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Psychotic Waltz / The Shadow Theory im Interview (Dezember 2010)

"Ich mag eigentlich gar keinen Prog"

Cover von "Into The Everflow"

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The-Pit.de: Ich denke, wir sind alle glücklich darüber und ich freue mich schon tierisch auf die Tour mit Nevermore und Symphony X.

Devon: Oh Mann, ich auch. In gewisser Weise denke ich, werde ich es genießen, wie noch nie zuvor, denn ich denke, wir haben das, was wir erreicht haben, erst spät richtig zu schätzen gelernt. Ich glaube, früher hatten wir die falsche Einstellung, denn wir waren früher eher enttäuscht darüber, was wir nicht erreicht haben. Als ich der Band beitrat, dachte ich: Mann, wenn ich hier einsteige, werden wir die beste Band des Planeten sein – so fühlte ich damals, zu einer Zeit, als die besten Bands Iron Maiden und Queensrÿche waren. Ich dachte wirklich, diese Highschool-Kids könnten das noch besser. Damals traf ich die Jungs im Proberaum, wo sie „Spiral Tower“ spielten – Kids, die teilweise noch in der Highschool waren, das fand ich phänomenal und dachte: Mann, das ist das Coolste, was ich je in meinem Leben gehört habe, ich muss in dieser Band singen!

Und Heavy Metal war damals durchaus angesagt, viele Bands spielten in großen Stadien, Acts wie Ozzy und Maiden liefen auf MTV, viele von denen waren ziemlich reich und wir dachten daher, wir wären die nächsten und sahen darin unsere Zukunft. Unsere Ambition war, die nächste große Band zu werden. Nur dummerweise gab es keine nächste Stufe im Metalbereich, es hörte alles plötzlich auf, zumindest als populäre Form. Die großen Unternehmen änderten die Mode in Richtung Grunge und haben sie seitdem wieder vier- oder fünfmal verändert, uns wurde der Boden unter den Füßen weggezogen und wir wurden in den Kultstatus verbannt. Daher waren wir damals sehr frustriert, weil wir es nicht wirklich geschafft hatten. Wir wussten allerdings nicht, wen wir dafür verantwortlich machen sollten und so fingen wir an, uns selbst zu beschuldigen. Ich war das einfachste Ziel, denn Scott Burns meinte ja, meine Melodien seien nicht einprägsam genug und tatsächlich sagte er direkt heraus, ich sei der Grund dafür, dass Psychotic Waltz keine große Band wurden. Allerdings glaube ich nicht, dass das der Grund war, der Grund war schlichtergreifend das Timing; wir waren einfach zu spät dran.

Doch waren wir damals frustriert darüber, nicht das erreicht zu haben, was wir erwarteten, so sehe ich das heute nach so langer Zeit anders; inzwischen, da ich in dieser Band spielen durfte und Deadsoul Tribe habe, habe ich realisiert, was Psychotic Waltz vielen Menschen bedeutet. Wir hatten eine Band, die nie wirklich groß war, die aber auch niemals vergessen wurde und unsere Alben werden immer noch aufgelegt. Ich schrieb „I Remember“ als ich 18 Jahre alt war und man erinnert sich immer noch an den Song. Ich spiele den Song mit Deadsoul Tribe, ich spiele ihn bei meinen Solo-Akustik-Auftritten und es ist immer ein besonderer Moment für die Leute, wenn ich ihn performe. Mittlerweile ist mir klar, wie glücklich ich mich schätzen kann, denn Brian, Dan und ich wuchsen mit einer Menge Gitarre spielender Freunde auf, die alle große Rockstars werden wollten, doch von all denen haben nur wir es geschafft und sind immer noch da. Es gibt Popbands aus den Achtzigern, deren Alben nicht mehr aufgelegt werden, doch wir sind dagegen irgendwie immer noch da und das ist schon etwas Besonderes. Das alles realisiere ich erst jetzt richtig und deswegen finde ich die Idee so schön, dorthin zurückzukehren.

The-Pit.de: Ich stelle mir schon vor, wie die Fans im März auf der Tour völlig durchdrehen, da man ja überall liest, wie legendär Psychotic Waltz doch sind.

Devon (lacht): Ja, allerdings muss ich auch sagen, wenn ich mit Deadsoul Tribe gespielt habe und die Leute auf mich zukommen, um mir die Hand zu schütteln, sagen sie oft: „Oh Mann, Psychotic Waltz sind meine absolute Lieblingsband!“, was sich für mich anfühlt, als wenn sie dieses Kompliment an jemand anderen richten. Ich denke dann: Das ist schon cool, Mann, aber ich will, dass du das über Deadsoul Tribe sagst! (lacht)

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