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Audrey Horne, '77, Pet The Preacher im Konzert (Hamburg, November 2014)

Party pur im Headcrash!

Nimmt auch gerne mal den Bartresen in Beschlag: LG von '77

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'77

'77 haben bereits einen etwas höheren Bekanntheitsgrad aufzuweisen, es ist zumindest schon voller geworden und die Leute kommen langsam auf Betriebstemperatur – bei der Kälte draußen dauert das zurzeit vielleicht eh ein bisschen länger. Außerdem ist die Musik der vier jungen Spanier natürlich auch viel mehr zum Abfeiern geeignet als der schwere Sound von Pet The Preacher zuvor.

Man kann es im Prinzip auf jeden Livebericht über '77 übertragen: Hier ist genau nullkommanix neu, Originalität könnte man mit einem Teleskop suchen und würde sie nicht finden – aber zumindest live ist das schlichtergreifend scheißegal. Hier sollte man sich lieber darüber freuen, AC/DC mit Bon Scott (R.I.P.) für wenig Geld sehen zu dürfen, anstatt am geklauten Sound herumzumeckern. Denn spielen können die vier Burschen aus dem schönen Barcelona, die Performance ist akkurat, tight und leidenschaftlich.

Letzteres gilt vor allem für Leadgitarrist LG, der wie immer den Zappelphilipp gibt und kaum eine Sekunde stillstehen kann: Verrenkungen, Headbangen, über die Bühne pesen – alles inklusive. Man fragt sich wirklich, ob der Typ auf Aufputschmitteln ist, ADS hat oder wie Devin Townsend zu viel Adrenalin produziert. Dass er zwischendurch mal Soundprobleme hat (ansonsten kann man sich auch bei '77 nicht beschweren) und der Verstärker oder die Klampfe anscheinend nicht immer mitziehen will, hält ihn nicht davon ab, durchs Publikum laufend oder oben auf dem Bartresen ein Solo zu spielen. Logisch, dass seine Axt mit einem Sender ausgestattet ist, trotzdem kommt immer, wenn man jemanden mit einer E-Gitarre ohne Kabel spielen sieht, leicht dieses Gefühl auf, als würde man ein Modern-Talking-Video sehen (ohne das blöde Gegrinse, versteht sich).

Lustigerweise ist es die ältere Fraktion im Publikum, die bei den Katalanen richtig steilgeht – ein Herr jenseits der Fünfzig neben mir und seine Begleiterin haben auf jeden Fall so richtig Spaß und lassen die ergrauten Rüben schön wackeln. Überdies zeigen sie sich erstaunlich textsicher. Zugegeben: Anspruchsvoll ist auch die lyrische Komponente nicht unbedingt, Titel wie „Maximum Rock’n’Roll“, „Less Talk (Let’s Rock)“ oder „Down And Dirty“ verleiten ganz von allein zum amüsierten Lächeln, aber das Zeug lässt sich eben auch bestens – egal ob bierselig oder nicht – mitgrölen. Und bei so puristischem Rock’n’Roll wie von dieser Truppe vorgetragen geht es schließlich nicht darum, die Welt zu verbessern, sondern zu rocken, zu saufen und seinen Spaß zu haben. Diese Mission haben '77 heute Abend mit Bravour erfüllt. Außerdem ist „Your Game Is Over“ einfach mal ’ne verdammt geile Nummer! Eine Frage bleibt allerdings offen: Wie alt ist der Drummer der Jungs? Aussehen tut er wie Zwölf. Darf der überhaupt schon Bier trinken?

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