Achtung: In deinem Browser ist JavaScript entweder nicht installiert oder deaktiviert. Einige Funktionen dieser Seite stehen daher leider für dich nicht zur Verfügung.

Katatonia im Interview (Oktober 2009)

"Wir rennen niemandem hinterher. Man wird Katatonia nicht bei MTV Cribs oder so was sehen."
Zum Thema

The-Pit.de: Könnt ihr eigentlich von der Musik leben oder habt ihr noch „normale“ Jobs?

Anders: Ich würde es nicht leben nennen, ich würde es kämpfen nennen. Wir kommen über die Runden, aber es ist nicht immer einfach, weil man viel für diesen Lebensstil opfern muss, weißt du? Aber das ist schon okay so, wir rennen niemandem hinterher. Man wird Katatonia nicht bei MTV Cribs oder so was sehen. Wir wollen uns schließlich unsere Freiheit bewahren.

 

The-Pit.de: Okay, dann würde ich gerne etwas zu Live-Konzerten fragen. Ihr habt hier in Deutschland ein Konzert zusammen mit Porcupine Tree in Bremen. Wieso nur dieses eine und wird eine längere Tour folgen?

Anders: Porcupine Tree haben ihre Tour aufgesplittet, mit drei verschiedenen Bands in verschiedenen Territorien. Wir sind die skandinavische Opening-Band, aber wir haben es hingekriegt, auch einen Gig in Deutschland zu bekommen. Also das ist nur eine Support-Tour. Wir werden da nur einen neuen Song spielen, aber wir werden natürlich bald zurückkommen mit einer Headliner-Tour, wo wir ungefähr anderthalb Stunden auf der Bühne stehen.

 

The-Pit.de: Auch in Deutschland...

Anders: Ja, selbstverständlich! Es wird minimum drei oder vier Konzerte in Deutschland geben. Nur keine Sorge (lacht).

 

The-Pit.de: Ich freue mich schon auf das Konzert in Bremen – Porcupine Tree und Katatonia nenne ich mal eine tolle Kombination. Ich war auch auf dem diesjährigen Summer Breeze – ein Festival, das ihr sehr gern zu mögen scheint...

Anders: Ja, die wollen uns auch immer wieder und dass wir dann um Mitternacht spielen.

 

The-Pit.de: Passt ja auch ganz gut. Ich muss sagen, mir hat der Gig sehr gut gefallen, aber von anderen Leuten habe ich gehört, der Gesang soll angeblich schief gewesen sein. Wie hast du das Konzert erlebt?

Anders: Keine Ahnung, ich denke, es war ein guter Auftritt und es herrschte eine gute Atmosphäre in dieser Nacht. Vielleicht hatte Jonas einen harten Tag, aber der Gesang – ich denke nicht, dass es so schlecht war...

 

The-Pit.de: Sehe ich ja genauso...

Anders: Ich weiß ja nicht, womit die das verglichen haben. Vielleicht hat die Band zuvor verstimmt gespielt (lacht). Es sollte live ja auch nicht immer alles perfekt sein, sonst wäre es langweilig. Man kann es halt nicht immer jedem recht machen.

 

The-Pit.de: Klar. Eine Frage zu Bloodbath: Könntest du dir irgendwann mal eine Opeth/Katatonia/Bloodbath-Tour vorstellen?

Anders: Darüber wurde tatsächlich schon gesprochen, aber kannst du dir vorstellen, wie anstrengend das wäre? Gerade die Katatonia-Mitglieder, Jonas und ich, wir hätten zwei Bands hintereinander, wir hätten keine Pause! Mikael würde wenigstens noch eine Pause haben, wenn nicht gerade Bloodbath headlinen würden (lacht). Wie gesagt, es wurde darüber geredet, aber es ist wohl doch ein bisschen zu heftig. Aber wir werden nächstes Jahr sowieso auf jeden Fall Bloodbath-Shows spielen. Wir zocken auf fünf Festivals. Dann ist jeder glücklich. Mit Bloodbath können wir es uns einfach nicht leisten zu touren, weil wir dafür schlichtweg keine Zeit haben.  

 

The-Pit.de: Verstehe. Wer hatte eigentlich die Idee zum Namen Katatonia?

