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worldESCAPE im Interview (September 2007)

"Emo ist kacke!"
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Die Trierer worldESCAPE sind eine der Bands, denen viel mehr Aufmerksamkeit gebührt als sie bislang bekamen. Die "Promo 2006" der Jungs spricht für sich und im Februar steht ein Supportslot bei der Tour von Dismember und Hatesphere an.

Wir krallten uns die Jungs und führten ein Interview, das einerseits informativ war, an anderen Stellen aber eher auf die Lachmuskeln abzielte.

Alles und mehr dazu lest Ihr am besten im Folgenden ...

 

The-Pit.de: Hey Leute!

Gut, dann legen wir jetzt mal los, okay?

 

Eric: Ja, okay …

 

The-Pit.de: Zuerst mal zu Eurer Vergangenheit:

Im Grunde seit Ihr ja schon 1994 unter dem Namen Doomstone entstanden. Damals sah das Line Up bis auf Eric komplett anders aus. Die Musik hat sich inzwischen auch stark verändert.

Wo seht Ihr noch Berührungspunkte zu Euren Anfängen?

 

Eric: Ja gut, 1994 war ich selbst noch nicht dabei. Gegründet hatte die Band jemand anderes, und zwar der ganz alte Gitarrist Andreas Lütticken, der ja noch bis Mai letzten Jahres dabei gewesen.

Berührungspunkte: Ja, es ist eigentlich noch Metal, aber nicht mehr in dem Sinne, wie wir angefangen haben. 1994 haben die Jungs angefangen, möglichst progressiv zu spielen und haben sich ein bisschen nach Annihilator gerichtet, nach Testament und Death und sowas . Damit haben wir momentan halt eigentlich nicht mehr so viel zu tun. Diese Einflüsse sind bei uns halt nicht mehr vorhanden.

 

 

Christoph: Ja, warum fängst Du denn jetzt mit der Vergangenheit an? Man kann jetzt im Nachhinein sagen, den Konjunktiv vergewaltigen „hätte, wäre … dann wären wir jetzt ..“ Fakt ist, dass wir in der Gegenwart sind und in die Zukunft gucken. Und darin sehen wir unsere Chancen.

 

Kim: Christoph, Du laberst eine Scheiße….

 

alle: (lachen)

 

The-Pit.de: Okay okay, dann lasst mich die nächste Frage trotzdem noch stellen.

Habt Ihr durch den Umbruch von Doomstone zu Worldescape eher Fans dazugewonnen, oder eher verloren?

 

 

Eric: Ja, ja! Wir haben Fans dazu gewonnen. Man muss zwar schon sagen … also, als wir die letzte CD damals veröffentlicht haben, gab es schon einen guten Absatzmarkt in Polen und in Belgien und sowas, das war schon ganz, ganz cool gewesen, aber im Vergleich zu jetzt eigentlich, kann man das gar nicht mehr miteinander vergleichen, weil momentan wesentlich mehr Resonanz vorhanden ist.

 

The-Pit.de: Wie waren denn die Reaktionen der eingefleischten Fans auf das Ende von Doomstone?

 

Eric: Ja, viele konnten damit dann nichts mehr anfangen,weil es denen dann zu modern geklungen hat und alles mögliche und zu viele Melodien und es nicht mehr so progressiv gewesen ist. Es gibt heute immer noch Leute, die nach alten Songs rufen und sonst irgendwie was, aber das ist vorbei. Ich habe, glaub ich, noch fünf Doomstone-CD´s zuhause und das war´s dann aber auch.

 

Christoph: Einige Fans mögen nach wie vor die alten Doomstone-Sachen, aber die meisten haben sich natürlich mit uns weiter entwickelt, hören gern noch den alten Kram, blicken auf die Zeiten zurück, aber gehen mit uns in die Zukunft und leben den neuen Weg mit uns.

 

The-Pit.de: Gut, um Christoph seinen Willen zu lassen, gehen wir dann jetzt mal in die Gegenwart.

