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Orden Ogan im Interview (April 2008)

"Gitarrist zu verschenken..."
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Eigentlich begann man bereits Ende 2005 mit den Vorbereitungen für die Aufnahmen zum aktuellen Album „Vale“ und im Januar hieß es in den News auf der offiziellen Homepage der Band, dass nur noch einige Vocalspuren und Details fertiggestellt werden müssten und man die Scheibe im Frühjahr 2006 veröffentlichen möchte. Letztendlich dauerte es doch bis zum Februar, bis nun „Vale“ veröffentlicht wird, was aber an der Stärke der Scheibe nichts einbüßen lässt. Die Band war so freundlichen uns einige Fragen zu beantworten:

 

The-Pit.de: Hallo Seeb, euer 2004er Album „Testimonium A.D.“ war ja sehr erfolgreich. Lastete im Vorfeld ein Druck auf euch, als ihr "Vale" angegangen seid?

 

Nils: : Nein, eigentlich nicht. Wir wussten schon im Vorfeld, dass „Vale“ sich vom Sound her von „Testimonium a.d.“ unterscheiden wird. Von daher hatte ich für meinen Teil eher Angst, dass die Platte von unseren Fans nicht so positiv aufgenommen wird.

 

Seeb: : Ach, so’n Quatsch… Wirklich? Die Scheibe ist härter geworden, ok. Aber das war es doch, was alle an der „Testimonium“ vermisst haben – also wenn es mal was auszusetzen gab.

 

Ghnu: : Wir wollten der „Testimonium“ natürlich einen würdigen Nachfolger zur Seite stellen und waren auch darauf bedacht das Album professioneller klingen zu lassen als „Testimonium“. Aber ich kann auch nicht behaupten dass wir uns in irgendeiner Art Druck ausgesetzt haben.

 

Seeb: : Eigentlich war das bei mir eher andersrum. Das Album wuchs und wuchs und wurde immer fetter. Ich hab mir die ganze Zeit nur gedacht – wenn wir zur „Testimonium“ schon so Hammer Kritiken eingefahren haben, - was sagen die dann erst alle zu „Vale“?! ;-)

 

The-Pit.de: Meiner Meinung nach ist "Vale" um einiges härter als euer letztes Album ausgefallen. Woher kommt das? Ist das einfach mit der Zeit so entstanden?

 

Seeb: : …ich sag´s ja.

 

Nils: : Wir wollten einfach mehr Druck machen. Nach der eher ruhigen Testimonium a.d. hatten wir einfach große Lust mal so RICHTIG Arsch zu treten. Wartet mal ab was noch kommt…

Tobi: Ich denke schon, dass das eine natürliche Entwicklung war. Auf der anderen Seite gibt es auf dem Album ja auch einige Songs, die ruhiger sind und auch auf der Testimonium hätten landen können. Dazu kommt noch, dass wir uns auch ungern wiederholen möchten und auch die nächste Platte bestimmt wieder etwas anders klingen wird.

 

 

Nils: : Wir wollten einfach mehr Druck machen. Nach der eher ruhigen Testimonium a.d. hatten wir einfach große Lust mal so RICHTIG Arsch zu treten. Wartet mal ab was noch kommt…

Tobi: Ich denke schon, dass das eine natürliche Entwicklung war. Auf der anderen Seite gibt es auf dem Album ja auch einige Songs, die ruhiger sind und auch auf der Testimonium hätten landen können. Dazu kommt noch, dass wir uns auch ungern wiederholen möchten und auch die nächste Platte bestimmt wieder etwas anders klingen wird.

 

 

Tobi: : Ich denke schon, dass das eine natürliche Entwicklung war. Auf der anderen Seite gibt es auf dem Album ja auch einige Songs, die ruhiger sind und auch auf der Testimonium hätten landen können. Dazu kommt noch, dass wir uns auch ungern wiederholen möchten und auch die nächste Platte bestimmt wieder etwas anders klingen wird.

 

Seeb: : Dass die „Testimonium“ so atmosphärisch und ruhig ausgefallen ist war eigentlich nicht unbedingt beabsichtigt. Beim Orchestrieren kamen eben immer mehr akustische Instrumente und Keyboards dazu und irgendwann haben wir an manchen Stellen sogar die Gitarren rausgenommen, damit die Platte nicht total überladen wirkte. Bei „Vale“ lief das eher andersrum. Da hat Lia (Sänger von Mystic Prophecy, für den Mix verantwortlich) einige Keyboardspuren rausgeschmissen, die wir eigentlich fest verplant hatten, damit die Scheibe mehr Dampf macht. Rückblickend nicht unbedingt die schlechteste Entscheidung.

 

The-Pit.de: Zu "The Lords of the Flies" habt ihr einen sehr professionellen Videoclip abgedreht. Wer war dafür verantwortlich? Wie seid ihr auf die Idee mit dem Clip gekommen?