Anders: Ich kann mich da nicht mehr dran erinnern, das ist zu lange her. (Überlegt kurz): Sorry (lacht).

 

Nun kommt auch Jonas dazu, glücklicherweise genau in dem Moment, wo ich nur noch Fragen habe, die im Prinzip nur er beantworten kann.

 

The-Pit.de: Jonas, deine Texte handeln zumeist von Isolation, Einsamkeit und so weiter. Sind die persönlicher Natur oder fiktiv?

Jonas: Nicht alle sind persönlich, denn ich glaube, es würde irgendwann langweilig werden, wenn ich dem Hörer immer und immer wieder meine Probleme vorkauen würde. Ich versuche, das abzuwechseln, um die Texte so interessant wie möglich und vor allem zur Musik passend zu halten, denn das ist sowieso das Wichtigste. Es ist also eine Mischung aus sehr persönlichen und fiktiven Dingen.

 

The-Pit.de: Ich habe gehört, dass du und Mikael Åkerfeldt euch mal eine Wohnung geteilt habt, als ihr etwa 18, 19 Jahre alt wart. Kannst du was erzählen, wie ihr euch gegenseitig beeinflusst habt?

Jonas: Wir haben eigentlich den ganzen Tag nur über Musik gesprochen und zusammen Musik gemacht. Zwar spielten wir in verschiedenen Bands, aber wir haben auch nur so zum Spaß Sachen gespielt und aufgenommen. Wir sind einfach sehr gute Freunde, die durch die Musik immer eine besondere Verbindung haben werden, denn es ist das, was wir tun und wofür wir leben.

 

The-Pit.de: Früher hast du ja auch mal Schlagzeug bei Katatonia gespielt. Tust du das eigentlich heute auch noch, in irgendeiner anderen Band?

Anders (grinsend): Gib eine ehrliche Antwort...

Jonas: Na ja, ich spiele nicht in einer anderen Band, nur wenn wir Probe haben und Daniel, unser Schlagzeuger, eine Pause macht, setze ich mich manchmal hinter die Drums, was ihm allerdings gar nicht gefällt. Manchmal setze ich mich auch bei Soundchecks, wenn er gerade weggeht, kurz hinters Kit, spiele einen Beat und dann ruft er gleich: „Steh’ verdammt noch mal auf!“

Anders: Aber meistens übt er auf seinen Beinen. Überall!

 

The-Pit.de: Da kenne ich auch einen, der das macht, weil er zu Hause kein Drum-Set hat...

Jonas: Ja, ich mache die Leute wahnsinnig mit meinem Drumming auf den Beinen... (Allgemeines Gelächter)

 

The-Pit.de: Mir ist da noch eine Frage eingefallen, bezüglich der längeren, doomigeren Songs, die ihr früher mal gespielt habt. Gibt es oder gab es eigentlich Leute, die euch wegen der kürzeren Stücke Sell-out vorgeworfen haben? Und warum glaubt ihr, dass es diese albernen Anschuldigungen immer wieder gibt?

Anders: Ich glaube, diese Leute sind sich selber nicht so ganz sicher, wer sie selbst eigentlich sind und was sie tun sollen. Man trifft immer wieder Leute, die sehr engstirnig sind und in ihrer eigenen kleinen Welt leben. Das Interessante allerdings ist, dass die meisten Leute, die sich damals beschwert haben, sich inzwischen doch weiterentwickelt haben – ihnen gefallen die neuen Alben. Sie nehmen die Band inzwischen an. Sie sind ein bisschen spät dran, aber was soll’s, uns macht das nichts aus. Trotzdem wird es immer so bleiben: Man kann nicht jedem gefallen.

 

The-Pit.de: Wohl wahr. Das war dann auch meine letzte Frage. Ich danke euch vielmals, dass ihr euch die Zeit genommen habt und wünsche euch noch viel Spaß bei eurem Aufenthalt hier in Hamburg.

Vielen Dank auch noch mal an Wolf-Rüdiger Mühlmann von sureshotworx für die Ermöglichung dieses Interviews.

Seite
comments powered by Disqus

Der Erstlingsroman des Musikers kann sich sehen lassen

Werkschau einer der größten und einflussreichsten Rockbands aller Zeiten

Wie mit einer Ex-Freundin