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Xandria im Interview (Mai 2007)

"Wir haben uns einfach so präsentiert, wie wir sind..."
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Bevor das neue Xandria - Werk "Salomé - The Seventh Veil" in den hiesigen Plattenläden zu finden ist, haben sich Sängerin Lisa Middelhauve und Gitarrist Philip Restemeier bei uns zu einem ausführlichen Interview eingefunden.

 

Viel Spaß!

 

The-Pit.de: Hallo Leute! Erstmal danke das ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt... Wie geht es Euch denn angesichts das baldigen Releases von “Salomé - The Seventh Veil“ am 25.05.07? Steigt die Nervosität so langsam, je näher der Tag X heranrückt?

 

Lisa: Aber sicher! Im Augenblick nerve ich alle meine Freunde und meine Familie nur mit diesem einen Thema: Salomé, Salomé, Salomé... Ich muss aufpassen, dass ich nicht noch anfange, an meinen Fingernägeln zu kauen.

 

The-Pit.de: Laut Presseinfo habt ihr dieses Mal die Albumproduktion selbst in die Hand genommen. Wie wichtig war dieser Schritt für Euch als Band und seit ihr mit dem finalen Ergebnis selbst zufrieden?

 

Lisa: Anfangs waren wir sehr gespannt und vielleicht auch etwas unsicher, als wir uns vorgenommen haben, dieses Album selbst zu produzieren. Aber Marco hat uns mit sicherer Hand - oder besser: sicherem Ohr - durch die ganze Studiozeit geführt. Und das war ein gutes Gefühl, denn obwohl wir nach wie vor mit den früheren Produktionen mehr als zufrieden sind, ist die "Salomé" doch ein wichtiger Schritt in Richtung Xandria - wie wir wirklich sind.

 

Philip: Selbst zu produzieren war ein sehr schönes Gefühl… von MACHT! Muahahaha. Es kamen viele Dinge zusammen, die uns einiges an Selbstvertrauen geben konnten. Ein schönes Beispiel war die Entscheidung, mit Gerits eigenem Schlagzeug aufzunehmen, mit dem bei den vorherigen Alben niemand arbeiten wollte. Am Ende klang es so gut, dass der Tontechniker Samples von Gerits Drumsounds machen wollte…

Ich glaube, dass das was wir wollen genauso wertvoll ist wie eine Produzentenmeinung.

 

The-Pit.de: Euer Album verströmt durchgehend einen sehr zauberhaften Flair an orientalischen Musikfacetten und Feinheiten. Wie entstand denn genau die gelungene Idee, modernen Gothic Rock/Metal mit dem klassischen Mär aus „1000 und einer Nacht“ zu verbinden?

 

Lisa: Du wirst lachen: die Idee entstand überhaupt nicht! Zumal die Salomé ja eher biblisches Sagengut ist. Die orientalischen Elemente in der Musik haben sich ganz einfach so ergeben. Ich finde diese Mischung auch sehr schön, vor allen Dingen unter dem Motto "Salomé", aber im eigentlichen Sinne geplant haben wir es nicht.

 

The-Pit.de: ...und wie lange betrug die gesamte Produktionszeit von “Salomé - The Seventh Veil“ (also vom ersten Konzept bis hin zum finalen Mix)?

 

Lisa: Diese Frage ist schwierig zu beantworten. Die eigentliche Produktionsphase spielte sich zwischen Dezember 2006 und März 2007 ab, aber daran gearbeitet haben wir ja schon viel früher. Man könnte fast sagen: wir haben schon immer darauf hingearbeitet, weil ja alles, was wir je gelernt und erlebt haben Einfluss auf dieses Album hatte.

 

The-Pit.de: Das Album erzählt die Geschichte von titelgebender Salomé, der Tochter des Herodias. Was war für Euch so besonders reizvoll an ihrer Person, Wirkungsstätte und Epoche?

