen haben, und schlussendlich auch der Schreiber dieser Zeilen seinen Weg in die Live Music Hall gefunden hat, treten Fleshgod Apocalypse gute anderthalb Stunden nach dem Einlass auf die Bühne, wo sie sich mit einem gut gefüllten Haus erwartungsfreudiger Metalheads konfrontiert sehen, die es in den kommenden sechzig Minuten vom symphonischen Death Metal zu überzeugen gilt.

Schon am Einlauf der Band wird deutlich, dass bei den Römern vor allem Epik großgeschrieben wird. Von dramatischer Musik unterlegt, marschiert zuerst eine nicht näher benannte, kostümierte Sängerin auf die Bühne und dreht mit ihrem Hirtenstab auf den Boden klopfend eine kurze Runde, bevor unter zugegebenermaßen noch eher verhaltenem Applaus auch der Rest der Band die Bühne betritt. Was das Sextett dann im Folgenden aufs Parkett legt, lässt sich wohl am besten als symphonischer Death Metal mit starkem klassischen Einfluss sowie opernhaften Elementen bezeichnen. Im Fokus stehen demnach ballernde Schlagzeugbeats und harte Riffwände, klassisch-epische Gesangselemente und die immer wieder hervortretenden Melodien von Pianist Francesco Ferrini sorgen allerdings für zusätzliche Atmosphäre.

Während die Band, allen voran Fronter Tommaso Riccardi und Pianist Francesco, die Musik sichtbar leben und bisweilen schon beinahe schauspielerische Einlagen darbieten, sind die Publikumsreaktionen aller Epik zum Trotz eher verhalten. Obwohl sich in der Hallenmitte ein wild bangender Fanzirkel zusammenfindet, wirken viele Zuschauer in den hinteren Reihen ein wenig konsterniert, und scheinen sich nicht sicher zu sein, was genau sie jetzt mit dieser ungewohnten Stilmischung anfangen sollen. Ein wenig Besserung bringen da die motivierenden Ansagen des Frontmannes. Neben den typischen Ansagen à la „Prost Köln, good to be back“, oder nonverbalen Powerfaustaufforderungen – die auch artig beantwortet werden – wird auch der Hintergrund des einen oder anderen Songs erklärt, um die Musik dem Publikum so etwas näher zu bringen. Das besonders klassisch angehauchte „The Fool“ beispielsweise handelt laut Tommaso von jemandem, der Trauer und Bedauern hinter einer lächelnden Maske versteckt – wie poetisch.

Allzu viele neue Fans werden Fleshgod Apocalypse an diesem Abend vermutlich nicht gefunden haben – so artistisch die Show auch sein mag, die perfekte Zielgruppe haben die Italiener an diesem Abend nicht vorgefunden. Letztendlich lässt sich dennoch ein positives Fazit ziehen, da der Stimmungspegel dank konstanten Bemühens seitens der Band über die elf Songs umfassende Setlist hinweg stetig steigt und die Italiener schlussendlich mit einem warmen Applaus verabschiedet werden.       

Setlist:

Marche Royale
In aeternum
Minotaur (The Wrath of Poseidon)
Pathfinder
Cold as Perfection
The Violation
Prologue
Epilogue
The Fool
The Egoism
The Forsaking

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