Line-Up-technisch seid Ihr ja schon fast gebrannte Kinder. Sind Eure Ansprüche denn derart hoch und entsprach kein Anwärter diesen Ansprüchen, dass ihr teils so lange ohne Bassist aufgetreten seid?

Weil Du, Kim, hast ja lange Zeit auf dem Gitarristenposten weiter gemacht…

 

 

Kim: Folgendes: Ich bin ja damals eingestiegen bei Doomstone als Gitarrist, obwohl ich eigentlich noch bei einer anderen Band als Bassist gespielt habe. Nur der Gitarrist, der die Band damals gegründet hat, war davon ausgegangen, dass ich das an der Klampfe irgendwie hinkriegen würde, wovon ich nicht so wirklich überzeugt gewesen bin. Ich hab das dann irgendwie übernommen, es war aber klar, dass es nicht ohne Bassisten weitergehen könne. Und dann haben wir uns aufgrund der Tatsache, dass wir in Trier sind und es da mit Bassisten ein bisschen schwierig ist, entscheiden, einen Gitarristen zu suchen, damit jemand anderes an der Klampfe einsteigen kann.

 

Eric: komm zum Punkt …

 

Kim: Ja, so isses einfach … um Gottes Willen. Ja, ich hätte zwar gern an der Klampfe weiter gemacht, aber ja, was soll´s, ich mein, ein Bassist muss irgendwie her, dann hab ich den Posten hat genommen, fertig, aus. Es war einfach schwierig, einen zu finden.

 

Christoph: Ja, wie Kim gerade schon zu den musikalischen Aspekten gesagt hat. Wir hattne dann auch einige Bassisten vorspielen gehabt. Für uns ist auch der menschliche Aspekt extrem wichtig. Wir sind alle Kollegen, wir saufen am Wochenende zusammen, machen unsere Sessions. Wir wollen halt auch jemanden, der genauso drauf ist wie wir, mit dem wir uns gut verstehen und der sich in die Band eingliedert.

Kim war halt dabei gewesen und der neue Posten ist von Jo gut besetzt.

 

 

Jo: Sieht man ja.

 

The-Pit.de: Genau, und damit kommen wir auch direkt zur nächsten Frage:

Wie bist Du eigentlich in die Band gekommen, Jo?

 

 

Jo: Ja, ich kannte eigentlich die Leute alle schon vorher, wenn auch nur vom Sehen oder nur flüchtig. Ich meine, in Trier ist es so, dass die Leute, die die gleiche Musik hören, kennen sich eigentlich gegenseitig so gut wie alle.

Ja, dann ist der Posten halt frei geworden und da hab ich mir gedacht bzw. Die Band kam auch teilweise auf mich zu und hat gesagt „Jo, hättest Du nicht auch Lust?“

 

 

The-Pit.de: Warum tragt Ihr bei Euren Auftritten mit Vorliebe weiße Shirts? Steckt da ein tieferer Sinn dahinter?

 

Eric: Ja, das kam halt so ein bisschen von mir aus, weil das übliche Klischee ist halt immer Metal – schwarz auf der Bühne, trallalla. Ja, keine Ahnung, also, ich war mal ´ne zeitlang starker Darkane-Fan und die haben auch alles ziemlich in weiß gehabt. Fand ich ziemlich cool, die Idee und daraufgehend hab ich dann gesagt: „Okay, probieren wir das einfach mal aus, ein bisschen was anderes zu machen.“ Daraus hat sich das dann entwickelt.

 

The-Pit.de: Was steckt hinter dem Namen World Escape? Flieht die Welt oder flieht Ihr vor der Welt?

 

Kim: In erster Linie fliehen wir, bzw. ich, vor der Welt. Mehr gibt´s dazu eigentlich nicht zu sagen. Ich hab irgendwann den Vorschlag gemacht, und der war unter allen Vorschlägen, die gemacht wurden, offensichtlich der erfolgreichste. Und dann hat man sich entschieden, das zu tun

 

Eric: . Wir haben auch noch weitere gute Aspekte wie Iconoclasm, Sophisticated …

 

Kim: lacht …

 

Eric: ähm, ja, aber …

 

Kim: Ne, es ist einfach so: Ich hab irgendwann den Begriff gehört „Weltenflucht“ und hab mir überlegt, dass das vielleicht auf englisch ganz gut klingen könnte...