 

Lisa: Na ja, das stimmt so nicht ganz. Eigentlich handelt nur der Song "Salomé" von eben dieser, das Album ist Inhaltlich eine wilde Mischung aus verschiedenen Geschichten und Erlebnissen, die, bevor Du fragst, nicht unbedingt einen orientalischen Hintergrund haben. Die Figur Salomé ist allerdings extrem reizvoll, finde ich. Verrucht, sinnlich, sogar böse, aber auch verspielt und aufregend. Welche Frau will nicht manchmal auch diese Seite von sich zeigen...?

 

The-Pit.de: Etwas schmunzeln musste ich ja beim hören des Songs “Sisters of the Light“... Durch seinen mystischen Touch und die beschwingte Leichtigkeit erinnert mich der Titel irgendwie teilweise sehr stark an die frühen 80er Jahre Popsongs von Sandra (“In the Heat of the Night“). War diese „Hommage“ Absicht oder wolltet ihr einfach nur einen Anwärter zum aktuellen „Sommerhit 2007“ ins Rennen schicken? :-)

 

Lisa: Ach, Du bist süß! Ich fand die Musik von Sandra immer schon eher doof, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich in den 80ern noch zur Grundschule ging, und deswegen überhaupt keinen Bezug zu diesem Jahrzehnt habe. Aber Du liegst schon richtig, wenn Du diesen Song etwas leichter nimmst, wenn er Dich zum Schmunzeln bringt, denn so ist er auch gemeint. Vielleicht nicht gerade als Sommerhit 2007, aber als Stück, das einem nicht auf der Seele liegt, sondern eben einfach gute Laune macht.

 

Philip: Der Song soll Spaß machen… funktioniert bei den Proben ziemlich gut!

 

The-Pit.de: Der gelungene Opener “Save my Life“ wird ebenfalls auf der kommenden Compilation “Schattenreich Vol. 4“ enthalten sein. War es eure eigene Entscheidung diesen Song zur Publikation freizugeben oder hatte die Plattenfirma da letztendlich auch ein Wörtchen mitzureden?

 

Lisa: Da waren wir uns Gott sei Dank einig. Genaugenommen sind wir im Augenblick von jedem einzelnen Song der "Salomé" so überzeugt, dass wir auch jeden freigegeben hätten. “Save my Life“ ist vor allem deswegen eine schöne Wahl, weil er eine gute Verbindung zwischen den letzten Alben und dem neuen Werk darstellt.

 

The-Pit.de: Auf “Emotional Man“ und “Only for the Stars in your Eyes“ gibt sich ja ebenso Entwine - Sänger Mika Tauriainen ein Stelldichein. Wie kam diese Zusammenarbeit zu Stande und könntet ihr Euch auch in Zukunft weitere Arrangements diese Art vorstellen? (Und wenn ja, mit wem beispielsweise?)

 

Lisa: Wir kennen Mika und Entwine seit der Ravenheart-Tour 2004 und pflegen seitdem ein freundschaftliches Verhältnis. Der Song "Only for the Stars in your Eyes" hieß ganz am Anfang bei uns scherzhaft "Finnrock", und da lag die Idee nahe, Mika um den Einsatz seiner großartigen Stimme zu bitten. Wir sind sehr froh über diese Zusammenarbeit, die einen Riesenspaß gemacht hat, und wir fühlen uns auch geehrt, dass Mika sofort und begeistert zugesagt hat. Es ist nämlich kein Geheimnis, dass wir von Xandria allesamt ganz große Entwine-Fans sind...

 

Philip: Richtig. Und wir haben uns furchtbar geärgert, als wir erfahren haben, dass Entwine in unserer Heimatstadt Bielefeld spielen, während wir selber auf Tour sind. Ich hätte sie gern mal wieder gesehen.

 

The-Pit.de: Der Titeltrack “Salomé“ ist eines meiner persönlichen Lieblingslieder auf dem Album. Der Song wirkt einerseits sehr bombastisch und progressiv; aber auf der anderen Seite auch sehr emotional und strahlt eine besondere innere Ruhe aus. Ebenso ist “Salomé“ mit gut sechs Minuten Spielzeit die längste Komposition auf dem Album... Hattet ihr also schon beim Schreiben der Lyriks dieses komplexe Grundgerüst an Musikstilen im Hinterkopf oder hat sich das eher „zufällig“ so ergeben?

