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Kamikaze Kings im Interview (Januar 2013)

„,The Law`kaufen und dazu Sex haben“

Die Berliner Kamikaze Kings (Foto: Martin Hoppe)

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Ein bisschen Porno, ein wenig Klischee, ein Spiel mit dem Feuer, aber immer Spaß dabei, so stehen die Berliner Kamikaze Kings da. Oder doch nicht? Sänger Elmo versucht jedenfalls, die Philosophie der Band und des Debüts „The Law“ näher zu bringen.

The-Pit.de: Wenn ich mir die Kamikaze Kings-Videos ansehe, dann gewinne ich den Eindruck, dass ihr eine Truppe seid, die sich selber nicht zu ernst nehmen will. Wie ist die Band entstanden und was ist so die Aussage dahinter?

Elmo: Ich habe mit Randy schon viel länger Musik gemacht als jetzt nur bei „The Law“. Wir waren auch vorher schon in Bands hier in Berlin. Wir hatten immer die Schnauze voll von diesen Berliner Rockstars, Leute, die sich total ernst nehmen und dadurch total lächerlich sind, dieses ganze Indierock- und Metalgehabe, böse zu sein, aber dann bei Mutti am Sonntag ganz brav Rotkohl zu essen. Wir haben dann einfach gesagt: Weißt du was, wir machen das alles selber. Wir haben dann einen Proberaum besorgt und wir auch schon angefangen, Leute für unsere Band zu casten. Dann kam ziemlich bald auch Rais dazu, was wirklich wichtig ist, denn die Band steht und fällt mit dem Drummer. Natürlich kannst du auch mit einem schlechten Sänger keinen Staat machen, aber das war natürlich schon einmal gut, da jemanden zu haben, der nicht so progressiv spielen will oder irgendwie blöd herumtrommelt. Bei uns geht es einfach um Entertainment, es ist schon eine ernste Sache, aber das Laben ist so traurig, ich finde das Leben so absurd, dass man nur noch drüber lachen kann. Das Leben an sich ist auch ziemlich kurz. Man ist jung und dann ist man auch schon alt, abgeschrieben und tot. Alle müssen wir kämpfen ums Überleben, Geld verdienen und dann sterben Leute. Für uns ist dann einfach nur gewesen, mit Kamikaze Kings das Leben zu feiern, denn es ist blöd, sich auf die Bühne zu stellen und betroffen zu tun und zu jammern wie Staind und die ganzen schrecklichen Bands. So etwas hasse ich abgrundtief, das geht gar nicht. Mir ist wichtig, den Leuten eine gute Zeit zu geben, mit ihnen eine gute Zeit zu haben. Die ernste Sache bei Kamikaze Kings ist schon der Zusammenhalt, den Leuten halt Selbstvertrauen zu übermitteln, dass es völlig okay ist zu lachen und eine gute Zeit zu haben und dem Tod sowie dem Leben ins Gesicht zu lachen und immer weiterzumachen.

The-Pit.de: Es gibt ja viele Bands, die sich sehr wichtig nehmen, da könnte man lange drüber diskutieren, zumal ich selbst im Brennpunkt hier mitten im Pott wohne…

Elmo: Es ist ja nicht, dass man sich lächerlich benimmt, man kann sich schon ernst nehmen, aber nicht wichtig nehmen, das ist der große Unterschied. Nimm dich ernst, aber nicht so wichtig. Ich finde, dass man als Künstler auch solch eine Aufgabe hat. Wenn man sich auf eine Bühne stellt und die Leute zu dir hochgucken, dann möchte ich sagen können, dass die Leute mit mir eine gute Zeit hatten. Das ist mir viel wichtiger. Ich glaube nicht, dass ich den Leuten helfen würde, wenn ich jammern würde.

The-Pit.de: In eurer Biographie stehen Bands wie Mötley Crue oder Steel Panther. Seht ihr euch als eine Art Bindeglied zwischen diese beiden?

Elmo: Ich kenne gar nichts von Steel Panther, die interessieren mich auch nicht wirklich. Ich hbae keine Ahnung, wo das herkommt. Ganz ehrlich gesagt, die Richtung verfolge ich auch nicht, vor allem Steel Panther machen auch Coversongs und sind tierisch angesagt durch die Optik oder weil jetzt vielleicht mal die Zeit reif ist. Das hat man immer mal, dass eine Band angesagt ist, aber ich glaube, dass sie in ein paar Jahren nicht mehr da sein werden. Die sind ja auch schon ein bisschen älter und tragen Perücken, schlechte Perücken noch dazu. Ich würde gerne mit denen spielen und eine gute Zeit haben, aber die berühren mich nicht. Mich muss aber schon eine Band berühren, eher so wie Motörhead aus den Achtzigern, da sehe ich uns eher. Oder Judas Priest in der Mitte ihrer Karriere, das führen wir weiter. Ich kann nur sagen, dass ich das schon so sehe, dass wir die deutsche Antwort darauf sind, aber wir sind nicht wie Steel Panther, sondern so wären Steel Panther, wenn sie aus Deutschland kämen. So muss man das sehen, ich habe ja auch eine viel tiefere Stimme, wir machen auch keine Coversongs, wir machen auch keinen Slapstick. Es ist doch schon so, dass wir zwei Stunden lang durchrocken.

The-Pit.de: Aktuell müsstet ihr im Pott auch ganz gut dastehen, da die ganze Haarspray-Welle hier schon einen guten Zuspruch hat…

Elmo: …wobei wir ja auch sehr ehrlich sind. Das kommt bei uns noch dazu, das ist noch das kleine Extra. Wir sind nicht so cheesy. Was kommt aus Deutschland? Accept, Warlock und Grave Digger, bei uns ist also auch schon eine ordentliche Prise mit drin.

The-Pit.de: Ihr habt für das Album mit Dirk Faehling zusammengearbeitet. War das eure erste richtige Produzentenerfahrung und konntet ihr davon profitieren?

Elmo: Ja. Auch das nächste Album nehmen wir gerade mit ihm auf, wir sind gerade dabei, die Gitarren einzuspielen. Das Schlagzeug ist schon fertig, das hatten wir in einem Club namens West Germany am Kottbusser Tor aufgenommen, auch wieder eine lustige Erfahrung. Der Dirk unterstützt uns da, er ist unser Mentor. Ich glaube, dass es keine normale Produzentenerfahrung ist, sondern eher Schicksal. Ich weiß gar nicht, ob es das gibt, aber irgendwie stimmt einfach alles. Ich muss dazu sagen, dass man mir sowieso nichts sagen kann. Ich habe ein Problem mit Autoritäten, ich habe den Gesang auch alleine in einem Studio aufgenommen, welches ich dann immer täglich bezahlt habe. Ich war dabei hier in Berlin in verschiedenen Studios, weil ich ganz einfach die Ruhe brauche und nicht noch jemanden, der mir etwas sagt. Aber ansonsten hat Dirk halt die Form von „The Law“ feilgegeben. Er hatte eine Vision, er hatte die Rohversion, woraus er dann etwas gemacht hat. Wir haben nur gesagt, dass es groß und gut klingen soll, überlebensgroß.

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