 

Eric: Wat? Der is´nur geklaut von Wallewalle.

 

Kim: Nix! Halt Maul, Wallewalle.

Ja, ich hab gedacht, dass das vielleicht ganz gut passen würde und vielleicht auch nicht so dermaßen mit Metal und Klischees besetzt ist wie weiß ich nicht, wie der Rest, was man z.B. so machen könnte wie Torn oder sowas in der Richtung. Der gutturale Aspekt bleibt bei worldESCAPE außen vor.

 

 

The-Pit.de: Aha, okay.

Willst Du noch was dazu sagen, Sebastian?

 

 

 

Sebastian: (schüttelt den Kopf)

 

 

 

Eric: Kring sagt nein.

 

The-Pit.de: Mir fällt es nicht so ganz leicht, ein Image bei Eurer Band zu erkennen. Verzichtet Ihr bewusst auf so was, damit es nicht von der Musik ablenkt?

 

Sebastian: Jeder von uns hört eine andere Musikart. Ich höre schnelle, harte Sachen, Christoph hört … keine Ahnung, Eric hört am liebsten Darkest Hour, Kim ´nen Mischmasch aus dunkler Musik …

 

Eric: Passend zur Hautfarbe…

 

Kim: Aber kein R´n´B!

 

Sebastian: Und Johannes hört auch irgendwas in der Richtung Death Metal. Wir haben fünf verschiedene Musikrichtungen, die wir versuchen, irgendwie untereinander aufzuteilen und alles in die Musik einfließen zu lassen. Was dabei raus kommt, ist im Endeffekt worldESCAPE.

 

Kim: Image ist halt weiß Gott in der Vergangenheit genug Image gegeben, wo das Image auch im Vordergrund gestanden hat im Vergleich zu dem, was eigentlich wirklich wichtig gewesen wäre, zumindest meiner Ansicht nach. Von daher: Die Leute sollen halt einfach unvoreingenommen an die Sache rangehen, sollen sich das Zeug anhören, entscheiden, ob sie damit was anfangen können, ob sie Image brauchen. Wenn sie Image brauchen, sind sie bei uns halt an der falschen Adresse.

 

Eric: Wir haben ja die weißen Shirts …

 

Kim: Weiße Shirts, ja… Prinzipielle Opposition, Arsch geleckt.

Die Leute sollen einfach entscheiden: Wenn sie das brauchen, sind sie bei uns halt falsch, wenn nicht und sie einfach mit der Musik was anfangen können und damit irgendwelche Querverweise herstellen können, cool, ansonsten …

Die Leute sollen einfach selber entscheiden.

 

 

Christoph: Image … Wir sind unser Image. Kommt zu unseren Gigs, sehe uns, erlebe uns und du wirst die Frage nach unserem Image nicht mehr stellen.

 

Eric: Fast asskicking metal ..

 

Christoph: Nucular!

 

Eric: Nucular Thrash Metal!

 

Christoph: Superiour Livestyle provided, also superiora Lebensstil vorausgesetzt.

 

Jo: Ich hätte gern Nuclear Thrash Metal Assault!

 

Christoph: Rausschneiden, rausschneiden!

 

The-Pit.de: Hier wird nix geschnitten!

Jetzt habt Ihr die nächste Frage schon vorweg genommen.

Da ging´s nämlich um die verschiedenen Auffassungen & Einflüsse von euch allen …

 

 

Sebastian: Ich hab keine Ahnung, was wir eigentlich da machen.

