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Kritik und Recherche


Autor Nachricht
Verfasst am: 26. 10. 2010 [11:25]
stupdio
leon
Themenersteller
Dabei seit: 26.10.2010
Beiträge: 2
Grüße,

habe mir gerade mal die Kritik "Romeo and Juliet" von Skys Shadow durchgelesen, bei welcher sich der Kritiker über schmalzige Texte beschwert. Als Referenz zieht er lustigerweise Shakespeare heran und proklamiert, dass dieser so etwas nie schreiben würde... Hat er mal Titus Andronicus, The 12th Night, King Lear, The Tempest oder gar Romeo and Juliet gelesen?
Hier mal ein Zitat aus der original Balkon-Szene:

Two of the fairest stars in all the heaven
Having some business, do entreat her eyes
To twinkle in their spheres till they return.
What if her eyes were there, they in her head?
The brightness of her cheek would shame those stars
As daylight doth a lamp; her eyes in heaven
Would through the airy region stream so bright
That birds would sing and think it were not nigh

und das ist noch harmlos.... Also besser erstmal recherchieren icon_smile.gif

Gruß,
Leon
Verfasst am: 26. 10. 2010 [11:56]
homersimpson
David N.
Dabei seit: 09.03.2008
Beiträge: 1910
Hey Leon,
Danke für deine Kritik. Du magst aus deiner Sicht nicht unrecht haben, doch ich kenne Romeo & Julia von Shakespeare recht gut, und das mag für viele aus heutiger Sicht auch sehr "schmalzig" wirken, ist aber nach meiner Ansicht trotzdem von Wortwahl, Klang der Sprache her wesentlich imposanter und gewaltiger als - nun ja - meinetwegen das Album von Sky's Shadow. Dass man das so nicht wiedergeben kann, ist klar, nur sollte man es dann gar nicht erst versuchen.
Gruß
David

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.2010 um 11:58.]

"The only thing worse than a record company which takes no interest in a group is a record company that takes interest in a group."
(Robert Fripp)

"The whole problem with the world is that fools and fanatics are always so certain of themselves, and wiser people so full of doubts."
(Bertrand Russell)
Verfasst am: 26. 10. 2010 [15:54]
stupdio
leon
Themenersteller
Dabei seit: 26.10.2010
Beiträge: 2
Hi David,

damit würdest Du quasi jeglichen Versuch abwerten, einen (beispielweise) elisabethianischen Text in einem neuen Gewand darzustellen, welches nicht direkt eine komplette Modernisierung impliziert? Oder sogar vielleicht letzteres?

In einer Sache direkt eine Korrektur: Shakespears Sprache war auch damals durchaus schmalzig, nicht allein aus heutiger sicht. Insofern ist die Adaption passend.

Ich meinerseits finde, man kann einem Werk durchaus Tribut zollen, wenn man es gut paraphrasiert und transformeirt (bestes Beispiel: Mitterers Bearbeitung des Jederman..), und immerhin ist hier bei doch recht ansprechender und anspruchsvoller Sprache das Original im Sinne beibehalten, ohne zuviel zu klauen.

Habe selbst mal ein Sonnett von S. bearbeitet (From though have I been absent in the spring) und nun die Texte der CD mal durchflogen und finde sie wirklich gelungen.

Auch mit Schmalz, wie beim Original.

Aber gut ist ja, dass Empfindungen hierbei auseinandergehen icon_smile.gif

Gruß und alles Gute,
Leon


[Dieser Beitrag wurde 4mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.2010 um 16:06.]
Verfasst am: 26. 10. 2010 [16:43]
homersimpson
David N.
Dabei seit: 09.03.2008
Beiträge: 1910
Na gut, ich will mal relativieren, dass ich meinte, man sollte es dann gar nicht versuchen. In dem Moment, als ich die CD hörte, fand ich einige Passagen jedenfalls äußerst kitschig, wohingegen ich Shakespeare'sche Texte schon sehr schön finde vom Klang her. Ob man das damals auch als schmalzig empfunden habe, weiß ich nicht - mag sein, dass du da historisch bewanderter bist als ich.