 

Nils: : Die Idee stammte von dem Regisseur des Clips, Stephan Goll. Unser Label stand damals in Verbindung mit dem damaligen Studenten der German Film School in Potsdamm, der für seine Diplomarbeit noch eine Band für diesen Videodreh suchte.

 

Seeb: : Und das Resultat kann sich wirklich sehen lassen. Bezahlen kann man so was mit einem kleinen Label wie Yonah Records ja nicht. So ein Clip würde als Auftragsarbeit zwischen 15.000 und 30.000 Euro kosten…

 

The-Pit.de: Der Song an sich hat meiner Meinung nach sogar Chart-Charakter. Wie lange habt ihr gebraucht um ihn fertig zu stellen?

 

Tobi: : Den genauen Entstehungszeitraum eines Songs kann man schwer festhalten. Bei Lords of the Flies war es ähnlich wie mit vielen anderen Songs: Das Grundgerüst stand recht schnell, jedoch entwickelte sich er Song noch um Einiges bis zur finalen Version. Es kamen viele Details hinzu und sogar

bei den Albumaufnahmen wurden noch Kleinigkeiten ergänzt oder geändert.

 

Seeb: : Stimmt. Das Grundgerüst war an einem einzigen Tag geschrieben. Beim Rest ist das aber wie bei Wein. Lyrics und Arrangements müssen aber „reifen“ um richtig gut zu werden.

 

The-Pit.de: "To new Shores of Sadness" erinnert mich irgendwie vom Riffing und Drumming her ein wenig an Metallica. Zufall oder haben euch die 4 euch doch irgendwie beeinflusst? :o)

 

Ghnu: : Wenn wir mal rein vom Drumming ausgehen, sind Metallica die letzte Band auf der Welt, die uns beeinflusst haben. Ja, Ich bin einer der merkwürdigen Metaller die nicht besonders auf Metallica stehen und habe nicht eine einzige Metallica Platte in meinem CD-Regal. Ja, so was gibt es wirklich!

 

Tobi: : Ja, ich finde auch, dass gerade das Keyboard Intro, starke Parallelen zu „Enter Sandman“ aufweist... ;) Nur'n Spaß... Gerade bei diesem Song sind eher etwas modernere Einflüsse auszumachen. Und wenn da doch etwas Metallica drinstecken sollte, dann wirklich nur unbewusst.

 

Seeb: : Ich glaube kein Metaller auf diesem Erdball kann sich wirklich vom Metallica Einfluss freisprechen. Dafür war diese Combo einfach zu wegweisend, hat zu viele andere Musiker geprägt und ist letztendlich auch einfach viel zu präsent. Aber ich hab ehrlich gesagt auch schon sehr lange keine Metallica Scheibe mehr in meinem Player gehabt. Naja, es gibt schlechtere Einflüsse… ;-)

 

The-Pit.de: Zum Debut "Testimonium A.D." seid ihr noch oft mit Blind Guardian verglichen worden. Mittlerweile seid ihr aber doch sehr eigenständig geworden, wie ich finde. War ich das wichtig euch aus diesem Schatten zu lösen?

 

Nils: : Eigenständigkeit ist natürlich wichtig um sich aus der großen Masse abzuheben. Aber gerade der Vergleich mit Blind Guardian macht uns überhaupt nichts aus. Im Gegenteil.

 

Ghnu: : Sehe ich ähnlich, die Vergleiche bestehen ja auch im Bezug auf „Vale“ immer noch. Da ich persönlich großer Guardian Fan bin, stört mich ein derartiger vergleich in keinster Weise.

 

Tobi: : Da wir alle besonders die frühen Blind Guardian sehr mögen, sehe ich das mit den Vergleichen auch nicht so eng. Besonders die „Imaginations from the other Side“ ist ein zeitloser Klassiker und wenn ein Fan liest, dass wir mit seiner Lieblingscombo verglichen werden können, sich dadurch unsere Scheibe anhört und sie ihm auch noch gefällt, - wie können wir uns da beschweren.

 

Seeb: : Ich denke der Guardian Vergleich – obwohl wir ja gar nicht besonders nach Guardian klingen – liegt am ehesten daran, dass der Orden Ogan Sound so eigenständig ist und einfach ein Mangel an Vergleichsmöglichkeiten besteht.

 

The-Pit.de: Bei euch fällt mir auf dass ihr viel Wert auf ausgefeilte Chöre legt. Wie wichtig sind diese euch wirklich und wie viel Zeit nehmen sie bei der Entstehung in Anspruch?

 

Nils: : Chöre sind ein Indiz für Bombast. Wir lieben Bombast – wir lieben Chöre. Wenn man bedenkt, dass unsere Chöre aus ca. 30-40 Stimmen bestehen, die meist nur von 4 Leuten gesungen wurden, dann kann man sich ausrechnen, wie viel Arbeit das ist...