 

Kim: Ich hab´ damals überlegt, dass es vielleicht ganz gut wäre, ein bisschen moderneren Metal zu spielen, sich ein bisschen von den Strukturen zu entfernen, die damals bei Doomstone vorherrschten, im Sinne von „schwer, vertrackt, möglichst viel Töne usw … usw …“ Das alles ein bisschen griffiger, ein bisschen catchy zu gestalten. Das haben wir, denke ich mal, ganz gut auf die Reihe bekommen. Nichts desto weniger ist es immer noch so. dass, wie Kring vorhin auch gemeint hat, einfach fünf verschiedene Leute da am Start sind, die auf fünf verschiedene Arten von Musik stehen oder meist halt noch mehr, und das alles miteinander in Verbindung zu bringen, ist nicht ganz einfach, läuft letzten Endes auf ´nen Mischmasch hinaus. Ja, ich denke, das Endprodukt hört man, wenn man sich die Promo anhört und das ist zwar das Endprodukt, aber von den Bestrebungen, die wir in den letzten Wochen und Monaten und Jahren hatten, aber ich denke mal, das geht auf jeden Fall noch weiter.

Das es alles ein bisschen homogener wird, ein bisschen einheitlicher und dass die Leute letzten Endes da was finden, womit sie sich identifizieren können.

 

 

The-Pit.de: Habt Ihr Reaktionen wegen Eures Auftritts beim ROA bekommen? Neue Fans o.ä.?

 

Sebastian: Klar, wir waren geil! Außer der Wettergott hat mal wieder net mitgespielt.

 

The-Pit.de: Ja, der Wettergott war echt nicht gnädig …

 

Christoph: Der Wettergott kann uns am Arsch lecken! Als wir unsere Songs in die Welt gefeuert haben, sind die Leute nach vorne gekommen.

 

The-Pit.de: Und? Habt Ihr nach dem Ragnarock Fanreaktionen bekommen?

 

Eric: Ja, so ein bisschen. Es war schon okay, vor allem mal außerhalb zu spielen und so, das bringt halt immer doch schon einiges. Ich mein, zuhause kennt einen jeder und das ist dann alles schon normal. Wie z. B. heute hier in Koblenz, das war echt super. Von den Reaktionen her, auch viele Leute, die auf einen zugekommen sind und sowas. Die echt begeistert waren.

Das Ragnarock hat auch einiges gebracht und ich hoffe halt auch wieder, mit dem Danny auch wieder irgendwann zusammen zu arbeiten, weil er gemeint hatte, dass wir da auf jeden Fall noch ein paar Clubshows machen können und sowas, für Anfang 2008. Ich hoffe mal, dass da noch was zustande kommt.

 

 

The-Pit.de: So, dann kommen wir jetzt mal auf Sebastian zu sprechen.

Sebastian hat ja auf der Bühne eine, nennen wir es mal Unart, erzählt doch mal etwas darüber, wenn Ihr möchtet…

 

 

Christoph: Ja, seine größte Unart ist: Er zeigt halt sein Gesicht auf der Bühne!

 

alle: lachen!

 

Christoph: Ich versuche es auch immer, ihm auszureden, aber das funktioniert einfach nicht!

 

The-Pit.de: Aber Du weißt schon, worauf ich anspreche, Sebastian, oder?

 

Sebastian: Ne, eigentlich nicht.

 

 

 

The-Pit.de: Dann helf ich Dir mal auf die Sprünge: Eric ist davon eigentlich immer ziemlich leidgeplagt…

 

Eric: Achso, das Spauzen und Spucken und Rotzen …

 

The-Pit.de: Genau, was ich auf dem Ragnarock auch schon erleben durfte …

 

Eric: Ja, wir hatten mal so ein Spuck-Contest gemacht. Da haben wir in der Rockhal in Luxemburg gespielt mit All That Remains. Und ich hab halt irgendwann mal gedacht, ich spuck einfach mal meinen Schlagzeuger an und daraufhin gehend kam dann die absolute Attacke von hinten und er hat mich halt zusammen gesudelt, bis nix mehr ging, sodass mich meine Freundin hinterher gar nicht mehr angepackt hat und zu mir gesagt hat :“Bevor Du net drei Stunden duschen warst, geht hier gar nix mehr!“

Joa, dat is´ halt so. Drei Stunden Autofahrt, 15000mal spucken, so ungefähr.

