Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Wicked Disciple im Interview (Mai 2015)

Über das bittersüße Leben als Vollblutmusiker

Mastermind Ted live, damals noch mit seiner früheren Band Greydon Fields

Zum Thema

Vor einiger Zeit hatten wir das Album „Traveler In Time“ des Projekts Wicked Disciple in der Besprechung. Aufgrund des guten Abschneidens der Scheibe nahm die Redaktion Kontakt mit Mastermind Ted auf, um ihn mit Fragen zu löchern.

The-Pit.de: Hallo Ted. Die wichtigste Frage gleich zu Beginn: Wie sind die Reaktionen auf die neue CD?

Ted: Oha, da stichst du ja direkt ins Wespennest ;-) . Trotz Eurer tollen Plattenkritik und trotz aufwendiger Promoaktivitäten auf zB. facebook, youtube oder auf dem KIT 2015 ist es für eine kleine Band besonders schwer – gerade in der heutigen schnelllebigen Zeit, wo es Musik praktisch überall umsonst gibt. Ich will hier nicht rumjammern, aber es ist ja auch so, dass die etablierten Acts eigentlich herausbringen können, was sie wollen – es wird nahezu blind gekauft und meist auch verehrt, während der Underground kaum eine Chance hat. Zumal die alt eingesessenen Journalisten sich in ihrer Routine mittlerweile auch keine Mühe mehr geben oder es zu schätzen wissen, wie viel Arbeit, Geld und Zeit in so einer CD Produktion steckt. Die ganz Großen schmeißen so´n Demo doch direkt in die Tonne, wenn keine Kohle im Jewelcase steckt. Wenn ich mich in meinem Umkreis so umhöre und an Bands wie z.B. Ashby, Spring Up Fall Down oder meine Ex-Band Greydon Fields denke (die mittlerweile einen richtig guten – und viel besser zu ihrem Sound passenden Sänger haben), und mitbekomme, was die so veröffentlichen und dass das kaum Beachtung findet, während die „Alten“ meist mit Durchschnitt bombige Platzierungen in Soundchecks einfahren…da könnt ich reihern.

The-Pit.de: Wie entwickelt ihr denn eure Songs?

Ted: Also bei mir und Micha Neugebauer (Soundengineer im Rock & Soul Studio) gibt es mehrere Ansätze. Da Micha ja noch seine wirklich hochklassige professionelle Band Atrium hat, mit der auch ständig tourt, kommen die Basics von mir. Wir haben uns das Motto „Ein Tag – ein Song“ als Ziel gesetzt und außer bei „Manadtory Need of Candor“ (Track sechs der CD „Traveler In Time“) haben wir das auch hinbekommen. Also entweder komme ich mit einem ganzen Song mit Text und Micha kürzt und arrangiert mit mir um, oder ich hab nur einen Text und wir sagen jeder spontan einen Bandnamen und ein Jahrzehnt (dazu später mehr) und versuchen dann zusammen was in dem Stil zu zaubern. Oder ich hab ein paar lose Riffs und wir versuchen was zu arrangieren und in der Mittagspause nehme ich das Wörterbuch und schreib eben den Text (Lyrics gehen bei mir relativ flott, wenn ich ein Grundthema habe). Sobald die Musik steht, wird die Kiste Bier angebrochen und dann geht es an die Vocals. Daher will ich das Gejammer oben auch relativieren, denn es macht so einen Mordsspaß.

The-Pit.de: Gibt es die Möglichkeit zu Live-Auftritten?

Ted: Im Moment leider nicht, da Wicked Disciple noch ein Studioprojekt ist und es auch gerne bleiben kann. Aber ich beginne jetzt die CD zu promoten und versuche zeitgleich als Gitarrist oder Sänger eine Band zu finden. Vielleicht nimmt man dann ja sogar mal was von der CD. Aber bekanntlich sind die Egos von uns Musikern ja besonders groß – das muss man dann sehen.

The-Pit.de: Was möchtest du uns mit dem CD-Titel sagen?

Ted: Schön, dass du das ansprichst, da ich mir ungefähr nach der dritten oder vierten Studiosession ein Konzept erdacht habe. In meiner späten Jugend habe ich mir am liebsten Sampler auf Tape aufgenommen und da war dann wirklich alles so quer durch den Garten drauf. Nach den goldenen Jahren (so bis Mitte der Neunziger) gab es auch kaum noch Platten, die ich mir ganz am Stück anhören konnte. Und so dachte ich mir – mache ich doch so etwas Ähnliches und somit Songs, die die Perioden der Achtziger („7 Deadly Sins", „Now I“, „F.T.W.C.T.P.“), der Neunziger („Divorce“, „Blind Parrot´s Opinion“), der 00er („Sometimes“, „Waste of Time & Gasoline“) bis in die Neuzeit („Bite on my Tongue“, „Mandatory Need Of Candor“, „When I Die“) abdecken. Sozusagen eine Zeitreise. Und da „Zurück in die Zukunft“ auch noch mein absoluter Lieblingsfilm ist, wird´s stimmig. Leider ist die erste Cover-Idee mit einem De Lorean vorne drauf nichts geworden. Weiterhin habe ich noch versucht, meine Stimme in jedem Song möglichst zu variieren. Sei es über die Backing als auch über die Leadstimme, um den Samplergedanken noch mehr herauszustellen. Witzigerweise bin ich seit ein paar Monaten mit meiner besten Freundin aus den End-Neunzigern zusammen und da fallen mir die alten gebrannten Sampler alle wieder in die Hände… was eine geile Retrospektive – nebenbei macht sie auch noch mein geniales Artwork & Promomaterial.

Seite
  • 1
  • 2
comments powered by Disqus

Sieben Alpha-Hein-Mücks

Doomiges Live-Konzert in eine mögliche neue Normalität

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin

Willkommen in der Husumer Sauna

Von Jahr zu Jahr kommt man einfach immer mehr auf den Boden der Tatsachen