 

Tobi: : Genaue Zeitangaben wissen nur Seeb und seine Gesangskabine... ;-)

 

Seeb: : Die meiste Zeit nimmt tatsächlich sogar die eigentliche Aufnahme in Anspruch. Das Arrangement hab ich meist schon fertig im Kopf. Änderungen und Variationen funktionieren dann meistens recht spontan während der Aufnahmesessions. Da wir aber auch wirklich tolle Leute haben, die das Zeug einsingen ist das aber immer sehr locker und entspanntes arbeiten.

 

The-Pit.de: Das Cover zu "Vale" hat für mich irgendwie was doppeldeutiges... sowohl sieht man ein "Tal" allerdings könnte man die vielen Galgen auch als "Lebewohl" deuten, was beides für "Vale" stehen würde... ja was denn nun? ;o)

 

Seeb: : Mit „Vale“ ist in der Tat das „Lebewohl“ gemeint. Der Protagonist unseres Konzeptalbums, Alister Vale, trägt dummerweise so einen leidigen Fluch mit sich herum, der alles hinter ihm vergehen lässt, was er verlässt. Und er ist dazu verdammt ewig weiterzuwandern. Das lässt sich aber auch alles ganz prima im offiziellen Comic zum Album nachlesen, den es im „Backstagebereich“ auf www.ordenogan.de für CDv Käufer zum kostenlosen Download gibt.

 

The-Pit.de: Laut eurer Homepage hätte "Vale" ha bereits vor über einem Jahr erscheinen sollen. Wie kam es zu dieser Verzögerung?

 

Nils: : Vor 2! ;-) Es ist viel passiert und oft mussten wir wichtige Entscheidungen treffen. Viele dieser Entscheidungen haben den Release von Vale maßgeblich verzögert. Das hat uns alle wahnsinnig genervt. Die Verhandlungen mit diversen Labels haben zum Beispiel mehr als ein Jahr gedauert...

 

Tobi: : Das schwierigste war wirklich ein geeignetes Label zu finden, bei dem man nicht nur Nummer 10755 ist. Wir haben eine Menge Zeit und Herzblut in Vale investiert und wollten die Platte auch so veröffentlichen wie wir uns das vorstellen und sie nicht verheizen lassen, da es sich hier nicht bloß um ein Fließbandprodukt handelt…

 

Seeb: : Die Wechsel im LineUp nicht zu vergessen.

 

The-Pit.de: Wie sind eigentlich die Reaktionen bisher? Ich könnte mir eigentlich gar keine negativen Kritiken vorstellen...

 

Nils: : Bislang sind die Kritiken der Presse auch durch die Bank super. Die großen Magazine haben die Scheibe nach allen Regeln der Kunst abgefeiert. Gemeckert wird -wenn- nur an Kleinigkeiten oder an Sachen, die der jeweilige Rezensent gerade nicht verstanden hat.

 

Seeb: : Du meinst an der EINEN Sache, die komischerweise mehrere Rezensenten nicht geschnallt haben…

 

Nils: : …der Ghosttrack… Unser Hip-Hop-Epos „Who´s the Green Man“ ist oftmals missinterpretiert worden ;-)

 

Ghnu: : Wobei das ja der beste und vor allem ernst gemeinteste Song der Platte ist, alles andere ist doch nur Beiwerk. Ne, im ernst! Nils hat da vollkommen recht wir können uns über die Reaktionen der Presse und auch der Leute die das Album erworben haben wirklich nicht beklagen.

 

Tobi: : Wir dulden auch gar keine negativen Kritiken! Hahaha. ;-) Anderenfalls wird sich der entsprechende Rezensent beim „Vale“ Rerelease im Jahr 2666 an einem Galgen auf dem bis dahin wahrscheinlich komplett interaktiven Cover wiederfinden... :)

 

The-Pit.de: Was können wir als nächstes von euch erwarten?

 

Nils: : Eine noch geilere Platte als „Vale“! Haha.

 

Ghnu: : Erstmal viel Live in Erscheinung treten und dann arbeiten wir, wie Nils schon erwähnt hat, bereits am „Vale“ Nachfolger.

 

Tobi: : Geschlechtsumwandlungen, die Vorgeschichte der „GreenMan“-Saga und der Antwort auf die Frage: „Wer war sein Vater“? Geschlechtsumwandlungen wieder rückgängig machen und natürlich eine weiteres cooles Album mit noch mehr Arschtret-Songs! :-)

 

Seeb: : Jaaaaa! Der „Vale“ Nachfolger wird „Easton Hope“ heißen und alles an die Wand blasen.

 

The-Pit.de: Habt ihr noch irgendwelche abschließenden Worte?

 

Tobi: : Möge Seeb mit dir sein... oder besser nicht :-)

 

Seeb: : Gitarrist zu verschenken… Wir sind 2008 ganz ordentlich unterwegs und werden uns live den Arsch abrocken! Wer die Platte kennt und mag sollte nicht zögern und schleunigst eins unserer Konzerte besuchen. Da gibt’s dann auch was zu lachen, ist versprochen! ;-)

 

"Wir bedanken uns bei der Band für das umfangreiche Interview!"

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