Na ja, das ist halt …

 

 

The-Pit.de: Schuldig …

 

Eric: Ja, schuldig im Sinne der Anklage.

 

The-Pit.de: Ja, dann zu Dir, Eric. Du hast Dich ja auf dem Ragnarock auf der Bühne als Emo-Hitler bezeichnet.

 

Eric: (flüstert) Ich wusste es!

 

Kim: (lacht)

 

Eric: Arschloch!

 

The-Pit.de: Dies ist irgendwie etwas befremdlich, zumal Eure Musik ja auch nicht viel mit Emo zu tun hat, geschweige denn mit dem benannten Herrn.

 

Christoph: (klatscht) Sie hat´s erkannt! Hoffentlich jetzt auch der Rest der Welt!

 

Eric: Es gab letztens mal jemand, der …

 

The-Pit.de: Moment, lass mich die Frage noch zu Ende stellen.

 

Sebastian: Ach, ist scheißegal, vergess et! Emo ist kacke!

 

The-Pit.de: Ja gut, dann …

 

Kim: Ja nee, welcher Hintergrund…?

 

The-Pit.de: Welchen Hintergrund hat diese doch auch durch des Führers Namen negative Bezeichnung?

 

Eric: Also…

 

Sebastian: Scheiße! Emo ist kacke!

 

Kim: (Sebastian nochmal dazwischen: „Emo ist kacke!“) Wir haben uns aufgemacht, um zum Ragnarock zu fahren …

 

Eric: Darf ich bitte mal …

 

Kim: Nein, später, später…

 

Eric: Es geht um meine Frisur!

 

Kim: Ja!

 

Sebastian: Scheißegal, Emo ist kacke!

 

Kim: Du bist HJ, leck mich am Arsch! Er (Eric, Anm. der Redaktion) war einen Tag vor dem Auftritt beim Friseur. Der Christoph und ich standen …

 

Eric: Es tut mir leid, dass ich meine Haare abschneiden musste, aber ich habe Geheimratsecken!

 

alle: lachen!

 

Kim: Ja, nicht cut!

 

Kim: Christoph und ich stehen und warten auf Eric. Eric kommt an, ich seh´ die Frisur, sag zum Christoph: “Knall mit den Hacken zusammen, hier kommt der HJ-Führer!“ So, ich ihm das gesagt, er meint zu mir: “Ich hab´in den Spiegel geguckt und hab´auch gedacht, irgendwie hat das ein bisschen was mit der Vergangenheit zu tun, könnte ich mir vorstellen.“ So, das haben wir dann natürlich ausgereizt auf der Fahrt, weil – Schwachstelle – worldESCAPE – Kerbe auf, sofort rein geschlagen, ist ja mal ganz klar.

 

Sebastian: Emo ist scheiße!

 

Kim: Und Eric hat das dann als Bühnengag verwendet und hat gemeint, er wäre jetzt halt „Emo-Hitler“.

 

The-Pit.de: Hat sich denn nach eurer genialen „Promo 2006“ labeltechnisch gar nichts getan?

 

 

 

Eric: Joa, das Problem ist halt einfach, der deutsche Underground wird irgendwie gar nicht berücksichtigt. Es ist super schwierig, als deutsche Band irgendwie zu versuchen, an irgendwas ranzukommen. Labeltechnisch sind da jetzt mal zwei, die Interesse gezeigt haben. Also, Namen nenne ich jetzt mal noch keine, aber da könnte eventuell mal was passieren. Aber ich kenne ja ein paar Leute bei größeren Labels und die haben auch gesagt: „Ja, Ihr müsst live viel spielen und auf Touren kommen…“ Ja, nur, wenn ich dann jetzt auf Touren kommen möchte, dann brauch ich ein Label im Hintergrund, die das auch finanzieren. Man muss so 250 Euro am Tag für den Tourbus bezahlen und aus eigener Tasche geht das echt recht schlecht.

 

Sebastian: Wir bei worldESCAPE sind im Prinzip alles Hungerleider.