Aber du hast selbstverständlich recht: Es ist im Prinzip natürlich völlig legitim, alte Texte bzw. Geschichten in die heutige Zeit zu übertragen, das will ich niemandem absprechen - wäre ja auch Quatsch bei der Fülle an historischen Übertragungen etc. gerade im Metalbereich. Aber klar ist, wie du schon sagtest, dass da Empfindungen oder Meinungen über die Interpretation auseinander gehen können. So oder so ist es sicherlich häufig ein schmaler Grat zwischen Kitsch und Poesie icon_smile.gif
Ich freu mich jedenfalls immer über Feedback, egal welcher Art, so lange es nur konstruktiver Art ist. Könnten hier gerne mehr Leute machen... icon_wink.gif



[Dieser Beitrag wurde 2mal bearbeitet, zuletzt am 26.10.2010 um 21:35.]

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(Bertrand Russell)
Verfasst am: 01. 11. 2010 [14:39]
AndyO
Andy
Dabei seit: 01.11.2010
Beiträge: 1
Hi Leon, Hi David,

ich habe heute erst die Kritik gelesen und den Forumseintrag hier gefunden. Da ich selbst der Texter bin, wollte ich mal ein paar Worte dazu verlieren (natürlich erstmal ein Dank an Leon für die 'Verteidigung').

bzgl. der Kritik kann ich nur sagen, dass ich seit fast eineinhalb Jahrzenten Literatur des elisabethianischen Zeitalters lese und mir viel Mühe gegebenhabe, einen gelungenen Kompromis zwischen deren und einem moderneren Stil insbesondere bezüglich der Bedeutung zu finden.
Schade bei David finde ich nur, dass er diese Zeilen, die zugegebenermaßen Schmachten, als einzige Beispiele nennt, denn auch ich bin (ohne arrogant sein zu wollen) der Meinung, dass an sich der Großteil des Textes vergleichsweise gut ist -- und sogar meine (amerikanische) Freundin war angetan.

Wie auch immer, ich nehme die Kritik, auch wenn sie mich natürlich nicht erfreut, als konstruktiven Denkanstoß.

Und trotzdem gefallen mir die Zeilen der Ballade immer noch gut icon_smile.gif
Verfasst am: 01. 11. 2010 [15:10]
homersimpson
David N.
Dabei seit: 09.03.2008
Beiträge: 1910
Hi Andy,

Na ja, ich geb zu, dass ich auch andere Zeilen hätte nennen können, denn textlich ist hier natürlich nicht alles Kitsch und auch Gelungenes dabei. Ich habe den Balladentext als Beispiel dafür genannt, dass sich der Kitschfaktor AUCH im Text manifestiert, hab dies allerdings nicht NUR auf den Text bezogen. Trotzdem war das sicher etwas unglücklich forumliert und nicht ganz fair, das gebe ich zu. Zumal ich selbst auch leidenschaftlich gerne texte und weiß, dass das nicht immer ganz einfach ist. Danke, dass du es so sportlich nimmst.

Gruß
David

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Verfasst am: 16. 11. 2010 [01:15]
homersimpson
David N.
Dabei seit: 09.03.2008
Beiträge: 1910
Ich hab mich jetzt doch noch mal ein bisschen mit den Texten beschäftigt und muss zugeben, sie sind doch ganz okay. Musikalisch finde ich's weiterhin nicht wirklich ausgereift und hab mich dadurch vielleicht auch ein bisschen "in die Kritik reingesteigert" und diese auf das Lyrische ausgeweitet, aber eigentlich kann man mit damit leben.

Auch wenn's jetzt ein bisschen spät sein mag: Ich hab die Kritik an den Lyrics jetzt rausgenommen, weil ich mich zumindest in dieser Schärfe selbst nicht mehr wirklich damit identifizieren kann. Normalerweise doktore ich, wenn seit der Rezension schon ein paar Wochen vergangen sind, nicht mehr daran herum, weil man dann im Nachhinein sehr viele Reviews ändern müsste und das wäre albern (allein schon was Punktzahlen angeht, denkt man im Nachhinein so oft anders), aber hier mach ich mal 'ne Ausnahme (zur Punktzahl stehe ich in diesem Fall allerdings nach wie vor, auch wenn es hier jetzt eh nicht um die Bewertung geht).

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 16.11.2010 um 01:20.]

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(Bertrand Russell)
Verfasst am: 02. 05. 2018 [22:11]
Yanedlop
Yanedlop
Dabei seit: 02.05.2018
Beiträge: 8
this is really great,unique and very informative post, i like it. thanks
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