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Apocalyptica, Livingston im Konzert (Köln, Oktober 2010)

Ein Meisterwerk, gebaut aus den Klängen von Celli

Apocalyptica verzaubern mit ihren Celli

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Ein Cello ist an und für sich schon ein überaus reizvolles Streichinstrument, das sich in entsprechenden, klassischen Konzerten großer Beliebtheit erfreut. An ein Zusammenspiel von Cello und Metal denkt man in erster Linie nicht. Sicher kommen in der ein oder anderen Akustik-Show mal Celli und andere Streichinstrumente zum Einsatz, aber dieser hält sich durchaus in Grenzen. Der Gebrauch der Celli im Hintergrund des Heavy Metal wandelte sich schlagartig, als die Finnen Apocalyptica auf die glorreiche Idee kamen, bekannte Metal-Klassiker mit dem Cello neu zu interpretieren. Ursprünglich sollte diese Idee nur für die Prüfungen an der Universität dienlich sein und ihnen eine gute Note bescheren. Aus der zunächst spaßigen und fixen Idee entstanden Apocalyptica, die seitdem die Metalwelt mit ihren ganz speziellen Klängen bereichern und heute Abend das Rheinland mit ihren Songs beglücken werden.

Livingston

Schauplatz des musikalischen Spektakels ist das Kölner E-Werk, welches sich binnen kürzester Zeit zusehends füllt. Die Fans müssen sich allerdings noch ein wenig gedulden, denn der Vortritt gebührt der Mulitkulti-Band Livingston.

Mit dem ruhig einsteigen Titel „Smile“ kommen Livingston auf die Bühne und scheinen keine sonderlich großen Schwierigkeiten damit zu haben, das Publikum auf ihre Seite zu holen. Das mag zum einen an der smarten Art der Band liegen, und zum anderen an der gefühlvollen Art von Sänger Beukes Willemse. Die Band findet eine gute Mitte zwischen rockigen Songs und gefühlvollen Tönen, und hat es damit nicht sonderlich schwer, zunehmend an Beifall zu gewinnen. Ihre Musik ist zwar gut hörbar, aber sie stellt nicht eine solche Einzigartigkeit dar, wie es Apocalyptica mit ihren Celli schaffen. Zwar hat sich die multikulturelle Band nach dem Buch „Jonathan Livingston Seagull“ benannt, aber die große Individualität bleibt aus. Sicher haben Livingston ihren eigenen Stil, und dieser ist alles andere als schlecht, aber dennoch kann man sie leicht in die Mainstream-Schublade schieben. Das Gekreische der Fans zeigt sehr deutlich, dass dieser Umstand äußerst unwichtig ist, und dass der Spaßfaktor an erster Stelle stehen sollte, und das erreichen Livingston auch ohne große Mühe.

Beukes fällt nicht nur mit seiner Stimme im Ohr besonders auf, sondern auch im Auge macht er sich bemerkbar. Immerzu räkelt er sich beinahe am Mikroständer und wirkt dabei vollkommen vertieft in die Musik seiner Band. Man sieht ihm sofort an, dass die Musik für ihn von besonderer Bedeutung ist. Jedes der fünf Bandmitglieder kommt aus einem anderen Land, wie der deutsche Jakob Nebel in einer kurzen Pause erklärt. So kommt der Sänger Beukes aus Südafrika, der Basser Phil Magee aus England und Paolo Serafin, der die Drums betätigt, aus Italien. Mit einer solch großen Mischung der Kulturen bringen Livingston wieder etwas Besonderes zum Vorschein, das nicht alltäglich ist. Aber weiter soll es mit der Musik gehen, so wie mit „6x4“ und „Disease“, in dem ein Solo auf zwei Percussions folgt.

Livingston kommen zunehmend gut an, aber gerade für die Vorband ist nicht sonderlich viel Zeit vorgesehen. So ist das Set nach „Man Over Board“ und 30 Minuten Spielzeit auch schon wieder beendet und die sympathischen Multikultis müssen die Bühne für die grandiosen Finnen Apocalyptica und ihre Celli räumen. Unter angemessenen Beifall verlassen Livingston die Bühne.

Setlist:

1.    Smile
2.    6x4
3.    Disease
4.    Broken
5.    Man Over Board

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