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Ahab im Interview (November 2015)

Einmal Moby Dick, immer Moby Dick?

Bassist Stephan Wandernoth 2010 live im Hamburger Marx bei der Arbeit.

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The-Pit.de: Vorhin waren wir schon bei „Like Red Foam“ und sind dann etwas abgedriftet. Aber es gibt dazu ja ein Video…

Corny: (wenig begeistert): Ja, das gibt’s…

The-Pit.de: …mit dieser Waterboarding-Szene, was viele Leute wohl nicht wirklich verstanden haben.

Corny: Ja, das darf man denen nicht krumm nehmen…

Daniel: Das ist immer so eine Sache. Im Prinzip ist das Gute an dem was wir machen, dass wir es nicht machen müssen und somit niemandem Rechenschaft schuldig sind.

Corny: (mit Ironie): Dahinter steckt die Aussage „Wir können auch mal was ausprobieren, wie einen Videoclip“.

The-Pit.de: Was ja auch in Ordnung ist. Ich wollte nur nachfragen, weil ich das selber auch nicht so ganz verstanden habe und wissen möchte, wie ihr darauf gekommen seid.

Daniel: Also, die Grundidee war so, dass wir von vornherein gesagt haben, wir hatten schon lange vor, mal einen Videoclip zu machen, und das sollte für uns etwas Besonderes sein. Wir wollten auf keinen Fall einen Clip, wo einfach nur die Band zu sehen ist, wie sie im Wald headbangt oder so ein Blödsinn (allgemeines Gelächter), oder meinetwegen auch auf ’nem Floß steht und headbangt. Das wäre natürlich die einfachste Umsetzung gewesen. Es kam auch die Idee auf, was animieren zu lassen, da war es nur einfach das Problem, dass das sehr lange dauert und gerade bei unseren langen Songs sehr kostspielig ist. Wir wollten dann versuchen, trotz allem etwas hinzubekommen, was sehr speziell und, ich sag mal, ein Stück weit kontrovers ist. Da war vor allem Chris federführend, der auch beim Shooting dabei war, und den Einfall hatte, sich quasi auf diese eine Textzeile im Song zu beziehen: „Doesn’t matter who you are, within the elements fierce ire“, was quasi heißen soll, egal wer du bist, du kannst in Scheißsituationen kommen – seien es jetzt die Charaktere im Buch oder sei es aufs richtige Leben bezogen. Und darauf ist dieses Video aufgebaut, was eben ein bisschen kritisch anmutet. Was für uns auch spannend war, denn wir hatten immer nur so ein paar Ideen vom Drehbuch gehört, hatten es vorher aber nicht gesehen, und waren dann nachher schon baff, wie krass das rüberkommt.

Corny: Ich konnte mich da ganz schlecht einbringen, weil ich keinen blassen Schimmer hatte, was ich dazu beitragen könnte. Deswegen dachte ich mir: Okay, du hast da ’n cooles Team, Hector, die Leute haben’s drauf, und man muss ja unterm Strich sagen, handwerklich ist das alles wunderbar gemacht, die schauspielerischen Leistungen sind großartig, aber ich muss zugeben, dass es mir nicht so wirklich gefällt. Ich finde das Video eigentlich gut, ich sehe nur halt gar keine Verbindung zu Ahab, aber gut, da muss ich sagen, dass ich auch selber Schuld bin, weil ich mich nun mal bei der Umsetzung und Gestaltung überhaupt nicht beteiligt habe. Klar, aus Unwissenheit, aber Unwissenheit schützt ja bekanntlich vor Strafe nicht, und was ich aus der Sache gelernt habe, ist, dass ich jetzt weiß, was ich als bescheidenen Anteil von mir für den nächsten Clip, der vielleicht irgendwann mal kommt, beitragen könnte, dass er mehr so wird, wie er mir gefallen würde. Deswegen sehe ich das jetzt als Experiment an: Wir haben Sachen ausprobiert, ich hab davon gelernt und weiß, wie es in Zukunft geht, und wenn jemand das nicht mag oder mit Ahab in Verbindung bringen kann, dann gebe ich den Tipp: Nicht gucken, nur den Song hören! Wie gesagt: Ich hab überhaupt gar nichts gegen kontroverse Themen oder eine Kontroverse an sich in einem Videoclip, ich bin auch ein politischer Mensch, und ich finde auch die Thematik, die Hector mit seinem Team da aufgegriffen hat, spannend – ich sehe halt nur nach wie vor nicht die Verbindung zu Ahab. Aber ich finde das nicht schlimm, sondern sag mir nur: „Nächstes Mal machst du es besser.“

Daniel: Dass es kontrovers werden würde, war klar, und es hat ja auch einen Werbeeffekt. Es wird so auch darüber gesprochen.

The-Pit.de: Klar, mit dem Waterboarding – da denkt man sofort an Guantánamo.

Daniel: Jedenfalls ist das Argument, es seien ja gar keine Wale darin zu sehen, ein bisschen schwach (erneut allgemeines Gelächter). Übrigens kommt in der Geschichte unseres aktuellen Albums kein einziger Wal vor.

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