 

Lisa: Bei uns entstehen die Texte grundsätzlich nach den Kompositionen, oder höchstens währenddessen. Ich werde ganz nervös, wenn ich mir vorstelle, ich müsste einen Text vertonen... na ja, Marco hatte jedenfalls schon eine mystische Atmosphäre im Kopf, als er die Musik schrieb, und die Salomé-Sage fügte sich da wunderbar ein. Der ganze Song spiegelt Salomé, so, wie ich sie mir vorstelle, perfekt wider. Ich liebe besonders den Mittelteil, weil er sich so dramatisch zuspitzt! Ach ja: und danke, für das Kompliment.

 

The-Pit.de: Aber auch allgemein bin ich sehr über den dargebotenen Grundtenor von “Salomé - The Seventh Veil“ begeistert: Denn im Gegensatz zu anderen „Szene-Bands“ besticht euer aktuelles Werk nicht durch „aufgesetzte Melancholie und künstlichen „Weltschmerz-Pathos“, sondern viel mehr durch eine lebensbejahende Leichtigkeit und Frische. Inwiefern war dies beabsichtigt? Oder hattet ihr allgemein keine Lust mehr auf jenen lange ausgetretenen Pfaden zu gehen?

 

Lisa: Ehrlich gesagt, haben wir uns so genau gar keine Gedanken darüber gemacht. Wir haben uns einfach so präsentiert, wie wir sind. Das ist ein wunderbares Gefühl. Andererseits empfinde ich andere Bands dieses Genres - zumindest die, die ich kenne - in keiner Weise als künstlich. Ich denke, jeder drückt sich eben auf seine eigene Weise aus, und Melancholie hat ja auch eine ganz eigene Ästhetik.

 

Philip: Es gibt viele Bands in der Szene, die vor allem live einen unglaublich mitreißenden Spaß am spielen rüber bringen, wo kein Stück weit Dauer-Trauer-Image vermittelt wird. Ein schönes Beispiel sind die Jungs von ASP und für uns ist es ähnlich. Wir sind Musiker und haben Spaß an dem, was wir tun.

 

The-Pit.de: Gibt es auch spezielle Lieblingsstücke von Euch auf dem Album? Wenn ja, welche und warum gerade diese?

 

Lisa: Also, bei mir wechselt das von Tag zu Tag. Heute singe ich abwechselnd "A New Age" und "Salomé". Weil ich diese Songs liebe und sie sich in mein Gehirn tätowiert haben. Aber das trifft eigentlich auf alle Songs der "Salomé" zu!

 

Philip: Als Gitarrist bin ich natürlich am stolzesten auf die Songs die wirklich rocken. Das haben wir diesmal auch ganz gut hin bekommen. “A New Age“ und “Firestorm“ sind für mich ganz vorn.

 

The-Pit.de: Ihr spielt als Band in dieser Konstellation mittlerweile schon einige Zeit zusammen und habt mit Sicherheit schon einiges zusammen erlebt und durchstehen müssen... Von daher die Frage: Würdet ihr rückblickend noch mal alles so machen wie zu Beginn eurer gemeinsamen Zeit bei Xandria? Oder gibt es auch Dinge, die ihr heute anders machen würdet?

 

Lisa: Mmmmh, ich bin froh, dass ich nicht die Möglichkeit habe, umzukehren. Ich würde bestimmt einiges anders machen, aber dann wäre ich nicht der Mensch, der ich jetzt bin. Und auch Xandria wären wohl anders. Ich habe viele Fehler gemacht, aber kein Mensch geht durchs Leben, ohne mal etwas falsch zu machen. Xandria, das sind eben fünf Menschen und nicht fünf fehlerfreie Halbgötter in schwarz.

 

Philip: Es macht für mich wenig Sinn allzu kritisch zurückzublicken. Wir haben eine sehr positive Entwicklung hinter uns und dabei natürlich auch aus Fehlern gelernt, aber: Wenn man nach vorn schaut, erblickt man genug, was es zu tun gibt. Und das ist das Wichtigste.