 

 

 

Eric: Ich hab mindestens 5 Euro in der Tasche...

 

Kim: Wir hatten ein Angebot, auf ´ne Tour mitzugehen mit Vital Remains. Hat eigentlich auch alles ganz gut geklungen, das wäre ´ne Tour gewesen von 2,5 bis knapp 3 Wochen. Der einzige Haken, der ander Sache war, war: Wir hätten pro Tag 450 Euro bezahlt. Für den Nightliner und dergleichen…Wir hätten uns also in die Tour einkaufen müssen, so wie das halt üblich ist bei den Bands, die halt keinen Vertrag haben usw… Das sind einfach finanzielle Belastungen, die für uns nicht zu schultern sind, ganz einfach. Da kann man nichts machen.

 

Eric: Selbst Bands mit einem kleinen Plattenvertrag müssen „Pay-to-Play“ machen, das ist ganz klart momentan, was heißt momentan, das ist schon so seit Jahren, seit Jahrzehnten so, dass wenn Du als Support mitspielen willst, dann musst Du halt bezahlen. Wenn du ein Label im Hintergrund hast, die das machen, ist das schön und gut, aber weitestgehend fällt es doch immer auf die Band zurück.

Man hat in der Vergangenheit schon so oft darüber gelesen, dass Bands abgesprungen sind irgendwo in der Mitte einer Tour, weil es schlecht gelaufen ist. Die müssen sich ja über ihr Merchandise finanzieren etc.

Und es ist halt einfach super schwierig, da auf Touren aufzuspringen.

 

 

Christoph: Wir sind aber auch so zuversichtlich, dass wir in nächster Zukunft ein Label finden, dessen Vorstellungen mit unseren total übereinstimmen. Die uns in der Art und Weise unterstützen, wie wir es verdient haben.

 

Eric: Wir wollen ja auch in Hallen spielen, die mind. eine 2000er Kapazität haben und mindestens halt immer 50 Frauen auf uns warten im Backstagebereich und sowas… Und den Normallevel einfach erreichen.

 

The-Pit.de: Okay, verstehe, ähem …

Wie sieht es mit der Motivation aus, wenn man wie Ihr hart arbeitet, das Material an Labels schickt & kein bzw. negatives Feedback zurückkommen?

 

 

Eric: Ja, ich gebe nicht auf. Ich habe zuhause immer noch Pakete liegen und ich schicke immer noch rum, schreib alles an, was geht und ich geb da nicht auf.

Ich geb mir noch zwei Jahre, sagen wir´s mal so. Danach werde ich das dann vielleicht ein bisschen einschränken aufgrund von beruflicher Hinsicht oder sowas, aber die zwei Jahre kämpfe ich auf jeden Fall noch bis zum Anschlag. Und wenn die Jungs alle mitziehen, dann hoffe ich, dass wir innerhalb der nächsten Zeit auf jeden Fall was erreichen. Da bin ich auch recht zuversichtlich, dass das klappt.

 

 

Sebastian: Also, ich denke, ich bin top motiviert, egal, was kommt. Ich bin eigentlich zu lange Musiker und denke, dass ich mit worldESCAPE den Sprung schaffen will, schaffen werde, hoffentlich.

 

Zwischenruf: Die Weltmeisterschaft im Handball...

 

 

 

Sebastian: Ich liebe Fussball! Ich wollte das nur mal kurz erwähnen, bevor irgendein anderer Wichspipp aus meiner Band mich dazu zwingt.

 

alle: lachen!

 

Sebastian: Ne, zurück … Ne, wie gesagt, ich denke, das wir mit worldESCAPE den Durchbruch schaffen werden, auch in naher Zukunft, weil wir sind alle lang genug Musiker und lange genug dabei, um eigentlich zu wissen, dass die Zeit gekommen ist. Und dafür, dass wir uns auf den Arsch setzen und dass das, was wir machen, auch eigentlich belohnt werden sollte. Und hoffentlich auch belohnt wird.

