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My Dying Bride im Interview (September 2012)

Musikalische Mosaike

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The-Pit.de: Wo du gerade davon sprichst: Wo würdest du die Unterschiede zwischen Martin (Powell – Keyboarder und Violinist von 1991 – 1998; Anm. d. Verf.) und Shaun sehen?

Lena: Es gibt eine Menge Unterschiede, obwohl ich nicht sagen würde, dass einer besser als der andere ist. Das ist so ähnlich wie bei Hamish (Glencross – MDB-Gitarrist seit 1999; Anm. d. Verf.) und Clavin (Robertshaw – Gitarrist von 1990 – 1999; Anm. d. Verf.), die ebenfalls einfach sehr unterschiedlich spielen. Ich glaube allerdings, dass Shaun noch nicht sein vollständiges Potential erreicht hat. Ich meine, er hat sich natürlich weiterentwickelt, seit er zur Band hinzugestoßen ist, aber ich glaube, er hat noch nicht die hundert Prozent erreicht; er hat noch nicht immer das Selbstvertrauen, all seine Ideen wirklich einzubringen und verlässt sich noch ein bisschen auf die anderen Bandmitglieder. Wenn er noch selbstbewusster wird, wird erst richtig ersichtlich sein, wozu er tatsächlich fähig ist. Allerdings kam er schon mit einigen Einfällen für das neue Album an, zum Beispiel was die Unterstützung eines der Mainriffs bei „A Tapestry Scorned“ angeht – er hat definitiv seinen Beitrag geleistet.

The-Pit.de: Wenn man bedenkt, wie jung er noch ist, macht er sicherlich einen hervorragenden Job.

Lena: Auf jeden Fall, er ist überhaupt ein klasse Typ.

The-Pit.de: Auf der MDB-Website steht in deinem Profil, dein Lieblingsalbum der Band sei „For Lies I Sire“. Denkst du, dass das neue Album noch besser ist oder ist das zu schwierig zu entscheiden?

Lena: Nein, ich sage, es ist definitiv besser. Klar, ich bin momentan sehr davon eingenommen; wir haben das Album gerade fertiggestellt und neigen dazu weiterzumachen, bis alles hundertprozentig perfekt ist. Natürlich meine ich, es ist das Beste, was wir abliefern konnten. Eindeutig zeigte „For Lies I Sire“ eine Weiterentwicklung, doch mit jedem Album wächst die Band, verändert sich, lernt dazu, wird erfahrener, insofern: Ja, ich würde es als noch besser einschätzen.

The-Pit.de: Und hast du bestimmte Favoriten auf dem Album?

Lena: Oh ja, ich liebe „A Tapestry Scorned“.

The-Pit.de: Ah, das ist auch mein Favorit.

Lena: (lacht): Cool, ja, das mag ich wirklich besonders gerne; ich mag die Story dahinter, Aarons Gesang und vor allem den Endpart. Ein weiterer Favorit wäre „Like A Perpetual Funeral“, ein sehr typischer Doom-Song, ein sehr typischer My-Dying-Bride-Song. Dort gibt es keine Death-Metal-Vocals, doch er ist trotzdem sehr klassisch. Außerdem wäre noch „Hail Odysseus“ zu nennen; der Track hebt sich ein bisschen vom Rest des Albums ab und allein das Opening-Riff finde ich einfach fantastisch, wie es langsam beginnt und dann schneller wird. Und wie zuvor schon erwähnt, mit den Bildern, die vor dem geistigen Auge durch die zusätzlichen Sounds entstehen, ist es zweifellos einer meiner Favoriten.

The-Pit.de: Ich habe euch noch nie live gesehen, da ihr aber auch nicht so viel tourt. Du aber magst das Touren anscheinend – im Gegensatz zu anderen Mitgliedern in der Band.

Lena: (lacht): Ja, wir spielen auch einige Gigs in Deutschland, haben gerade heute wieder unseren Promoter kontaktiert und da ist noch einiges geplant. Aber wir machen nicht so gerne ausladende, lange Tourneen, weil wir es frisch halten und bei Konzerten den Leuten immer hundertprozentige Qualität geben wollen. Lieber etwas weniger und dafür bessere Gigs abliefern.

The-Pit.de: Eine letzte Frage hätte ich noch: Auf eurer Website steht, dass dein Lieblingsfilm „Lost Highway“ ist. Ich habe den Streifen ebenfalls ein paarmal gesehen, aber immer noch nicht alles verstanden. Wie sieht das bei dir aus?

Lena: Genauso (lacht). Das ist einer der ersten Filme, die mich komplett umgehauen haben. Ich fand ihn sofort großartig, obwohl ich ihn beim ersten Mal Sehen natürlich nicht verstanden habe. Ich meine, es verhält sich eigentlich mit allen David-Lynch-Filmen in dieser Weise, aber für mich ist dieser irgendwie der bizarrste und am schwersten zu verstehende. Es gibt so viele verschiedene Interpretationen dieses Films. Und auch wenn ich den Film immer noch nicht zu hundert Prozent kapiert habe, besitzt er eine ganz eigene Atmosphäre – irgendwie leer und eben bizarr.

The-Pit.de: Hast du auch „Mulholland Drive“ gesehen?

Lena: Natürlich (lacht). Den finde ich auch toll und selbstverständlich ebenso „Twin Peaks“.

The-Pit.de: Bei „Mulholland Drive“ verstehe ich auf jeden Fall mehr als bei „Lost Highway“.

Lena: Auf jeden Fall, der ist zumindest etwas leichter zu verstehen und damit eine nicht ganz so große Herausforderung (lacht).

The-Pit.de: Lena, ich danke dir für das Interview und hoffe, wir sehen uns auf Tour.

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