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My Dying Bride im Interview (September 2012)

Musikalische Mosaike

My Dying Bride 2007, noch mit Keyboarderin Sarah Stanton

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The-Pit.de: Und ihr wart auch mal zwei Frauen in der Band, aber irgendwie hat das mit Katie (Stone – 2008 – 2009 Violinistin und Keyboarderin bei MDB; Anm. d. Verf.) nicht wirklich geklappt.

Lena: Ja, Katie war nicht so richtig engagiert, ich fürchte, sie wollte eigentlich gar nicht so richtig in der Band sein. Sie verließ uns bereits 2009 wieder, um sich mehr auf ihre Karriere zu konzentrieren, was ja auch in Ordnung ist – niemand hat sie daran gehindert zu gehen und niemand zwingt sie dazu, in einer Band zu spielen, in der sie nicht sein will. Das war vorher übrigens auch so: Niemand der früheren Mitglieder wurde herausgeschmissen, alle sind von sich aus gegangen, ob aus familiären oder sonstigen Gründen, Verletzungen, Krankheit, was auch immer. Wir wollen die Leute möglichst beisammenhalten und dass alle an einem Strang ziehen, denn es ist schon stressig, wenn ständig Veränderungen stattfinden.

The-Pit.de: Hast du denn schon mal etwas von Katies Band A Forest Of Stars gehört?

Lena: Ja, ich habe A Forest Of Stars vor einer Weile live gesehen; die sind inzwischen einigermaßen bekannt geworden im Vereinigten Königreich, sie waren zuletzt beispielsweise im englischen Metal Hammer und anderen großen Magazinen zu sehen, bevor ich sie überhaupt richtig wahrgenommen hatte. Auch ist dieser bestimmte Musikstil im Moment recht angesagt; so ein bisschen in die Richtung Wolves In The Throne Room – Derartiges ist hierzulande gerade gut im Kommen.

The-Pit.de: Es ist auf jeden Fall sehr episches Material mit sehr langen Songs. Aber lass uns doch jetzt mal zu eurem neuen Album übergehen. Ich habe es bislang, glaube ich, viermal oder so angehört und muss sagen, dass es wieder einmal sehr stark geworden ist. Es ist nicht leicht, die Veränderungen bei eurer Band zu beschreiben, denn es ist nicht viel, was ihr von Album zu Album verändert und so richtig kann man die Änderungen erst erfassen, wenn man die jeweilige Scheibe ein paarmal gehört hat. Ich denke, „A Map Of All Our Failures“ geht noch mehr "back to the roots" als das vorige Album, obwohl es weniger Growling gibt. Ihr habt es hinbekommen, sehr nach „klassischen“ My Dying Bride zu klingen, ohne dass es sich veraltet anhören würde. Wie siehst du das?

Lena: Tatsächlich haben wir die Platte in ziemlich ähnlicher Manier wie die frühen Alben von My Dying Bride aufgenommen, weswegen wohl auch viele Leute sagen, dass es an die alten Sachen erinnert. Aber über die Jahre haben sich die Mitglieder von My Dying Bride als Songwriter, als Menschen und als Musiker natürlich weiterentwickelt, von daher sieht man schon einen Fortschritt, auch stilistisch gesehen. Daher denke ich, es ist ein guter Mix aus altem und neuem Sound zur gleichen Zeit. Es unterscheidet sich klar von allem, was die Band bisher gemacht hat und es unterscheidet sich klar vom letzten Album. Ich finde, keine zwei Alben sind sich ähnlich. Natürlich handelt es sich immer um Doom, aber alle Alben unterscheiden sich sehr voneinander. Und das gefällt mir; ich würde sagen, die neue ist eine unserer eher extremeren Platten, welche die Band seit einer ganzen Weile gemacht hat, weil die Death-Parts noch härter und schneller und die Doom-Parts noch langsamer sind. Du sagtest, dass nicht so viele Growls zu hören sind, aber als wir den Gesang aufnahmen, funktionierte es nicht immer, Growls und Musik in Einklang zu bringen. Früher haben wir auch mehr Growls verwendet, weil es eben aggressiver ist, wenn du so willst. Inzwischen sind Aarons Vocals aber wesentlich facettenreicher: Es gibt Flüstern, gesprochene Worte, Gesang und Growls, teilweise vereint in einem einzigen Part.

The-Pit.de: Ich denke, der erste Track „Kneel Till Doomsday“ ist ziemlich repräsentativ für das Album, denn da geht eine ganze Menge ab: Zunächst beginnt es langsam, dann setzt die Geige ein und schließlich wird es wesentlich aggressiver.

Lena: Absolut. Auf der Special Edition werden übrigens neun Tracks enthalten sein, aufgenommen haben wir 13, es sind also immer noch vier Songs übrig. Diese werden irgendwann nächstes Jahr veröffentlicht und darunter ist auch ein Straight-forward-Death-Metal-Song, wo nur gegrowlt wird. Ich denke, auf dem Album sind schon einige Growls enthalten, aber es wird davon noch mehr geben, wahrscheinlich wird im März nächsten Jahres eine EP herauskommen.

The-Pit.de: Ihr wart sowieso in letzter Zeit sehr produktiv und habt viel veröffentlicht, zuletzt „The Barghest O’ Whitby“ und „Evinta“. Wie seid ihr eigentlich auf die Idee zu „Evinta“ gekommen?

Lena: Ob du es glaubst oder nicht, aber über diese Idee wurde schon seit über zehn Jahren gesprochen. Es ist nur ein Projekt, das die Band jetzt erst hervorgekramt hat, weil es inzwischen einen massiven Backkatalog gibt, immerhin um die 150 Songs. Die Idee dahinter war, nicht bloß eine Art Coveralbum zu machen, bei dem ein Orchester statt der Band spielt, sondern die Songs zu zerstückeln und unsere Lieblingsparts auszusuchen. Dabei hatten wir Hilfe von Jonny Maudling, der bei Bal-Sagoth gespielt hat, und mit uns die Parts zusammensetzte, die Orchesterparts arrangierte und einige Keyboards hinzufügte. Es gibt auch ein paar neue Lyrics auf der Scheibe. Ich denke, es ist sehr schön geworden, er hat das wunderbar hinbekommen.

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