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My Dying Bride im Interview (März 2009)

"Auf keinen Fall hätte ich denen erzählt, dass ich in einer Band spiele, die My Dying Bride heißt."

Mit Katie Stone kam die Geige zurück zu My Dying Bride

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The-Pit.de: Mit Katie Stone habt ihr ja jetzt ein neues Bandmitglied an Bord; sie spielt sowohl Keyboards als auch Geige. In dem Zusammenhang habe ich gleich eine Doppelfrage: Damals, als Martin Powell die Band verließ, habt ihr ganz bewusst gesagt: "Wir wollen keinen neuen Violinisten in die Band holen". Und jetzt, wo ihr Katie geholt habt, habt ihr da ebenfalls ganz bewusst jemanden geholt, der auch Geige spielen kann, oder war das mehr so eine Art Zufall, der sich ergeben hat?

Andy: Ich fange mal mit dem ersten Teil der Frage an. Als Martin die Band verließ, war das natürlich erst einmal ein großer Schock für My Dying Bride. Doch als Aaron (Stainthorpe – Vocals, Anm. d. Verf.), Adrian (Jackson – ehemaliger Bassist, Anm. d. Verf.) und ich uns entschieden hatten, mit der Band weiterzumachen, entschieden wir uns für zweierlei Dinge. Erstens: Wir würden versuchen, noch düsterere Musik als vorher zu machen, ohne Kompromisse einzugehen. Wir würden einfach weiter puren Doom spielen, ob den Leuten das nun gefällt oder nicht. Zweitens war nun die Frage, ob wir tatsächlich einen neuen Violinspieler in die Band holen wollten. Wir kamen darin überein, das nicht zu tun. Mit der Geige, das war toll und einzigartig, aber gerade deswegen brauchen wir nicht unbedingt einen neuen Violinisten, sagten wir uns, und setzten dann eben mehr auf Keyboards.

Und um zum zweiten Teil deiner Frage zu kommen: Als Sarah die Band wegen ihrer Schwangerschaft verließ, planten wir bereits, eine neue Platte aufzunehmen, brauchten aber nun jemand Neues am Keyboard. Katie wurde uns von einem gemeinsamen Freund empfohlen und es stellte sich heraus, dass sie auch Geige spielen konnte.

Was allerdings etwas problematisch war: Man stelle sich vor, sie kommt in die Band und würde plötzlich wieder aussteigen – dann stünden wir vor der gleichen Frage wie schon einmal, nämlich: Ersetzen wir die Geige? Das war schon etwas knifflig, aber wir entschlossen uns, es zu riskieren, und Katie an Keyboards und Geige einzusetzen. Bei den ersten Shows spielte sie zunächst einmal allerdings nur Keyboards; wir erwähnten die Violine überhaupt nicht, das kam erst, als wir uns entschieden, die Geige auch auf der neuen LP zu verwenden.

The-Pit.de: Ist Sarah denn jetzt endgültig raus aus der Band oder nicht? Auf eurer Homepage wird sie glaube ich noch als Mitglied genannt.

Andy: Na ja, wenn Katie bleibt, dann bleibt Katie; falls Katie uns verlassen sollte, würde Sarah sicher zurückkommen. Ich hoffe allerdings, dass das Line-up jetzt erst mal stabil bleibt, denn ich habe keine Lust mehr auf ständige Veränderungen, was das betrifft. Es ist eine großartige Möglichkeit, in einer Band wie dieser zu spielen und das zu tun, was wir tun. Alle Leute, die in dieser Band gespielt und sie dann verlassen haben, haben das bisher bereut, wie diese mir erzählt haben. Wenn Katie uns verlassen würde, würde sie das mit Sicherheit später bedauern.

The-Pit.de: Okay. Wird es eigentlich auch eine Europatour zu „For Lies I Sire“ geben? Bisher habe ich nämlich lediglich drei Festivaltermine auf eurer Homepage gesehen - auch wenn ich natürlich weiß, dass Aaron Livegigs nicht besonders mag...

Andy: Ja, das stimmt wohl... Also, im Moment arbeiten wir an den Vorbereitungen einer kleinen Tour, aber es werden wohl nicht mehr als sieben bis neun Dates werden; hauptsächlich deswegen, weil wir einfach keine Zeit haben – jeder in der Band hat sonst noch einen regulären Job. Deswegen spielen wir auch hauptsächlich auf Festivals; dort kann man schnell hin, spielen, und wieder zurück und es ist eine gute Möglichkeit, sich zu präsentieren. Es wird aber definitiv eine kleine Tour geben und auch noch ein paar weitere Festivaltermine, wenn auch nicht so wie früher, als wir zwei Monate damit verbrachten, durch Europa zu touren. Ich denke, um Juli herum ist mit uns zu rechnen; wir werden wohl ein paar Konzerte in  Frankreich, Holland, wahrscheinlich Belgien und natürlich Deutschland spielen. Viel mehr als ein oder zwei pro Land werden es allerdings wohl nicht sein. Ich wünschte auch, wir könnten mit ein bisschen mehr aufwarten, aber das „wirkliche Leben“ steht uns da leider im Weg.

The-Pit.de: Aha. Es überrascht mich fast ein wenig, dass ihr immer noch nicht von der Musik leben könnt. Ich meine, My Dying Bride ist ja schon lange ein ziemlich klangvoller Name...

Andy: Das mag stimmen, aber die Welt hat sich nun mal verändert. Inzwischen kann man eine Menge Kram bekommen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Ich denke zwar, dass das nicht unbedingt der Hauptgrund ist, aber hilfreich ist es natürlich auch nicht gerade. My Dying Bride ist vielleicht die größte Undergroundband – wir verkaufen eben nicht genug Platten, dass es reichen würde, um davon zu leben. Ich schäme mich allerdings nicht, das zu sagen, denn unsere Musik ist ziemlich einzigartig und eben nicht für jeden gemacht. Was wir machen, ist in keinster Weise massentauglich und wir wollen unseren Musikstil auch nicht verändern und uns irgendwie anbiedern. Wir haben alle gute Jobs und finanziell geht es jedem aus der Band gut.

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