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Evergrey im Interview (September 2014)

Gebrochen, aber nicht schwach

The-Pit.de: Und wie kam es dann, dass Henrik und Jonas zur selben Zeit zurückkehrten?

Tom: Nun ja, wir hatten zwei Shows in Holland und Belgien, die wir noch absolvieren mussten, und die einzigen Beiden, die uns einfielen, die mit dem Material vertraut sind, waren Henrik und Jonas. Also riefen wir sie an und sie sagten, sie werden mal sehen, ob sie das hinbekommen. Tatsächlich klappte alles und als wir wieder zu Hause waren, stellten wir alle fest, dass es wunderbar funktioniert und Spaß gebracht hatte. Von daher war es nur logisch, zusammen weiterzumachen. Wir fühlten auch, dass plötzlich wieder diese Connection da war, die wir damals, kurz bevor sie ausgestiegen waren, irgendwie verloren hatten. Plötzlich war alle Freude wieder da und die Leidenschaft für die Musik, deswegen fiel es leicht, darüber zu reden, vielleicht wieder gemeinsam ein Album aufzunehmen.

The-Pit.de: Hast du auch noch Kontakt zu anderen Ex-Mitgliedern? Patrick Carlsson (früherer Drummer – Anm.d.Verf.) zum Beispiel?

Tom: Der ist auf die andere Seite des Landes gezogen, daher haben wir überhaupt keinen Kontakt. Das ist eigentlich sehr schade, denn viele von uns vermissen Patrick. Wir haben viele Jahre mit ihm zusammengespielt und Jonas war ja ursprünglich der Drum-Techniker für ihn. Es gibt also eine Menge Querverbindungen, aber trotzdem: Nein, es gibt leider keinen Kontakt.

The-Pit.de: In welcher Weise würdest das neue Album mit dem Vorgänger „Glorious Collision“ vergleichen?

Tom: Gar nicht. (lacht) Es ist so: Jedes Album, das wir machen, ist für mich schlichtergreifend ein neues Evergrey-Album. Ich vergleiche niemals irgendein Album mit einem anderen, denn ich sehe wenig Sinn darin. Wenn ich es aber unbedingt müsste, würde ich sagen, die größte Veränderung ist natürlich, dass wir zwei neue alte Mitglieder im Line-up haben – das wirkt sich auf den Sound aus. Und auch der Fakt, dass Johan (Niemann; Bass – Anm.d.Verf.) noch nie mit den beiden Rückkehrern zusammengespielt hat, wirkt sich natürlich auf den Sound aus. Das sind für mich die größten Einflüsse, was Veränderungen angeht, aber wie gesagt: Eigentlich vergleiche ich nicht gerne. Wir schreiben zehn, zwölf neue Stücke und so ist es dann halt.

The-Pit.de: Kann ich nachvollziehen. Tatsache ist so oder so, dass ihr schon immer sehr schnell herauszuhören seid. Als ich zum Beispiel das erste Mal die neue Platte auflegte und dann „King Of Errors“ als erster Song kam, dachte ich sofort: Yeah, das sind Evergrey – selbst wenn ich nicht gewusst hätte, wer da spielt.

Tom: Das ist gut, denn das spricht für eine sehr eigenständige Qualität. Die Leute können uns sofort von allen anderen unterscheiden, richtig?

The-Pit.de: Genau das meine ich. Bedeutet der Bandname denn nun wirklich eine Art düsteres Gegenstück zum Wort „Evergreen“? Denn als ich vor drei Jahren ein Interview mit Rikard (Zander; Keys – Anm.d.Verf.) und Johan hatte und diese Frage stellte, meinte Rikard, das könnte man so interpretieren. Stimmt das?

Tom: (lacht ausgiebig) Nein, nein, nein, nicht wirklich. Als ich mir den Namen ausdachte, war ich gerade drei Jahre lang arbeitslos; ich war 17, als ich ohne Job dastand und drei Jahre vergingen, ohne dass ich es richtig wahrnahm. Und ich dachte nur: Fuck, was soll das, Mann? Soll das Leben etwa so aussehen? Es gab irgendwie kein Schwarz und Weiß, alles war nur grau und es passierte nichts. So bin ich auf den Namen gekommen.

The-Pit.de: Allerdings wirkt gerade ihr immer sehr witzig und fröhlich. Mit der Musik lebt ihr also sozusagen eure dunkle Seite aus.

Tom: Sicher, aber das ist ja bei jedem so: Du bist eine bestimmte Person, wenn du mit deiner Freundin zusammen bist, du bist eine bestimmte Person, wenn du mit deinen Freunden abhängst, du bist eine bestimmte Person, wenn du Musik hörst – was auch immer. Es gibt immer andere Aspekte an Leuten, die du nicht kennst, wenn du sie in einer Bar triffst, Fußball spielen siehst oder so was. Es gibt viele Aspekte an uns allen.

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