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Psychotic Waltz / The Shadow Theory im Interview (Dezember 2010)

"Ich mag eigentlich gar keinen Prog"

Promobild von Devons Soloband Deadsoul Tribe

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The-Pit.de: Über das Konzept des Albums habe ich natürlich auch etwas gelesen; dass es da um einen drogenabhängigen Rockstar geht, der irgendwo zwischen Träumen und Albträumen gefangen ist. Du hast nicht zufällig „Inception“ gesehen?

Devon: „Inception“? Nein.

The-Pit.de: Weil es da auch um eine ähnliche Thematik geht, Träume in Träumen und so weiter. Aber egal: Könntest du für unsere Leser das Konzept vielleicht einmal zusammenfassen?

Devon: Es ist eine Geistergeschichte. Du hast es eigentlich schon mehr oder weniger umrissen; ich habe eine kleine Einleitung verfasst, um die Dinge zu verdeutlichen, die in der Geschichte passieren, wo aber nicht gesungen wird, und auch um die Charaktere einzuführen usw. Jedenfalls sitzt der Protagonist in einem Hotelzimmer vor dem Fernseher mit der Nadel in seinem Arm, pendelt zwischen geistiger An- und Abwesenheit hin und her, sieht auf den Tisch im Zimmer, auf dem ein Zugticket liegt, und versucht sich zu erinnern, wo er am nächsten Morgen hinfahren muss.

Er weiß nicht mehr, wo er hin muss, er weiß nur, dass es etwas Wichtiges ist. Schließlich schläft er ein und beginnt zu träumen, und ab diesem Moment fängt der erste Song an. Dieser beschreibt die Albträume, die er hat, und im Chorus wacht er auf und öffnet die Augen. In der nächsten Strophe beginnt sich die Realität zu verzerren und er meint, er müsse immer noch träumen. Er scheint sich von einem Traum in den nächsten zu begeben und der Song endet mit einem Weckerklingeln. Der nächste Song beginnt an einem Bahnhof, wo ein Mann steht, dessen Augen komplett weiß sind und der ihm in den Zug folgt und sich neben ihn setzt. Dieser Mann dreht sich zu dem Protagonisten um, öffnet seinen Mund und der Hauptcharakter hört nur den Klang von Fliegen, was für ihn sehr erschreckend ist. Und als der Zug schließlich stoppt, ist er sehr erleichert, steigt aus und denkt: Das kann nicht wirklich passiert sein, ich muss im Zug eingeschlafen sein.

Dann steigt er in ein Taxi ein, was der dritte Song ist, und dann kommt ihm der Taxifahrer blöde (lacht), na ja, und so geht das immer weiter... er denkt weiterhin, er sei wach, kommt aber schließlich zu der Erkenntnis: Ich muss doch noch träumen, ich muss aufwachen! Und erst wenn es dann zum letzten Song „A Symphony Of Shadows“ kommt, wird verdeutlicht, was eigentlich wirklich mit ihm passiert – und ich will natürlich nicht sagen, was das ist, allerdings endet dieser Song ebenfalls mit einem Weckerklingeln, was einen sozusagen an den Anfang zurückbringt. Ich wollte natürlich, dass sich der Hörer ebenfalls nicht sicher ist, ob der Typ nun schläft oder wach ist, oder überhaupt tot oder lebendig.

The-Pit.de: Vielleicht solltest du tatsächlich mal „Inception“ gucken, ich kann den Film nur empfehlen, denn zufälligerweise gibt es da einige Parallelen, gerade was das Ende angeht.

Devon: Oh, ich verstehe (lacht). Wer spielt denn da so mit?

The-Pit.de: Also Leonardo DiCaprio spielt die Hauptrolle und ansonsten... muss ich gestehen, habe gerade vergessen, wer da noch mitspielt. Ist aber echt ein sehr guter Streifen.

Devon: Okay, dann werde ich den mal abchecken. Aber wenigstens war meine Geschichte wohl zuerst da (lacht). Allerdings ist diese Sache vom Traum im Traum, also quasi von aus einem Traum aufzuwachen und sich im nächsten zu befinden, von einem Phänomen inspiriert, das mir selbst widerfahren ist. Das passierte mir sogar sehr oft, und zwar zu der Zeit, als ich nach Österreich gezogen bin, und da sogar fast jede Nacht! Und das war echt gar nicht komisch. Ich habe auch damals schon etwas darüber geschrieben, im Song „The Haunted“ auf dem ersten Deadsoul-Tribe-Album. Es passierte wirklich andauernd und ich wollte eigentlich nicht unbedingt weiter darüber schreiben, da ich das lieber vergessen wollte. Immer wenn ich ins Bett gegangen bin, fing ich an zu träumen, bevor ich eingeschlafen bin. Zwar war ich bei Bewusstsein, aber trotzdem träumend; im Zustand dieser schläfrigen Paralyse wo man sich nicht bewegen kann, ist es schwer, sich selbst aufzuwecken, doch versuchte ich dies, und das ist quasi in der letzten Strophe von „I Open Up My Eyes“ beschrieben. Das, worüber ich da singe, kam also von einer tatsächlichen Erfahrung; auch wenn der Charakter nicht ich sein soll, so ist dieser Teil der Geschichte mir tatsächlich passiert.

The-Pit.de: Deine Texte werden ja allgemein als sehr poetisch angesehen, daher würde mich mal interessieren, was du so zur Inspiration liest.

Devon: Eigentlich lese ich eher wenig in der Art, wie ich selbst schreibe; ich lese keine Poesie. In letzter Zeit habe ich zum Beispiel Gebrauchsanweisungen gelesen, zuletzt über Pro Tools, und das ist eine Gebrauchsanweisung von der Dicke eines Telefonbuchs, da ist natürlich nicht viel Inspiration vorhanden (lacht), aber die Bücher, die ich lese, sind beispielsweise von Paulo Coelho, oder auch esoterisches Zeug wie „The Alchemist“. Auch „The Da Vinci Code“ mochte ich sehr; der Film war schwach, aber das Buch war fantastisch (dass das Buch fantastisch war, da kann man auch anderer Ansicht sein – Anm. d. Verf.).

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