 

Eric: Sebastian ist übrigens Bayern München-Fan, wollte ich eigentlich nur mal so am Rande erwähnen.

 

The-Pit.de: Ups, das war jetzt die falsche Bemerkung zur falschen Zeit ... gar nicht gut ...

 

Kim: Kurze Anmerkung: Wenn man sich einfach mal die …

 

Sebastian: BUNDESLIGA!

 

Kim: …die dreimonatlichen Veröffentlichungen vom Legacy anschaut, wenn da irgendwelche CD´s dabei sind, und wenn man sich anguckt, welche Bands darauf vertreten sind auf diesen Samplern und sieht, welche Bands einen Vertrieb haben oder Label, wie auch immer, ist es einfach so, dass ich persönlich bedenke, es kann eigentlich überhaupt nicht angehen, dass solcherlei Bands Vertrieb haben oder ein Label und wir weiterhin als Demoband in der Gegend rumackern und machen und tun, treffen uns, versuchen ,die Sachen zu spielen, die wir komponiert haben usw … usw …

Und das funktioniert alles nicht. Das kann ehrlich gesagt überhaupt gar nicht angehen.

Ich denke, dass für die Art Musik, die wir machen, ich denke, wir bedienen verschiedenerlei Geschmäcker und Interessen, auf jeden Fall ein Markt vorhanden ist und dass das letzten Endes auch zum Erfolg führt.

 

 

The-Pit.de: Hast Du denn bei den Bands auf diesen Samplern mal geschaut, was das für Labels sind? Ich weiß nämlich von einigen Bands, die dann selber notgedrungen ein Label aufmachen …

 

Kim: Ja klar, ich meine, wenn Bands hingehen und selber ein Label aufmachen, das ist deren eigenen Entscheidung und das ist auch vollkommen in Ordnung.

 

Sebastian: Dann bezahlst Du aber immer noch 500 Euro, damit Du auf dem Legacy-Sampler drauf kommst, ob Du Dein eigenes Label hast oder nicht.

 

Eric: 800 Euro…

 

Sebastian: 800 mittlerweile, okay … Also von daher kann ich auch genauso gut in ´ne Gießkanne reinfurzen.

 

The-Pit.de: Irgendwann habt Ihr auch mal gesagt, dass Ihr den Labels evtl. zu alt dafür seid, gesignt zu werden...

 

Christoph: Ja, ich bin 22. Was willst Du denn bitteschön von zu alt hier? Also, das sind wir nicht.

 

Eric: Ja, dadurch, dass wir jetzt so junge Gitarristen haben, ist der Altersdurchschnitt doch schon gut gesenkt. Also, von daher sehe ich auch noch weitere Chancen.

 

Sebastian: Wenn es in 2 Jahren nicht geklappt hat, dann häng ich sowieso das Dings an den Nagel. Nee, quatsch…

 

The-Pit.de: Zur Zeit ist Eure Homepage down, müssen wir uns Sorgen machen, oder ist das nur wegen eines Updates eurer Seite?

 

 

 

Christoph: Ja, wir sehen halt, dass in letzter Zeit die myspace-Sachen viel mehr laufen. Es gibt unseren Fans halt viel mehr die Möglichkeit, sich direkt die 4 Songs für lau anzuhören, sie können Videos von unseren Gigs sehen, wir bekommen da so viele Feedbacks, haben so viele Freunde, so viele Konzertanfragen. Was sollen wir noch mit ´ner Homepage, wo sich ein paar Leute dann dreimal am Tag anschauen, wie wir im Badezimmer posieren.

Wir sehen unsere Zukunft halt in der myspace-Seite.

 

 

Sebastian: Wir sind HTML-Götter!

 

The-Pit.de: Also wollt Ihr Eure HP einstampfen?

 

Christoph: Das hab ich jetzt damit nicht gesagt, aber wir fokussieren uns halt schon auf die myspace-Sache, weil halt viel mehr läuft.