 

The-Pit.de: Bekanntlich stehen Licht & Schatten gerade auch im Show- und Musikgeschäft sehr nahe beieinander. Einerseits kann so ein „Höhenflug“ sicherlich auch mal einige wohlige Momente mit sich bringen; aber auf der anderen Seite könnte man auch wahnsinnig werden wenn man sieht wie beispielsweise bei solchen Casting-Grotesken wie DSDS von „heute auf Morgen“ irgendwelche Möchtegern „Superstars“ gezüchtet werden... Wie geht ihr mit solchen „Alltagssituationen“ um, ohne euch als Band und Freunde selbst im Weg zu stehen?

 

Philip: Ich denke, wir alle haben eine andere Vorstellung von zufriedenstellendem Erfolg, als die Leute, die zu DSDS gehen. Eine solche Karriere wäre für niemanden von uns erstrebenswert. Ich freue mich für jeden, der mit seiner eigenen Musik ein Publikum erreicht und es ist mir egal, ob er unseren Erfolg damit überflügelt. Aber Bohlen-Produktionen für mich persönlich komplett uninteressant.

 

The-Pit.de: Jetzt im Rahmen der Veröffentlichung von “Salomé - The Seventh Veil“ werden bei Euch nun etliche anderweitige Programme und Termine auf dem Plan stehen (u.a. die ja bald beginnende Minitour zum Album). Von daher: Was macht ihr zur allgemeinen Entspannung? Bleibt noch Zeit irgendwelchen Hobbys zu frönen?

 

Lisa: Ich liebe es, einfach auf dem Sofa zu liegen und ein gutes Buch zu lesen. Außerdem laufe ich jeden Tag fünf bis sechs Kilometer, das ist immer noch das beste Mittel, den Kopf frei zu bekommen. Wenn ein guter Film im Kino läuft, genieße ich auch dort gerne einen Abend.

 

Philip: Zum Glück kenne ich auch Leute, mit denen man die Musik auch mal außen vor lassen kann…im Moment entspanne ich am besten bei einer spektakulären Runde Tischfußball.

 

The-Pit.de: Um zur gerade angesprochenen Minitour nach mal kurz zurückzukommen: Was werden eure Fans und die Zuschauer erwarten können, wenn sie Xandria Live-on-Stage betrachten können? Besondere Showeffekte oder doch eher klassisches „Einstimmen und kommunizieren“ mit dem Publikum?

 

Lisa: Wir konzentrieren uns gerne auf die Musik an sich. Es ist sehr spannend, die Atmosphäre und Bedeutung der einzelnen Songs live aufleben zu lassen. Gerade, weil es an uns schon lange nichts Aufgesetztes mehr gibt, will eine Bombast-Show oder etwas ähnliches nicht recht zu uns passen. Für die Zukunft haben wir uns aber vorgenommen, eine Show zu erarbeiten, die unserem Wesen entspricht.

 

The-Pit.de: Könntet ihr Euch eigentlich auch vorstellen, ein Album in komplett deutscher Sprache zu verfassen?

 

Lisa: Oh Nein!!! Ich habe mir mal eine Aufnahme meiner Stimme in deutscher Sprache angehört - schrecklich! Das gleiche Gefühl, wie seine eigene Stimme auf einem Anrufbeantworter zu hören. Irgendwie doof. Ich will einen oder mehrere deutschsprachige Songs für die Zukunft nicht ausschließen, aber es wäre schon ein merkwürdiges Gefühl.

 

The-Pit.de: Okay... Dann erst mal herzlichen Dank für eure Zeit am mitwirken dieses ausführliches Interviews, sowie weiterhin noch viel Erfolg und Spaß mit Xandria! Möchtet ihr abschließend noch ein paar Worte an die Fans und unsere Leser von “The-Pit.de“ richten?

 

Lisa: Das Interview hat sehr viel Spaß gemacht. Also an Euch und alle Leser: Dankeschön, und hoffentlich sieht man sich bald!

 

Philip: Danke an euch, Grüße an die Leser, und KAUFT MEHR “SALOMÉ“!

 

Einen herzlichen Dank an dieser Stelle noch mal an Lisa Middelhauve und Philip Restemeier von Xandria; sowie auch an "Absolut Promotion" für die Ermöglichung dieses Interviews!

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