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Amorphis, Starkill im Konzert (Köln, November 2013)

Finnen können live im Gegensatz zur „Circle“-Konserve vollauf überzeugen

Amorphis

Wie mächtig Amorphis live wirklich sind, weiß man spätestens wieder dann, wenn die ersten Töne erklingen, wenn wie in Köln das aktuelle Album „Circle“ aus den Boxen dröhnt und nahezu alle gut etwas mehr als 600 Anwesenden schon im fiebrigen Mitklatschen die ersten Noten abfeiern. Natürlich, bei der Setlist kann man bei einer Band mit bisher elf Studioalben und damit einhergehend zahlreichen Klassikern formidabel streiten – die einen wünschen sich mehr neueres Zeug, die anderen möchten lieber, dass altes Material im Fokus steht; unterm Strich aber gehen alle glücklich nach Hause in der Gewissheit, einen superben Konzertabend erlebt zu haben.

Und so ist der Abend dann auch eindeutig von der Musik mit nur kurzen Pausen und wenigen, übersichtlichen Ansagen geprägt, dazu das ständige Aufstöhnen oder Aufjaulen der Fans, wenn wieder einer der Klassiker von damals zum Besten gegeben wird – bei „Black Winter Day“ können sich dann auch alle eigentlich in inniger Umarmung beglückwünschen, so groß ist das gemeinschaftliche Glücksgefühl.

Und so kann man den Blick der Berichterstattung auch mal auf einige kleine Details richten, die ansonsten vernachlässigt oder gar übersehen werden. Die Security zum Beispiel hat sich nicht nur um den Graben zu kümmern, ist aber wegen Ermangelung von Crowdsurfern beschäftigungslos. Allerdings hatte wohl das Management verlauten lassen, gegen die Handyfilmer vorzugehen – Knipsen erlaubt, Filmen halt nicht, was immer wieder für einige nicht immer von Verständnis begleitete Einsätze der Sec sorgt. Oder aber das hier: Im Vorfeld hatte es geheißen, Fronter Tomi hätte seine Dreads nicht mehr – das erweist sich als Trugschluss, sodass man immer wieder in den optischen Genuss kommt, das lange Haargeflecht durch die Luft peitschen zu sehen. Doch anscheinend sind die Seiten am Schädel ein wenig höher rasiert als sonst – egal. Das Tourshirt übrigens wird für 20 Schleifen angeboten.

Die Fans haben allerdings eher das Ohr fürs Wesentliche – die Musik. Da wird unter lauten Heyrufen und Powerfäusten „Against Widows“ abgefeiert, das anschließende „The Wanderer“ fleißig mit Klatschen unterstützt, und in den kurzen Pausen bricht ebenfalls immer wieder fetter Applaus aus. Überhaupt: Pausen sind heute eher Mangelware, denn Amorphis zocken gerne auch mal ein paar Songs durch, verbinden die einzelnen Fragmente mit melancholischen Gitarren oder sphärischen Keyboards. Was passt dann wie beispielsweise bei „Nightbird’s Song“ besser als ein Meer aus Pommesgabeln?

Drei Zugaben haben Amorphis heute mitgebracht und wieder dieses kollektive Aufstöhnen, als Tomi „Into Hinding“ ankündigt. „Danke fürs Kommen“, so der Sänger, verneigt sich vor dem Publikum, und schon verabschieden sich die Soumis und lassen nach formidablen 90 Minuten ein überglückliches Publikum zurück.

Setlist:

Shades Of Gray
Narrow Path
Sampo
Silver Bride
Against Widows
The Wanderer
My Kantele
Intro Tales From The Thousand Lakes
Drowned Maid
Nightbird’s Song
The Smoke
You I Need
Hopeless Days
The Castaway
Black Winter Day
----------------------
Intro Skyforger
Sky Is Mine
Into Hiding
House Of Sleep

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