 

Eric: myspace ist halt einfach ein social networking. Ist klar, dass darüber viel läuft, aber trotzdem wird die HP innerhalb der nächsten ein, zwei Monate wieder kommen. Wir müssen erstmal wieder neue Bilder machen vom Jo und sowas und wir brauchen halt jemand, der das mit dem HTML echt drauf hat, weil wir sind da echt so die richtigen Stümper in der Hinsicht und von daher muss da nochmal einiges gemacht werden.

 

The-Pit.de: Wie sieht´s mit neuem Material aus?

Wann dürfen sich Eure Fans wieder auf eine neue CD freuen?

 

 

Eric: Da sind wir uns z.Zt. uneinig, also von daher kann man da gar keinen Zeitplan nennen.

 

Christoph: Songs sind natürlich schon en masse da, wir suchen natürlich noch die richtigen Leute, mit denen wir zusammen arbeiten können, wo wir die Songs aufnehmen können.

Ich meine, der Sound von unserer „Promo 2006“ ist zwar schon gut, haben wir von vielen Leuten gesagt bekommen, aber wir wollen uns halt noch erheblich steigern und haben halt keinen Bock, unsere neuen Songs, in die wir so viel Zeit und Energie investiert haben, da mit nochmal demselben Sound aufzunehmen. Wir wollen uns da halt ziemlich steigern. Und wir schauen halt noch nach dem richtigen Studio.

 

 

Sebastian: Also, Songs sind definitiv vorhanden. Wir sind dran, es sind so drei, vier, fünf Songs auf jeden Fall in der Mache. Wir sind in der Vorbereitung, wie Christoph schon sagte, wir wollen nicht stetig gleich belieben, sondern wir wollen uns weiter entwickeln und wir denken, dass wir wahrscheinlich mit der „Promo 2006“ eine Meinung einholen werden, aber mehr auch nicht. Mehr wird es wahrscheinlich nicht werden. Aber wie gesagt: Neues Material – auch live gespielt – heute leider nicht, weil die Zeit zu knapp war.

Ansonsten werden wir auf künftigen Gigs auf jeden Fall ein, zwei neue Lieder präsentieren können, die dann aber auch hoffentlich zünden. Uns nach vorne bringen auch beim Publikum oder auch uns persönlich, dass wir sagen können „Das wird es oder das wird es nicht.“ Es wird weg weisend sein.

 

 

The-Pit.de: Gut, dann hab ich Euch jetzt genug genervt mit meinen Fragen.

Kommen wir zu Euren letzten Worten …

 

 

 

Christoph: Ja, letzte Worte … Wir sind worldESCAPE - wir gucken intensiv geladen nach vorne, haben Bock, dass Leute den Weg mit uns gehen, auf unseren Konzis sind, wir wollen unsere Energie mit jedem teilen.

 

Sebastian: Ich hab keine Ahnung. Frag den Sänger …

 

Eric: Die letzten Worte .. Natürlich erstmal vielen Dank für das Interview, super geil…Vielen Dank für die ganze Unterstützung von Euch natürlich, dass Ihr immer so oft auf unsere Konzerte kommt und für die ganzen News-Einträge etc.. und ja, keine Ahnung, die Leute sollen einfach öfter mal bei uns vorbei schauen im Web und so und auf die Konzerte kommen und Ass-Kicking Fucking Thrash Metal Intense Nucular Fucking Metal genießen und ja …so far …

 

Kim: Ich denke, dass worldESCAPE auf jeden Fall eine Band ist, auf die man in nächster Zeit weiterhin aufmerksam sein wird, weil ich denke, dass fast keiner an uns vorbei kommt und das wird so bleiben, und es wird auf jeden Fall noch besser werden, von daher … kick some ass!

 

Jo: bin froh, dass ich bei den Jungs mit dabei bin. Ich freu mich auf die Zukunft, freu mich immer, wenn wir live spielen und ja … ich freu mich auf die Zukunft.

 

Wir bedanken und ganz herzlich bei den Jungs von worldESCAPE für das Beantworten unserer Fragen und wünschen ihnen für ihre weitere musikalische Zukunft viel Erfolg und endlich die Beachtung, die sie absolut verdient haben!

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